2G für den Wintersport führt in Italien zu Erleichterung und Enttäuschung

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“Köstlich, mit der Sonne im Gesicht.” Am Ausgang des Skilifts, mitten in den Dolomiten, können niederländische Touristen ihre Begeisterung kaum unterdrücken. Der Neuschnee knirscht unter ihren Schuhen. „Letztes Jahr wurde unser Urlaub abgesagt. Dieses Jahr werden wir das doppelt und dick nachholen.“

Obwohl die Weihnachtsferien vorbei sind, sind die Aufzüge noch ziemlich voll. Laut Marco Pappalardi, Marketingleiter beim Skipass-Verkäufer Dolomiti Superski, war es bisher eine gute Saison. „In den Ferien hatten wir gute Zahlen. Und ansonsten sehen wir konstant viele Leute auf den Pisten. Nicht so viele wie vor der Pandemie, aber es läuft gut.“

Was Pappalardi betrifft, so werden in den kommenden Wochen noch viele weitere Skifahrer hinzukommen. Er erwartet, dass sich mehr Menschen für die Dolomiten entscheiden, da die italienische Regierung diese Woche eine 2G-Richtlinie für Skilifte eingeführt hat. Nur geimpfte oder geheilte Personen können daher einen Skipass kaufen.

„Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt Pappalardi. „Für unsere Kunden ist es eine zusätzliche Garantie, dass der Wintersport in den Dolomiten sicher ist.“

Am wenigsten geimpfte Region

Noch bevor die italienische Regierung die Entscheidung über die 2G-Politik traf, hatten die lokalen Regierungen der Region Südtirol bereits darauf gedrängt. Bozen, eine der Provinzen in dieser Region, ist eine der am wenigsten geimpften in ganz Italien. Weniger als 75 Prozent der Einwohner über 5 Jahren haben dort ihre erste Spritze erhalten, verglichen mit einem Durchschnitt von 81 Prozent in ganz Italien.

Lokale Verwalter befürchteten, dass Touristen dadurch ausbleiben könnten, während die Südtiroler Wirtschaft zu 17 Prozent davon abhängig ist. Am Ende bekamen sie, was sie wollten: Seit dieser Woche ist ein Impfpass nicht nur am Skilift, sondern auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht. Restaurants, Cafés und Fitnessstudios haben seit einiger Zeit eine 2G-Richtlinie.

Mit dieser Maßnahme will die Regierung von Ministerpräsident Draghi die Menschen dazu bewegen, sich impfen zu lassen. „Viele der Probleme, die wir in Italien haben, sind auf ungeimpfte Menschen zurückzuführen“, sagte er am Montag in einer Pressekonferenz.

Doch in den Bergen von Bozen, wo ebenso viel Deutsch wie Italienisch gesprochen wird und wo die Autorität aus Rom mit Argwohn betrachtet wird, läuft die neue Politik nicht gut.

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