Blockchain-basierte Stromhandelsplattform in deutscher Gemeinde gestartet

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Verbraucher in Wildpoldsried können Präferenzen für Stromkäufe definieren

Wildpoldsried im bayerischen Allgäu wird als erste deutsche Gemeinde eine Blockchain-basierte Stromhandelsplattform namens Pebbles nutzen, um zur Entwicklung eines lokalen Energiemarktes beizutragen.

Die Plattform ist Teil eines Forschungsprojekts von Siemens, dem Regionalversorger Allgäuer Überlandwerk (AÜW) und verschiedenen Partnern.

Demo-Phase

Während der Demonstrationsphase der Plattform können private Produzenten ihren Strom mithilfe einer App direkt an lokale Verbraucher vermarkten, ohne sich an Vermarkter oder traditionelle Netzbetreiber zu wenden.

Die Marktplattform unterstützt auch die flexible Stromversorgung aus Batteriespeichern oder steuerbaren Lasten wie Wärmepumpen oder Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die Blockchain-Technologie, die die Grundlage für die Verwaltung von Markttransaktionen bildet, soll End-to-End-Transparenz und Vertrauen zwischen den Benutzern schaffen.

Sabine Erlinghagen, CEO von Digital Grid bei Siemens Smart Infrastructure, erklärte, dass die digitale Plattform Hersteller, Verbraucher und Speicher miteinander verbindet, um den lokalen Handel mit Energie zu optimieren.

Sie fügte hinzu: „Dadurch können Systeme, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen, nach Ablauf der staatlichen Subventionen wirtschaftlich attraktiv bleiben und weiterhin CO2-freien Strom produzieren und auf eine Weise in das Netz einspeisen, die dem gesamten System zugute kommt.“

“Dies ist ein wichtiger Beitrag zu den energie- und digitalpolitischen Zielen der Regierung sowie zur Energiewende in der Region Allgäu.”

Verbraucher – auch Kunden – können Präferenzen für Stromeinkäufe festlegen, z. B. den Prozentsatz und den Preis für Strom aus lokalen Photovoltaik- und Windenergieanlagen. Ziel des Pebbles-Projekts ist es, mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu demonstrieren, dass durch lokale Energie- und Flexibilitätsgeschäfte Engpässe im Netz vermieden werden können, wodurch die mit der Energiewende verbundenen Kosten gesenkt werden.

„Das Kieselprojekt ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie verschiedene Akteure aus Wissenschaft, Industrie und öffentlichem Sektor gemeinsam an einer innovativen Lösung arbeiten können“, sagte Andreas Feicht, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. “Dies ist ein wichtiger Beitrag zu den energie- und digitalpolitischen Zielen der Regierung sowie zur Energiewende in der Region Allgäu.”

Eindimensionale Energiesysteme, bei denen Lieferanten Energie auf passive Objekte übertragen, werden durch intelligente mehrdimensionale Modelle abgelöst, bei denen zuvor passive Verbraucher zu aktiven Verbrauchern oder sogar Produzenten werden. Mit Hilfe von steuerbaren Lasten oder Energiespeichern können sie auch Flexibilität schaffen, um Schwankungen bei der Stromerzeugung auszugleichen.

Dekarbonisierung

Der von der Bundesregierung gewählte Weg zur Dekarbonisierung erfordert eine weitere Erhöhung des Stromanteils der dezentralen Erzeuger. Mit der Umstellung auf Elektromobilität und Wärmepumpen steigen gleichzeitig die Zahl der Stromverbraucher und der Strombedarf. Diese Änderungen können vorübergehende Engpässe im Stromnetz sowie Stromschwankungen verursachen, die behoben werden müssen.

Dies erfordert an bestimmten Stellen des Verteilungsnetzes einen intensiven Ausbau, der mit hohen Kosten verbunden ist. Projekte wie Pebbles zielen darauf ab, Netzbetreibern echte Alternativen zum kosten- und zeitintensiven Netzausbau aufzuzeigen. Gleichzeitig erfüllen sie die Anforderungen der Endnutzer nach einer aktiveren Rolle im Energiesystem.

„Wenn wir es nicht tun, wird es jemand anderes tun, weil der Markt es verlangt. Wir möchten lieber als innovativer Plattformbetreiber auftreten, der die Energiewende unterstützt, als uns aus dem Spiel herauszuhalten. “

„Als regionaler Energieversorger sind wir seit Jahren an zahlreichen Projekten zur Zukunft der lokalen Energie beteiligt. Wir warten nicht auf Lösungen. Wir entwickeln sie weiter “, sagte Michael Lucke, CEO von Allgäuer Überlandwerk.

„Auf die Frage, warum wir als Stromversorger eine Plattform entwickeln, die uns im Stromhandel‚ überflüssig ‘macht, antworte ich glücklich: ‚Wenn wir das nicht tun, wird es jemand anderes tun, weil der Markt es verlangt’. Wir möchten lieber als innovativer Plattformbetreiber auftreten, der die Energiewende unterstützt, als uns aus dem Spiel herauszuhalten. “

Die Projektpartner Siemens, AÜW, Netzbetreiber AllgäuNetz, Fachhochschule Kempten und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnologie (FIT) haben gemeinsam Plattform, Managementsysteme und App unter Berücksichtigung von Netzbeschränkungen sowie Produktions- und Lastprognosen entwickelt.

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