Belgien kauft 1.250 Affenpocken-Impfstoffe

Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) hat sich für einen europäischen Gruppenkauf von Impfstoffen gegen das Affenpockenvirus angemeldet. In unserem Land sind bereits mindestens sechs Infektionen mit dem Virus bekannt.

Vandenbroucke hat über die neue europäische Behörde für Gesundheitskrisen „Hera“ 1.250 Impfstoffe abonniert. Mit so vielen Impfstoffen kann 625 Menschen geholfen werden. Die Injektionen wären zunächst dem Gesundheitspersonal vorbehalten.

Konkret handelt es sich um einen ImvanexTM-Pockenimpfstoff der dritten Generation. Die erforderlichen europäischen Verfahren und Anwendungshinweise sind noch nicht abgeschlossen, aber unser Land meldet sich bereits für einen Gruppenkauf an. „Durch die enge Zusammenarbeit mit anderen europäischen Mitgliedsstaaten können wir schnell handeln“, sagt Vandenbroucke.

Zwei Updates pro Woche

Die flämische Gesundheitsministerin Hilde Crevits (CD&V) versprach zwei Updates pro Woche zur epidemiologischen Situation. Die Risk Assessment Group (RAG) arbeitet derweil an Empfehlungen für Verdachtsfälle und für Kontaktpersonen bestätigter Fälle. In den kommenden Tagen wird Sciensano auf seiner Website weitere Informationen für Gesundheitsdienstleister bereitstellen.

Derzeit sind in Belgien sechs Fälle von Affenpockenvirus bekannt. Diejenigen, die sich mit dem Affenpockenvirus infizieren, müssen isoliert bleiben, solange sie ansteckend sind, etwa 21 Tage. Auch Risikokontakte der Infizierten müssen etwa 21 Tage lang aufpassen. Bis dahin können Symptome auftreten. Das größte Risiko besteht für Mitbewohner, Sexpartner, Pflegekräfte und andere enge Kontakte. Kontaktpersonen mit hohem Risiko wird empfohlen, in der Nähe von Personen mit geschwächter Immunität, schwangeren Frauen und Kindern besonders vorsichtig zu sein.

Die ersten belgischen Infektionen könnten mit dem Darklands-Fetischfestival in Verbindung gebracht werden. Ob das auch für die Neuinfektionen gilt, sagt Sciensano nicht. Zu den Patienten gehören derzeit viele schwule Männer, aber jeder kann die Krankheit bekommen.

siehe auch  Die EMA beginnt mit der Überprüfung des Pockenimpfstoffs Imvanex

Zwanzig Länder

Inzwischen sind Infektionen in etwa zwanzig Ländern aufgetreten, außerhalb der afrikanischen Länder, in denen Affenpocken verbreitet sind. Tschechien und Slowenien meldeten am Dienstag ihre ersten Fälle. Dass die Krankheit auf europäischem Boden die Runde macht, ist beispiellos. Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, den USA und Australien wurden Fälle festgestellt.

Die Symptome ähneln denen der Pocken: Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost und Hautausschlag. Auf der Haut bilden sich mit klarer Flüssigkeit oder Eiter gefüllte Blasen. Irgendwann brechen diese Blasen auf und es bilden sich Krusten.

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