Arbeit für die soziale Wohlfahrt (neue-deutschland.de)

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Der vierte Rentenbericht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für Berlin-Brandenburg enthält ernüchternde Zahlen: Im Vergleich zum durchschnittlichen Renteneinkommen sind die Altersleistungen für neue Rentner deutlich niedriger. Die Kürzungen haben die neuen Bundesländer stärker getroffen, obwohl dort das Renteneinkommen in der Regel höher ist.

Im bundesweiten Vergleich sind im Osten mehr Menschen von der gesetzlichen Rentenversicherung abhängig. Während durchschnittlich rund ein Viertel der Menschen anderweitig betreut wird, beispielsweise durch Beamte oder betriebliche Altersversorgung, sind es in den neuen Bundesländern nur drei Prozent.

Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2018, aktuellere Daten seien noch nicht verfügbar, hieß es am Donnerstag, als der Rentenbericht vorgelegt wurde. DGB-Bezirksvorsitzender Christian Hoßbach fordert angesichts sinkender Renten politische Maßnahmen. „Die rentenpolitischen Rückschläge der neunziger Jahre und der wachsende Niedriglohnsektor spiegeln sich jetzt wider“, sagt Hoßbach. Die Grundrente muss nun so schnell wie möglich „und ohne Erweichung und Kürzung“ durchgesetzt werden.

Dies ist besonders wichtig, da nicht nur der Grundsicherungssatz erhöht wurde, d. H. Der Anteil der Personen, die zusätzlich zu ihren Renten Sozialleistungen beantragen müssen, sondern auch die Armutsgefährdungsquote. Dies gibt den Anteil älterer Menschen an, deren Einkommen unter 60 Prozent des Durchschnittseinkommens liegt. „Viele machen von ihrem Recht auf Sozialhilfe keinen Gebrauch“, sagt Hoßbach. „Informieren Sie sich über Ihre gesetzlichen Rechte und haben Sie keine Angst, Sozialleistungen zu beantragen“, rät der DGB-Bezirksvorsitzende.

Eine weitere Baustelle ist der bessere Schutz für Selbstständige. „Das ist besonders wichtig für die Großstädte und vor allem für Berlin“, sagt Hoßbach. Viele Selbstständige haben zu wenig Einkommen, um sich privat abzusichern. »Wir fordern sehr eine verbindliche Regelung.«

Dem DGB zufolge hat der Arbeitsmarkt auch einen wichtigen Anteil an niedrigen Renten. „Der Niedriglohnsektor muss zurückgedrängt werden“, sagt Hoßbach. Um die Menschen wirksam finanziell zu schützen, muss das Tarifverhandlungssystem gestärkt werden. »Wir fordern die Politik auf, die Tarifregeln für öffentliche Aufträge und allgemein verbindliche Tarifverträge einzuhalten.«

Marianne Kellner ist Versicherungsleiterin bei der Deutschen Rentenversicherung Berlin-Brandenburg. Die ehrenamtliche Rentenberaterin habe mit vielen Menschen zu kämpfen, die finanzielle Ängste bei der Berechnung ihres Renteneinkommens haben, berichtet sie am Donnerstag. „Wenn zwei Mini-Renten zusammenkommen, sieht die Situation nicht rosig aus, vor allem angesichts der aktuellen Mietpreise hier in Berlin“, sagt der Senior der Versicherung. Sie muss daher viele ihrer Kunden an die entsprechenden Sozialdienste verweisen. „Die Schande, dorthin zu gehen, ist sehr groß“, sagt Kellner. Der Freiwillige rät insbesondere jüngeren Menschen, frühzeitig über Rente und Altersvorsorge nachzudenken und sich beraten zu lassen.

Christian Hoßbach empfiehlt, dass Sie sich vor Ihrer Pensionierung nach einem guten Arbeitsverhältnis umsehen. Der Gewerkschafter weiß auch, dass viele Menschen nicht die Möglichkeit haben, auf Minijobs oder Einkommen zu verzichten, die nicht der Sozialsteuer unterliegen. Hoßbach betont jedoch, dass die Arbeitnehmer aktiv daran arbeiten müssen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern, um im Alter finanziell abgesichert zu sein. „Die Botschaft lautet: ‚Verkaufen Sie sich nicht um jeden Preis'“, sagt Hoßbach.

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