Angst vor Ärger beim Clasico FC Barcelona gegen Real Madrid

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DDie halbe Welt will dieses Spiel sehen. "El Clásico" wird in 180 Ländern ausgestrahlt, 650 Millionen Zuschauer haben kürzlich den FC Barcelona gesehen, als er auf Real Madrid traf, in Guatemala, China und auch in Berlin. Die Fans sind jetzt wieder gebannt auf die brillanten Ideen von Argentiniens Superstar Lionel Messi. Er erzielte in der letzten Saison keinen der drei Siege von Barça und ein Unentschieden im Clásico in der Liga und im Pokal. Aber niemand hat vergessen, wie er im April 2017, wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff in Madrid, noch das 3: 2-Siegtor für seinen FC Barcelona erzielte und sein Trikot lange Zeit hochhielt.

Diesmal, vor dem Duell an diesem Mittwoch (20 Uhr in der DAZN), sind die Zeichen anders. Madrids Trainer Zinedine Zidane hat erneut alle Kritiker abgelehnt, die ihn bereits auf der Hitliste gesehen haben. Er hat eine Mannschaft gebildet, die nach ihrer langen Dominanz in der spanischen Liga wieder gegen den FC Barcelona antreten wird. Beide Vereine führen die Tabelle mit 35 Punkten an, nur zwei Tore trennen sie derzeit. Doch trotz der vielen Stars spricht in Spanien diesmal kaum jemand von Messi oder dem zweiten Frühling, den Mittelstürmer Karim Benzema in Madrid erlebt. Mit jeweils zwölf Toren führt sie die Liste der Torschützen der spanischen Liga an. Vor diesem Clásico geht es jedoch eher um Politik und Urteile, Straßenkämpfe und die Frage, ob die Begegnung überhaupt stattfinden kann.

Eigentlich hätten die beiden Vereine am 26. Oktober gegeneinander antreten sollen. In den Tagen zuvor hatten Demonstranten Barcelona jedoch teilweise gelähmt. Sie protestierten gegen Urteile des spanischen Obersten Gerichtshofs gegen Führer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung, die bis zu 13 Jahre im Gefängnis waren. Die Verurteilten hatten sich des Aufruhrs schuldig gemacht, als sie 2017 trotz eines Verbots des Verfassungsgerichts ein Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens abhielten.

Infolgedessen brach zum ersten Mal in der Geschichte der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung Gewalt aus. Nachts brannten Container auf den Plätzen von Barcelona, ​​Pendler blieben in ihren Fahrzeugen, weil junge Demonstranten ihnen den Weg nach Hause versperrten. Überrascht von diesem Gewaltpotential hatte die spanische Liga das Fußballspiel von Oktober auf Dezember verschoben.

Der Alltag ist nach Barcelona zurückgekehrt, aber die Sicherheitskräfte befürchten, dass es nur die Ruhe vor einem neuen Sturm sein könnte. Denn der sogenannte "Demokratische Tsunami", den die Justiz für die gewaltsamen Übergriffe im November verantwortlich macht, lädt um 16:00 Uhr zu einem "Nationalen Aufruf" zum Spieltag ein. um das Camp Nou Stadion zu sammeln. Die Organisatoren, deren Vordenker nicht offen zu sein scheinen, betonen, dass sie nur zu friedlichen Protesten aufrufen. Aber die Polizisten erinnern sich zu frisch an die Ereignisse im Oktober.

Rund 4.000 Polizisten und Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste sind an diesem Mittwoch im und um das Stadion im Einsatz. Sie sollen vor allem dafür sorgen, dass die Mannschaften überhaupt ins Stadion kommen. Insbesondere der Real Madrid-Bus könnte von den Kundgebungen auf den Zufahrtsstraßen aufgehalten werden. Um dies zu verhindern, werden die Mannschaftsbusse beider Mannschaften und der Schiedsrichtermannschaft aus demselben Hotel in Barcelona jetzt auf die 600 Meter lange Fahrt zum Stadion losfahren. Der Verein warnt vor harten Konsequenzen, wenn das Spiel gestört wird.

Die politische Überlastung des Clásico ist nicht neu. Real Madrid ist in Barcelona vor allem als Club des Franco-Regimes (1939-1975) bekannt. Der Diktator war jedoch auch gegenüber Barça großzügig. Als der Verein in den 1960er Jahren den Bau des Camp Nou-Stadions überschuldete, kam das Regime zu Hilfe. Der Verein will davon nichts mehr wissen, er ist das Flaggschiff Kataloniens in seinem Selbstverständnis. Der Schriftsteller Manuel Vázquez Montalbán nannte ihn sogar einmal "das katalanische Heer".

Die Verschärfung des Konflikts in Katalonien vergiftet weiterhin die Stimmung beim berühmtesten Ligaspiel der Welt. Die Unabhängigkeitsbewegung verlangt nun von den Spielern, sich zu positionieren. Weniger als die Hälfte der Katalanen ist dafür, die Region von Spanien zu trennen, während der FC Barcelona zunehmend das Instrument der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung zu sein scheint. Die Banner für ein Abspaltungsrecht auf den Ständen werden bereits größer. Der Verein hatte das Referendum gegen ein Gerichtsverbot bereits 2017 unterstützt. Er verurteilte auch die Haftstrafen für die Politiker, die dieses Referendum initiiert hatten.

Klares Engagement: Messi nach dem Siegtor 2017 in Madrid.


Zu Beginn des Prozesses sprach der Vorsitzende des Vereins, Josep Maria Bartomeu, von einem "unfairen Prozess" und sagte, Barça stehe für Freiheit und Demokratie – der Grund, warum die Urteile so hart waren, war, dass die Verurteilten versuchten, mit der spanischen demokratischen Verfassung zu brechen. Nun soll die Clubleitung mit Vertretern der Unabhängigkeitsbewegung ein neues Banner ausgehandelt haben. Es wurde gesagt, dass keine Einigung erzielt wurde. Weitere Details waren nicht bekannt.

Die Entwicklung scheint unweigerlich, dass das Spiel gegen den ewigen Rivalen aus der spanischen Hauptstadt mit seiner enormen Medienpräsenz immer mehr zur Leinwand für den Kampf um die Unabhängigkeit wird. Sei es die Paraden Ter Stegen, das Dribbling Messis oder auch Tore von Kroos oder Benzema kann etwas ändern, ist ungewiss. Eduard Sallent, Einsatzleiter und Leiter der katalanischen Polizei, warnte Anfang dieser Woche: „Das komplizierteste Szenario wäre ein Weltraumsturm. Eine extreme Situation, die wir nicht für wahrscheinlich, aber möglich halten. "

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