25 Jahre "Ein starkes Team"

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LInett Wachow erhält einen unerwarteten Besuch. Ihr Jugendfreund Stefan Kopp steht abends vor der Tür. Sie hat ihn seit Jahren nicht mehr gesehen. Jetzt macht er einen gehetzten Eindruck. Er kippt das einzige Bier, das Linett tatsächlich als Eisenreserve für ihren Kollegen Otto Garber im Kühlschrank hat, und ist weg, bevor er Linett seine Nummer überlässt. Der Kommissar muss an einen Tatort. Eine Leiche wurde im Waschbecken eines Saunaclubs gefunden. Der Anwalt Richard Siebert, wie die Gerichtsmedizinerin Gabriele Simkeit schnell feststellt, wurde unter Wasser geschoben. Vor seinem Tod stellte sich heraus, dass er mit einem anderen Mann gestritten hatte: Stefan Kopp.

Michael Hanfeld

Michael Hanfeld

Verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und "Media".

So beginnt der achtzigste Fall der Krimiserie "Ein starkes Team", die seit 25 Jahren im ZDF ist und heute ihr Jubiläum feiert. Man könnte mit einer unendlichen Geschichte mit Patina rechnen, für die der öffentlich-rechtliche Rundfunk kein würdiges Ende hat. Aber das ist überhaupt nicht so. "Ein starkes Team", wie der Chefredakteur Günther van Endert feststellt, ist erfolgreicher denn je. Mehr als sieben Millionen Menschen schauen zu, wenn Stefanie Stappenbeck und Florian Martens die Rollen der Kommissare Wachow und Garber untersuchen, unterstützt von ihrem Chef, Kriminalbeamten Reddemann (Arnfried Lerche), Kollegen Sebastian Klöckner (Matthi Faust) und Dr. Simkeit (Eva Sixt). die überraschenderweise einen Narren im Garber aßen, der nicht gerade glatt gebügelt war. Irgendwann taucht das Factotum Sputnik (Jaecki Schwarz) auf, das wieder einen großen Plan hat, der sich natürlich in nichts verwandelt. Diesmal soll er eine Wohnung zum Schnäppchenpreis haben. Zuschauer, die „Ein starkes Team“ kennen, können sich vorstellen, wie das endet.

Der Titel schien den Schauspielern, wie Florian Martens sich erinnert, ein wenig groß zu sein: Loben Sie sich nicht zu sehr? Ein Show-off ist natürlich, wie bereits in der ersten Folge 1995 zu sehen war, nicht Sache dieser Mannschaft. Maja Maranow, die zwanzig Jahre als Kommissarin Verena Berthold tätig war und dann ausstieg – ein halbes Jahr bevor sie im Januar 2016 im Alter von 54 Jahren unerwartet verstarb – und Florian Martens spielten die Bälle lässig, lässig und ohne jede Einstellung. Der Thriller fand einen – Berliner – Ton, der stimmte. Eine große Rolle spielt dabei der Drehbuchautor Jürgen Pomorin, der unter dem Pseudonym Leo P. Ard längst zum Großmeister der deutschen Fernsehkriminalität avanciert ist. Er bildete „Ein starkes Team“, 34 der 80 Drehbücher wurden von ihm geschrieben, die Themen waren immer auf dem neuesten Stand, die Figuren erzählen sich auf natürliche Weise – ohne es satt zu haben.

Dabei spielt neben den traditionellen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auch Stefanie Stappenbeck eine große Rolle. Als sie zugestimmt hatte, Maja Maranow zu folgen, wusste niemand den wahren Grund für ihre Abreise. Maja Maranow hatte gesagt und leise gesagt, dass sie sich anderen Projekten widmen wolle. Als Kommissarin Berthold sah das Publikum sie in ihrer letzten Rolle.

Jetzt sehen wir Stefanie Stappenbeck, die sich als Linett Wachow „einem starken Team“ anschloss, als wäre sie schon immer dort gewesen. Ihre Figur ist die Forschung in der Liga, die für die dramaturgische Entwicklung des Falls, den Regisseur Roland Suso Richter inszeniert, von erheblicher Bedeutung ist. Ihr Jugendfreund Stefan Kopp (Fabian Busch) rettete sie mit fünf Jahren vor dem Ertrinken. Jetzt soll er gerade einen Mann ins Wasser gestoßen haben? Die Immobilienfirma, aus der er gerade ausgeflogen war, war ein Geldwäschesystem für die italienische Mafia, sagt der untergetauchte Kopp. Linett Wachow glaubt ihm, die anderen glauben ihm nicht, sondern ermitteln in alle Richtungen. Die Zuschauer wissen jedoch, dass in Kopps Geschichte etwas steckt. Aber auch Linett Wachow könnte sich irren.

Der Kameramann Andrés Marder filmt den Fall auf eine Weise, die die Bedeutung des Raums von der ersten Aufnahme an unterschwellig veranschaulicht – den geschützten Raum innen und außen, die eigenen vier Wände, das Dach über dem Kopf. Der Flüchtling Stefan Kopp hat das alles nicht mehr. Zwei Männer durchsuchten sein Haus. Sie erledigen die Drecksarbeit für die Immobilienfirma von Bettina (Julia Richter) und Lucas Diensberg (Gabriel Raab) – wovon der Firmenchef nichts weiß, aber ihr Ehemann. Kopp findet Unterschlupf bei einer alten Dame, die als letzte in einem Haus wohnt, das demoliert werden kann und – wir vermuten – der Firma Diensberg gehört. In diesem Berlin herrscht nicht nur Wohnungsmangel, es gibt keinen sicheren Ort, nirgendwo.

Sicher ist, dass sich die Mitglieder des „starken Teams“ aufeinander verlassen können. Die Zuschauer können sich sicher sein, dass es auch nach 42.670 Minuten Sendung, die ZDF und ZDFneo in 484 Sendungen mit diesem Thriller gefüllt haben, noch einige Zeit so bleibt. Es gibt immer noch vier Folgen pro Jahr. Die Folgen 82 und 83 sind in Produktion. "Ein starkes Team" macht sich auf den Weg zum nächsten Jubiläum, bei aller Altersfrische.

Ein starkes Team: eingetaucht läuft am Samstag um 20.15 Uhr im ZDF.

. (tagsToTranslate) Stefan Kopp (t) Stefanie Stappenbeck (t) Florian Martens (t) Maja Maranow (t) Gabriele Simkeit (t) Verena Berthold (t) Richard Siebert

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