Bundesliga: Verwirrung, Verzweiflung und Ekstase als Köln lebt, um an einem anderen Tag zu kämpfen | Sport | Deutscher Fußball und wichtige internationale Sportnachrichten | DW

| |

Der ekstatische Jubel verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf der Straße hinter dem RheinEnergieStadion in Köln.

Im Stadion hatte Sebastian Andersson die Kölner gegen Schalke mit 1:0 in Führung gebracht und musste auf Siegkurs in die Abstiegs-Playoffs der Bundesliga einziehen.

Draußen sprangen Fans, die Radio gehört hatten oder versuchten, Livestreams zu verfolgen, in die Luft, fielen sich in die Arme oder rannten einfach wild herum. Vielleicht, nur vielleicht, ging Köln noch nicht unter.

Da kamen die gefürchteten Worte aus den Lautsprechern eines Fans: “… das Tor wird geprüft…” – das Ziel wird überprüft.

Diesmal verbreitete sich die Nachricht langsamer. Die Fans drängten sich mit dem Radio um den Ventilator und versuchten zu hören, was der Kommentator ihnen sagen konnte. Drei lange Minuten dauerte es. Offenbar hatte es im Aufbau ein Foul gegeben. Nein, das hatte es definitiv gegeben. Der Video-Schiedsrichterassistent (VAR) schloss das Tor aus.

“Niemand hier im Stadion weiß warum!” schrie der lokale Radiokommentator, der möglicherweise völlig neutral war oder nicht. “In einem Spiel wie diesem eine solche Entscheidung zu treffen, das erfordert etwas Mut!”

Die Reaktionen von außen waren weniger diplomatisch, da das umstrittene VAR-System verflucht wurde und klar und deutlich gesagt wurde, wohin es gehen sollte.

Köln stand wieder auf Platz eins. Sie brauchten ein Ziel. Und sie hatten weniger als 20 Minuten, um es zu bekommen.

Kleine und große Kölner Fans waren gekommen, um ihre Mannschaft von außerhalb des Stadions zu unterstützen

„Ein bisschen Realität“

Der Tag hatte für die Kölner Fans mit gemischten Gefühlen begonnen.

Auf der einen Seite die Angst und die Angst vor dem siebten Abstieg seit 1998, sollte die Mannschaft nicht gewinnen. Auf der anderen Seite die Freude, auf dem Weg zum Spiel Freunde und Bekannte wiederzusehen – die allerdings keiner von ihnen besuchen konnte.

Trotzdem war der Aufruf an die Fans ergangen, sich hinter dem Stadion zu versammeln, und etwa 3.000 kamen. Einige trugen Bierkisten oder Lunchpakete, andere hatten Klappstühle. Die meisten trugen rote und weiße Schals und Mützen gegen Wind und Regen.

“Es ist einfach toll, wieder mit anderen zum Fußball zu gehen”, sagte der eine, der mit der Straßenbahn die kurze Fahrt durch die Stadt zurückgelegt hatte, ein anderer sagte, er sei mit seiner Tochter aus dem nahegelegenen Koblenz gefahren: “Wir” Ich habe die Spiele die ganze Saison im Fernsehen verfolgt, aber es ist nicht dasselbe, wir sind gekommen, um ein bisschen Realität zu machen!”

Hinter dem Stadion hatte der Verein Zäune errichtet, um die Fans von den Tribünen fernzuhalten. Vor den Zäunen säumten Polizeiwagen die Straße. Rund 400 Polizisten seien „zum Schutz der Ansammlung und zur Verhinderung von Zusammenstößen zwischen rivalisierenden Fans“ im Einsatz gewesen – obwohl es absolut keine Andeutungen gab, dass Schalke-Fans auftauchen würden, da sie alle Spiele ihrer Mannschaft nicht besucht hatten Jahreszeit.

„Sie müssen kämpfen! Wir gehen runter!’

Eine Stunde vor Anpfiff bildeten Kölns Ultras eine Ehrenwache entlang der Straße zum Stadion und zündeten auf der Strecke beim Eintreffen des Mannschaftsbusses Leuchtraketen und Rauchbomben. Aber sie verschwanden nach dem Anpfiff und überließen die Unterstützung den verbliebenen Fans, die sich hinter dem Stadion versammelt hatten.

Versammelt um iPads oder Radio hören, verfolgten die meisten Veranstaltungen, die sich über den Parkplatz und das Spielfeld hinter dem Stadion verteilten. Die überwiegende Mehrheit hielt Abstand und trug Masken. Etwa 300-400 jüngere Fans versammelten sich näher am Zaun, drängten sich zusammen, sprangen, sangen und zündeten Fackeln.

Köln begrüßt sein Team mit Fackeln und Fahnen

Kölner Fans haben ein Spektakel geschaffen, um ihre Mannschaft zu inspirieren

Ein Kollege berichtete, dass sie im Stadion deutlich hörbar waren, wo die Unterstützung zunächst zu helfen schien, als Köln mehrere gute Frühchancen erspielte, die jedoch jedes Mal von Schalke-Torhüter Ralf Fährmann verwehrt wurden.

Der Optimismus stieg, als die Nachricht durchsickerte, dass Abstiegskonkurrent Werder Bremen (ausgerechnet gegen Kölns Erzrivalen Borussia Mönchengladbach) verlor und auch Arminia Bielefeld in Rückstand geraten war. Nur damit letzteres vom VAR korrigiert wird und Bielefeld dann selbst in Führung geht.

Optimismus und Hoffnung, Verwirrung und Frust – die emotionale Achterbahnfahrt nahm Fahrt auf, doch eine Gewissheit blieb: Köln musste gewinnen. Und Köln musste punkten.

“Wir haben die letzten 15 Minuten nichts getan, es wird typisch sein, wenn die anderen nicht gewinnen, aber wir auch nicht!” verzweifelt ein Fan. “Sie müssen kämpfen! Wir gehen unter!”

Und Köln kämpfte und erspielte sich Chancen, aber Fährmann hatte sein bestes Spiel der ganzen Saison, rettete vor Jonas Hector und dann wieder vor Andersson, als die Billy Goats in Richtung Zweiter Liga aufstiegen.

Doch Jan Thielmann erwischte den Ball und hämmerte ihn über den Strafraum, wo vier Minuten vor dem Ende der belgische Verteidiger Sebastian Bornauw am hinteren Pfosten zum Kopfballtreffer stieg.

Draußen, etwa hundert Meter entfernt, brach erneut ein Pandämonium aus. Und diesmal gab es kein Eingreifen von VAR.

Mit der 4:2-Niederlage gegen Bremen und dem automatischen Abstieg stand Köln im Playoff. Sicher, vorerst.

.

Previous

Pro Football Hall of Fame überreicht Awards of Excellence

DB Schenker kauft fast 1.500 Elektro-Lkw

Next

Leave a Comment

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.