Boeing-Zulieferer entlässt aufgrund der MAX-Krise 2.800 Mitarbeiter

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Hier finden Sie regelmäßig Neuigkeiten über den großen US-amerikanischen Flugzeughersteller, von Problemen mit der Produktion über das Verfahren zur Neuzulassung der Boeing 737 Max bis hin zur aktuellen Entwicklung der Boeing-Aktie.

+++ 14. Januar: Boeing-Zulieferer entlässt 2800 Mitarbeiter wegen MAX-Krise +++

Aufgrund des Produktionsstopps der Boeing 737 MAX entlässt der Flugzeugzulieferer Spirit AeroSystems 2.800 Mitarbeiter. Das entspricht 16 Prozent der Belegschaft. Die MAX-Maschinen machten die Hälfte des Jahresumsatzes aus und Boeing hatte noch nicht angekündigt, wie lange der Produktionsstopp dauern würde. Spirit AeroSystems baut unter anderem den Rumpf für die Boeing 737 MAX.

Aufgrund des weltweiten Flugverbots mussten Fluggesellschaften Tausende von Flügen stornieren und andere Maschinen einsetzen. Sie fordern daher eine Entschädigung von Boeing. Der Flugzeughersteller hat im Juli 5,6 Milliarden US-Dollar für solche Zahlungen zurückgestellt.

+++ 8. Januar: Piloten der Boeing 737 Max sollen im Simulator trainieren +++

Kehrtwende und später Einblick bei Boeing: Der US-amerikanische Flugzeughersteller hat sich jetzt dafür ausgesprochen, Piloten in Flugsimulatoren auszubilden, bevor die 737 Max erneut zugelassen wird. Neben dem Training am Computer sollten alle Max-Piloten Simulatoren trainieren, so das unter massivem Druck stehende Unternehmen. Interimschef Greg Smith sagte, Sicherheit habe bei Boeing „oberste Priorität“. Sollte die US-Flugsicherung FAA dem Vorschlag zustimmen, sollte sich die Wiederaufnahme des Flugbetriebs der 737 Max weiter verzögern.

Eine solche Schulung in Simulatoren ist für Fluggesellschaften teuer. Boeing hatte zuvor argumentiert, dass ein Training am Computer ausreichend sei. Die Flugsicherungsbehörden der Europäischen Union und Kanadas sehen die Dinge anders und fordern, dass Simulatoren geschult werden, bevor sie wieder in Betrieb genommen werden, damit verschiedene Flugszenarien realistisch abgespielt werden können.

+++ 6. Januar: Neues Boeing-Problem – Kurzschlussgefahr beim 737 Max +++

Neben der umstrittenen MCAS-Software ist bei der Boeing 737 Max ein neues Problem bei der Überprüfung des Unglücks des Unglückspiloten aufgetreten: Nach Angaben der „New York Times“ sind zwei Kabelbäume so eng im Heck verlegt, dass ein Kurzschluss entsteht kann auftreten. Boeing entdeckte die Sicherheitslücke im Dezember und dann die Federal Aviation Administration (FAA). Die Luftfahrtbehörde FAA stufte die Gefahr als potenziell „katastrophal“ ein, was im schlimmsten Fall zu Abstürzen führen kann. Der Bericht sieht auch die Überprüfung älterer 737-Typen vor, z. B. der Boeing 737-600 bis -900.

+++ 3. Januar: Boeings Krise um das 737 Max-Modell setzt Ryanair +++ fort

Die schwere Krise bei Boeing mit dem Mittelstreckenjet Boeing 737 Max belastet weiterhin die größte europäische Billigfluggesellschaft Ryanair. „Wir haben ein Problem – und es hat drei Buchstaben“, sagte Firmenchef Michael O’Leary von der „Wirtschaftswoche“. Die irische Fluggesellschaft sollte bis zum nächsten Sommer 58 Flugzeuge haben. „Dann ging es runter auf 30, dann auf 20, dann auf zehn und schließlich vielleicht nur auf fünf. Wir werden die ersten Jets vielleicht erst im Oktober 2020 bekommen.“ Ryanair hatte 135 Exemplare des Mittelstreckenjets bestellt, aber nach zwei Abstürzen konnte das US-Unternehmen den Typ seit März letzten Jahres nicht mehr ausliefern.

