Bundesweiter Mangel an lebensrettenden Epipen: „Ist extrem gestresst“

Es hätte keine halbe Minute länger dauern sollen, bis Liesbeth de Vries (65) tot war. Vor etwa zehn Jahren hatte sie eine allergische Reaktion auf einen Wespenstich. Ihr Körper erlitt einen Schock, so sehr, dass sie schließlich wiederbelebt werden musste. Sie wurde mit heulenden Sirenen ins Krankenhaus gebracht.

Epipen immer in der Tasche

Wird Liesbeth erneut gestochen, kann ein Epipen helfen, das Anti-Allergie-Medikament kann lebensrettend sein. Doch Liesbeth tut alles, um die Wespen auf Distanz zu halten. Sie sitzt nicht mehr auf überfüllten Terrassen voller süßer Getränke, isst nicht mehr draußen und trägt kein Parfum oder Deo mit Duft.

Vor zwei Wochen hatte sie gehört, dass ein Wespenplage bevorsteht. Seitdem trägt sie ihren Epipen; in einer Bauchtasche. Aber die Flüssigkeit im Stift ist trüb und kann daher nicht mehr verwendet werden. “Ich bin sehr gestresst, weil sie keine neuen in der Apotheke haben. Es ist nichts mehr auf Lager und der Apotheker hat mir gesagt, dass Epipens schwierig zu liefern sind.”

National nicht verfügbar

„Es stimmt, dass der Epipen im Moment nicht verfügbar ist“, sagt ein Sprecher des KNMP, des Berufsverbandes der Apotheker. „Es gibt Alternativen wie den Jext und den Emerade, die ebenfalls Stifte mit Adrenalin sind.“

Auch ein Großhändler erkennt die nationalen Versorgungsprobleme. “Wir erwarten, dass der Jext, ein ähnlicher Stift, gegen Ende dieser Woche erneut geliefert wird.” Aber die Frage ist, wie viele es gibt und ob alle Apotheken ihre Schränke damit füllen können.

Der Hersteller der Epipens hat den Apothekern heute Nachmittag mitgeteilt, dass die Pens nächste Woche geliefert werden. Es ist nicht bekannt, wie viele es sind und wie die Lieferungen für die folgenden Wochen verlaufen.

Alternativen auch auf

Das Problem für Liesbeth und alle anderen mit einer allergischen Reaktion ist nicht nur der Mangel an Epipen, sondern an allen Alternativen. „Der Jext und der Emerade, eine Alternative zum Epipen, dem Epipen für Jugendliche und Tavegyl, Tabletten, die viel weniger stark sind, sind in unserem Großhandel nicht erhältlich“, sagt Apothekerin Famke Vriezen von der BENU-Apotheke in Hoorn.

Ihrer Meinung nach muss man mit dem Vorrat der Apotheke etwas Glück haben. „Wir konnten es lösen, indem wir Stifte mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum bis Ende August vergeben, bis dahin werden die Jext-Stifte wieder ausgeliefert.“

Aus Deutschland

Eine andere Lösung besteht ihrer Meinung nach darin, die Stifte aus Deutschland zu importieren. Das Gesundheits- und Jugendinspektorat muss die Erlaubnis dazu erteilen, das Inspektorat hat dies noch nicht getan. „Der epipen ist nicht für den Import freigegeben. Aber Menschen mit einem Rezept vom Hausarzt können in Deutschland einen Pen bekommen.“

Einziges Manko ist der Preis. Dort sind die Stifte deutlich teurer.

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