Arfan Bhatti gesucht für den Terror in Oslo

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Der norwegische Islamist war kürzlich in Pakistan. Aus diesem Grund haben die norwegischen Behörden laut Quellen von TV 2 kürzlich heimlich die pakistanische Polizei um Hilfe gebeten.

Nun wird Bhatti auch weltweit über die internationale Polizeikooperation Interpol gesucht.

Der Polizeibezirk Oslo untersucht die Massenerschießung vom 25. Juni. Auf einer Pressekonferenz am Freitag teilte die Polizei mit, dass sie nach einem Mann in den Vierzigern suche, der norwegischer Staatsbürger sei. Der Mann wurde wegen Mittäterschaft an Terroranschlägen im Zusammenhang mit der Massenerschießung angeklagt und gesucht.

Laut den Quellen von TV 2 ist es Bhatti, nach dem sie suchen.

Auf der Pressekonferenz sagt Polizeianwalt Børge Enoksen, man wolle den Namen der gesuchten Person nicht preisgeben.

PAKISTAN: Dies ist eines der Gebiete, in denen sich Arfan Bhatti mehrere Zeiträume aufgehalten hat. Foto: Tom Rune Orset / TV 2

– Die Polizei hat grundsätzlich eine Schweigepflicht und wir halten uns daran. Wir kommentieren, dass es sich um einen Mann handelt, einen norwegischen Staatsbürger in den Vierzigern, der wegen Beihilfe zu Terroranschlägen angeklagt wurde, sagt Enoksen.

Bestätigt: Ist in Pakistan

Zuvor wurde der 43-jährige Zaniar Matapour festgenommen und angeklagt.

Laut TV 2 haben Arfan Bhatti und Zaniar Matapour seit einiger Zeit eine Beziehung.

Bhattis ehemaliger Verteidiger John Christian Elden sagt, er habe auch verstanden, dass sich die beiden Angeklagten des Falls schon länger kennen.

Elden schreibt in einer E-Mail an TV 2, dass er keine Informationen zu dem Fall habe.

Elden gibt an, heute mit Bhatti über die gesuchten Informationen gesprochen zu haben.

– Er ist in Pakistan unter einer bekannten Adresse. Von der Polizei habe er nichts gehört, sie wolle Kontakt aufnehmen, schreibt Elden.

– Wer verteidigt Bhatti jetzt?

– Er hat keine Fälle, die uns bekannt oder bekannt sind, also haben wir ihm keinen Verteidiger zur Seite gestellt, schreibt Elden.

Elden sagt, er habe nichts von der norwegischen Polizei gehört.

– Sie haben keine Informationen darüber gegeben, dass er entweder angeklagt oder verdächtigt wird. Die Polizei habe den ganzen Sommer über Angebote erhalten, ihn zu befragen und mit ihm zu sprechen, aber sie habe keine Rückmeldung über die Notwendigkeit einer Befragung gegeben, sagt Elden und fährt fort:

– Er war im Sommer auch mehrmals bei der norwegischen Botschaft in Pakistan, unter anderem um neue Pässe zu bekommen. Es ist also schwer zu verstehen, warum die Polizei Schwierigkeiten haben würde, ihn zu fassen, wenn sie wollte.

Getötet: Zwei Menschen wurden getötet, als der Angeklagte Zaniar Matapour im Juni in zwei Nachtclubs im Zentrum von Oslo auf Gäste schoss.  Foto: Frode Sunde / TV 2

Getötet: Zwei Menschen wurden getötet, als der Angeklagte Zaniar Matapour im Juni in zwei Nachtclubs im Zentrum von Oslo auf Gäste schoss. Foto: Frode Sunde / TV 2

Extremer Islamist

Arfan Bhatti ist einer der prominentesten Islamisten Norwegens. Er ist auch ein ehemaliger Leiter der Umma-Gruppe des Propheten.

Norwegen und Pakistan haben kein Auslieferungsabkommen, dennoch wurden bereits mehrere Angeklagte und Gesuchte in schweren Kriminalfällen an Norwegen ausgeliefert.

– Was halten Sie davon, dass Norwegen kein Auslieferungsabkommen mit Pakistan hat?

– Ich denke, wir arbeiten gut mit den pakistanischen Behörden zusammen, sagt Enoksen.

Der Polizei-Staatsanwalt sagt, er schließe weitere Festnahmen in dem Fall nicht aus.

DER ANSPRUCH: Der 43-jährige Zaniar Matapour und Arfan Bhatti haben nach Angaben von TV 2 seit einiger Zeit eine Beziehung.  Foto: Die Polizei

DER ANSPRUCH: Der 43-jährige Zaniar Matapour und Arfan Bhatti haben nach Angaben von TV 2 seit einiger Zeit eine Beziehung. Foto: Die Polizei

Assists

In der Nacht zum Samstag, den 25. Juni, holte die Polizei ein Bericht über eine Schießerei in der Rosenkrantzstraße in Oslo. Fünf Minuten später wurde der Täter festgenommen. Bei der Schießerei wurden zwei Menschen getötet und über 20 verletzt.

Der Polizeisicherheitsdienst wertet den Anschlag als extrem islamistischen Terrorakt und geht von einer starken Radikalisierung Matapours aus.

Der Polizeisicherheitsdienst (PST) äußert sich nicht zu den jüngsten Entwicklungen in dem Fall.

– Wir können bestätigen, dass wir den Polizeibezirk Oslo bei der Schießerei am 25. Juni unterstützen, darüber hinaus haben wir keinen Kommentar, sagt der Kommunikationsdirektor von PST, Trond Hugubakken, gegenüber TV 2.

ERMITTLER: Die Polizei hat im Zusammenhang mit der Untersuchung der Schießerei in Oslo 570 Befragungen durchgeführt, sagt Polizeianwalt Børge Enoksen.  Foto: Ditlev Eidsmo / TV 2

ERMITTLER: Die Polizei hat im Zusammenhang mit der Untersuchung der Schießerei in Oslo 570 Befragungen durchgeführt, sagt Polizeianwalt Børge Enoksen. Foto: Ditlev Eidsmo / TV 2

Terrorhypothese gestärkt

Der 43-jährige Matapour wird vorgeworfen, Mord und versuchten Mord in terroristischer Absicht begangen zu haben. Er hat sich geweigert, in dieser Angelegenheit befragt zu werden. Am Montag wurde er für weitere vier Wochen in Untersuchungshaft genommen.

Die Terror-Hypothese der Polizei hat sich in dem Fall erhärtet.

– Die Hypothese, dass der Angriff in terroristischer Absicht ausgeführt wurde, hat sich bestätigt, sagt Enoksen von der Osloer Polizei.

Auf der Pressekonferenz am Freitag teilte die Polizei zudem mit, dass die Zahl der Opfer in dem Fall gestiegen sei.

Zuletzt äußerte sich die Polizei zu den Opferzahlen mit knapp über 240. Die neueste Zahl liegt nun bei über 260 Opfern. Insgesamt wurden 570 Interviews geführt.

Nachrichtenredakteurin Karianne Solbrække ist in Sachen Arfan Bhatti inkompetent. Verantwortlich für die Berichterstattung ist Nachrichtenmanager Fredrik Kirkevold.

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