+++ 2. Januar 2020: Turkish Airlines erhält eine Entschädigung in Höhe von 225 Mio. USD von Boeing +++

Turkish Airlines und der US-amerikanische Flugzeughersteller Boeing haben sich darauf verständigt, angesichts der Jet 737 Max-Krise eine Entschädigung zu zahlen. Die Zeitung Hürriyet berichtete, dass Turkish Airlines 225 Millionen US-Dollar erhalten habe. Dies deckt die Verluste der Fluggesellschaft im Jahr 2019 ab. Die Fluggesellschaft erklärte lediglich: „Turkish Airlines und Boeing haben vereinbart, bestimmte Verluste auszugleichen, die dadurch entstanden sind, dass Boeing 737 Max-Flugzeuge am Boden verblieben und nicht ausgeliefert wurden.“

Bei Turkish Airlines blieben 12 Flugzeuge des Typs am Boden. Außerdem sollte Turkish Airlines 2019 zwölf der Flugzeuge erhalten. Aufgrund des Flugstopps und der nicht zugestellten Flugzeuge musste Turkish Airlines die Tarife erhöhen und Inlandsflüge kürzen. Anfang Dezember berichteten türkische Medien, dass die Fluggesellschaft auch bereit sei, Boeing für die Verluste zu verklagen.

+++ 23. Dezember 2019: Boeing-Chef Muilenburg tritt zurück +++

Dennis Muilenburg, CEO von Boeing, legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Boeing gab am Montag bekannt. Er soll von David Calhoun abgelöst werden, der derzeit den Verwaltungsrat leitet.

Boeing steckt nach zwei Flugzeugabstürzen des Modells 737 Max in der Krise. Flieger weltweit mussten monatelang am Boden bleiben. Letzte Woche kündigte Boeing einen vorübergehenden Produktionsstopp für das Modell an.

Die offizielle Pressemitteilung von Boeing legt nahe, dass Muilenburg nicht ganz freiwillig zurückgetreten ist: „Der Verwaltungsrat ist zu dem Schluss gekommen, dass ein Wechsel in der Geschäftsführung notwendig geworden ist, um den Vertrauensverlust von Aufsichtsbehörden, Kunden und Aktionären auszugleichen“, so der Flugzeughersteller Erklärung. Weiterlesen Hier,

+++ 20. Dezember: United Airlines storniert bis Juni 737 Max-Flüge +++

Die US-Fluggesellschaft United Airlines bereitet sich auf eine noch längere Zwangspause von Boeings Krisenjet 737 Max vor. Das Flugzeug, dessen Start nach zwei Abstürzen verboten war, wird bis zum 4. Juni aus dem Flugplan gestrichen, teilte United am Freitag mit. Das Unternehmen hatte zuvor mit einem Ausfall bis März gerechnet. Die beiden anderen großen US-Fluggesellschaften mit 737 Max-Modellen in der Flotte – Southwest und American – hatten die Flüge mit dem Flugzeug bis April abgesagt.

Der 737 Max darf seit Mitte März 2019 nach zwei Stürzen mit insgesamt 346 Toten nicht mehr abheben. Derzeit gibt es kaum Anhaltspunkte für eine rasche Rückmeldung. Nachdem die US-Flugsicherung FAA Boeing kürzlich vor unrealistischen Flugplänen gewarnt hatte, kündigte die Gruppe am Montag an, die Produktion ab Januar vorübergehend einzustellen. Dies erhöht den Druck auf die Fluggesellschaften, die mehrere Flüge absagen mussten und auf zahlreiche bestellte Jets warten.

