Autismus: „Im Inneren geht so viel vor, die Leute wissen nichts davon“

Die ZO!-Stiftung, die Kernkracht-Stiftung und die Gemeinde Zuidplas achten in diesen Wochen besonders auf unsichtbare Schwachstellen. Von Autismus bis Demenz, von Stress bis Versagensangst. Schließlich haben wir alle etwas. Lesen Sie die Geschichten oder sehen Sie, was Kernkracht en ZO! tun, um Ihnen und den Menschen um Sie herum zu helfen. Weitere Informationen zu dieser Aktion und zur psychischen Gesundheit finden Sie unter www.stzo.nl/allemaalwat.

„Wer kein Vorbild hat, kann eines werden.“ Dieses Zitat ist ein passendes Lebensmotto für Robin Toscani (29). Sein Autismus und seine Krampfanfälle hindern ihn nicht daran, sehr schöne Dinge zu erreichen. Im Gespräch mit dem Gründer des Auticaffe in ‘t Blok.

“Hey Toskana!” Robin wird von einer Jugendbetreuerin der ZO freudig begrüßt! im Jugendzentrum ‘t Blok, wo wir das Interview führen. Robin fühlt sich an diesem Ort in Nieuwerkerk aan den IJssel, wo das besondere Café begann, zu Hause. Ein Ort, an dem junge Menschen sie selbst sein können, ohne überreizt zu sein, wie es oft in einem normalen Café der Fall ist.

„So ein Ort musste her. Das habe ich selbst sehr gut gemerkt. Erst als ich 15 war, wurde bei mir Autismus diagnostiziert. Meine Eltern und ich rannten gegen viele Wände und wussten nicht so recht, was wir tun sollten. Ich landete bei großen Gesundheitsorganisationen, wo ich mich einfach wie eine Nummer fühlte. Ein gutes Beispiel sind die Soos, Abende, die von meinem Gesundheitsdienstleister empfohlen werden, um an mehr sozialen Aktivitäten teilzunehmen. Es wurde nur gebastelt oder Gesellschaftsspiele gespielt. Ich war 17, und das war nicht Teil meines Lebensstils. Da ich eine leichte Form von Autismus habe, wussten sie nicht, was sie mit mir machen sollten. Ich bekam Hausaufgabenhilfe, aber das lief so gut, dass der Betreuer anfing, mit mir Pim Pam Pet zu spielen, um die Zeit zu überbrücken.

Um eine Aktivität in Zuidplas zu haben, die seinen Wünschen entsprach, gründete Robin die Auticaffe mit einer Peer Yoeri de Bree. Das Café war von Anfang an gut gefüllt und sicherlich dank interessanter Gastredner wie Hugo Borst auch innovativ geblieben. „Der rote Faden ist eine sichere Umgebung und die Möglichkeit, man selbst sein zu können. Jeder Mensch mit Behinderung hat verborgene Talente. Betonen Sie das. Viel zu oft wird uns gesagt, was wir nicht können. Oder werden Sie behandelt, als könnten Sie nichts tun? Wenn die Leute mich als Robin kennenlernen, bin ich Robin. Aber wenn sie plötzlich von meinem Autismus hören, habe ich plötzlich einen Stempel. Dann bin ich nicht mehr Robin, sondern Autist. Werden sie mich verwöhnen? Das brauche ich gar nicht. Natürlich brauche ich auch wegen meiner epileptischen Anfälle zusätzliche Anleitung, aber ansonsten möchte ich möglichst auf eigenen Beinen stehen.“

Teilweise aufgrund eines vorübergehenden Umzugs nach Rotterdam – „in Zuidplas gibt es keine Organisation, die betreutes Wohnen für junge Menschen und ältere Menschen mit einer leichten Form von Autismus anbietet“ – übergab er den Staffelstab der Auticaffe vor zwei Jahren. Die Einrichtung hat sich nicht geändert. Es ist ein Ort, an dem man Geschichten erzählen kann, sich sicher fühlt und an dem die Musik etwas weniger laut gespielt wird, also wie beim Ausgehen, aber mit weniger Stimulation,

In Zuidplas gibt es keine Organisation, die betreutes Wohnen für junge Menschen und ältere Menschen mit einer leichten Form von Autismus anbietet

Robin Toscani

Inzwischen weiß Robin gut mit seinem Autismus umzugehen. Und er probiert immer wieder Neues aus. Er arbeitet seit fünf Jahren für Rijkswaterstaat, fährt gerne alleine in den Urlaub und war bei den letzten Wahlen Vorsitzender eines Wahllokals. Aber er kennt seine Grenzen und erkennt die Gefahren.

„Wenn ich einen guten Tag habe, kann ich viel haben. Wenn ich einen schlechten Tag habe, nehme ich manchmal nicht einmal meine Medikamente. Oder kann ich das Geschirr tagelang stehen lassen, weil es zu anstrengend ist und ich überreizt bin. Viele Menschen und Organisationen sehen die Situation entweder schwarz oder weiß, während es wie ich viel Grau dazwischen gibt. Viele Leute denken an den Film Rain Man, wenn sie an Autismus denken, aber normalerweise ist es für andere nicht sichtbar. Niemand sieht, wie voll mein Eimer ist. Wenn ich einen harten Mittwoch hatte, kann ich Donnerstag einfach nicht arbeiten. Dann gab es zu viele Anreize. Das versteht nicht jeder. Sie sehen dich an: „Du bist nicht behindert, oder“? Aber drinnen geht so viel vor, die Leute wissen nichts davon.”

Die Auticaffe findet jeden zweiten Dienstag im Monat ab 19.30 Uhr im Jugendzentrum ‘t Blok statt. Wohnen Sie im Zuidplas oder Umgebung, haben Sie eine Form von normalem bis hochfunktionalem Autismus, ADHS oder sind Sie sehr unsicher, dann ist dieser Abend genau das Richtige für Sie! Auch wenn Sie mit Autismus zu tun haben, sind Sie an diesem Abend natürlich herzlich willkommen. Das Auticaffe steht dafür, in einer Umgebung auszugehen, in der Sie sich wie zu Hause fühlen, andere treffen und Freunde finden können. Aber auch Informationen von Referenten zu verschiedenen Themen rund um Autismus. Der Eintritt ist frei.

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