+++ 20. Dezember: Starliner-Raumschiff gestartet – aber nicht zur ISS +++

Beim ersten Testflug vom Boeing-Raumschiff „Starliner“ zur ISS-Raumstation gab es Probleme. Nach dem Raketenstart am Freitagmorgen (Ortszeit) vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral befand sich die Kapsel in einer stabilen Umlaufbahn um die Erde, schrieb NASA-Chef Jim Bridenstine auf Twitter. Es ist jedoch ein Laufwerk ausgefallen, das zum Erreichen der ISS erforderlich war. Bridenstine kündigte eine Pressekonferenz für Freitagmorgen (Ortszeit) an. Im ersten Dauertest waren keine Personen an Bord. Boeing will künftig im Auftrag der US-Raumfahrtbehörde NASA den „Starliner“ einsetzen, um amerikanische Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) zu bringen. Am Samstag sollte das Raumschiff tatsächlich zum ersten Mal am Außenposten der Menschheit in 400 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche anlegen. Danach wird seine Rückkehr für den 28. Dezember erwartet.

+++ 18. Dezember: Southwest Airlines storniert 737 Max-Flüge bis April +++

Angesichts der großen Unsicherheit um den Boeing 737 Max-Krisenjet bereiten sich die großen US-Fluggesellschaften auf eine weitere Zwangspause vor. Southwest Airlines kündigte an, das Flugzeug, das nach zwei verheerenden Unfällen für längere Zeit vom Start ausgeschlossen war, zu entfernen. Der 737 Max wird voraussichtlich bis zum 13. April nicht mehr verwendet.

American Airlines hatte letzte Woche angekündigt, Boeings unglückliches Flugzeug erst im April einsetzen zu wollen. Die Fluggesellschaften gehen nun davon aus, dass das Versagen des wichtigen Modells, das seit Mitte März nicht mehr starten durfte, über ein Jahr andauern wird.

+++ 17. Dezember: Boeing stellt die Produktion des 737 MAX ab Januar vorübergehend ein +++

Boeing wird die Produktion des Krisenjets 737 Max wegen der großen Unsicherheit über eine Neuzulassung ab Januar vorübergehend einstellen. Der Flugzeugtyp ist seit Mitte März vom Start ausgeschlossen. Grund sind zwei Abstürze innerhalb weniger Monate, bei denen zahlreiche Menschen starben. Boeing hatte bereits im April die Produktion von 737 Flugzeugen deutlich reduziert und die monatliche Produktionsrate von 52 auf rund 42 Flugzeuge gesenkt.

Da Boeing die Maschinen jedoch erst nach ihrer erneuten Registrierung ausliefern darf, entstehen hohe Kosten und logistische Probleme. Laut Boeing müssen daher derzeit rund 400 Flugzeuge zwischengelagert werden, was zunehmend zu Platzmangel führt. Der Leiter der US-Luftfahrtaufsichtsbehörde (FAA) machte Boeing letzte Woche klar, dass der Flugzeughersteller einen „unrealistischen“ Plan verfolgt. Weiterlesen Hier,

Video: Nur die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA entscheidet über die Zulassung des 737 MAX<video id="video_videoPlayer11715" poster="https://image.stern.de/9021062/16x9-940-529/f9558fbb98bb35fcd98ae1a847726b7e/lX/27-nur-us-flugbehoerde-faa-wird-ueber-zulassung-der-737-max-entscheiden-6109465106001-1.jpg" data-x-account="1203065853" data-x-player="Byqs6Rblz" data-x-video-id="ref:b6785bce-4f35-4f21-a88c-f5e00e3e0edb" data-x-embed="default" data-element-id="video_videoPlayer11715" data-x-setup="{"controls":true,"plugins":{"pip":{"url":"https://players.brightcove.net/videojs-pip/1/videojs-pip.js","params":{"closeable":true,"viewable":"0.66","height":255,"width":400,"posX":"right","posY":"bottom","manualContainerSize":true}},"chartbeat":{"url":"https://static.chartbeat.com/js/chartbeat_video.js","params":{"uid":"30537","domain":"stern.de"}}},"ima3":{"debug":false,"requestMode":"onplay","numRedirects":10,"timeout":8000,"hardTimeouts":true},"currentArticle":[{"id":9021060,"url":"https://www.stern.de/panorama/video-nur-us-flugbehoerde-faa-wird-ueber-zulassung-der-737-max-entscheiden-9021060.html","kicker":"Video","title":"Nur US-Flugbehörde FAA wird über Zulassung der 737 MAX entscheiden","staticTitle":"9021060:Video-Nur US-Flugbehörde FAA wird über Zulassung der 737 MAX entscheiden","seoTitle":"Video: Nur US-Flugbehörde FAA wird über Zulassung der 737 MAX entscheiden","teaserText":" Die Behörde teilte mit, dass sie die notwendigen Zertifikate für eine Flugerlaubnis für die 737 MAX erst erteilen werde, wenn die Qualitätskontrolle und Verifizierungsprozesse sowie weitere Boeing-Verfahren alle regulatorischen Standards erfüllen.","imageUrl":"https://image.stern.de/9021062/16x9-940-529/f9558fbb98bb35fcd98ae1a847726b7e/lX/27-nur-us-flugbehoerde-faa-wird-ueber-zulassung-der-737-max-entscheiden-6109465106001-1.jpg","videoUrl":"ref:b6785bce-4f35-4f21-a88c-f5e00e3e0edb","duration":61,"sources":[["FEEDAGENTUREN","Reuters"]],"technicalTags":[]}],"noAds":false,"autoplay":false,"logoUrl":"https://www.stern.de/resource/blob/7231600/ca70b2f1ed53b999a1824c536aa08914/logo-stern-white-25x34-png-data.png","duration":61022,"embedLink":"https://www.stern.de/action/7097106/videoembed?videou003d9021060","pipEnabled":false,"defaultTargetParams":"u0026fwd_j4u003d1:2u0026fwd_j5u003d2:3:4u0026fwd_n2u003d3:4u0026fwd_n3u003d3:4u0026fwd_a0u003d2u0026fwd_b1u003d2u0026fwd_b2u003d2u0026fwd_n7u003d3:4u0026fwd_a9u003d2u0026fwd_b8u003d2u0026fwd_b6u003d2u0026fwd_n0u003d3:4u0026fwd_j3u003d3:4u0026fwd_a1u003d2","share":"ems_stern","embedded":true,"adb":true}" class=" video-js vjs-aspectratio-16x9 embedded" controls=""/>

+++ 12. Dezember. Whistleblower erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen Boeing +++

Ein ehemaliger Boeing-Manager erhob bei einer Anhörung im Rahmen eines Kongresses am Mittwoch (Ortszeit) in Washington schwere Vorwürfe gegen den Flugzeughersteller. „Ich habe eine Fabrik im Chaos gesehen und einige Monate vor dem ersten Absturz ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Fertigungsqualität gegenüber Führungskräften von Boeing geäußert“, sagte Ed Pierson. Vor dem zweiten Unfall meldete er erneut Probleme, aber keiner seiner Hinweise tat etwas. Boeing wird verdächtigt, das unglückliche Flugzeug auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Die Gruppe bestreitet dies, hat aber Fehler in der 737 Max zugegeben. Weiterlesen Hier,

+++ 7. Dezember: Boeing muss eine Strafe in Höhe von 3,9 Mio. USD zahlen +++

Nach Angaben der Federal Aviation Administration (FAA) hat Boeing defekte Teile in 133 Jets der Boeing 737-Serie eingebaut. Trotz des Wissens wurden diese Maschinen für die endgültige Zertifizierung der Lufttüchtigkeit registriert. Die störenden Komponenten sind sogenannte Lamellenbahnen an den verstellbaren Lamellenklappen. Die Behörde gibt dem Flugzeughersteller 30 Tage Zeit, um Stellung zu nehmen. Andernfalls wird eine Strafe von 3,9 Millionen US-Dollar verhängt – das entspricht 3,5 Millionen US-Dollar. Weiterlesen Hier,

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