China verschärft die Schutzmaßnahmen gegen seine Bürger

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Peking Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen hat weiter zugenommen. Der erste Tod des Erregers außerhalb Chinas wurde am Sonntag gemeldet. Auf den Philippinen starb ein 44-jähriger Mann aus der chinesischen Stadt Wuhan, dem Epizentrum des neuartigen Virus, an einer Lungenentzündung.

Am Wochenende war die Zahl der Infizierten auf über 14.550 und die Zahl der Todesfälle auf 305 angestiegen. Bis auf das jüngste Opfer auf den Philippinen waren alle in China gestorben. Auch in Deutschland stieg die Zahl der Infizierten auf zehn. Nach Angaben des Bayerischen Gesundheitsministeriums sind die bisher Infizierten in einem stabilen Zustand.

Am Samstag landete in Frankfurt ein Bundeswehrflug, der 128 deutsche Staatsbürger und deren Angehörige aus Wuhan und Umgebung geflogen hatte. Wie sich nach einer Überprüfung herausstellte, waren zwei Passagiere mit dem Virus infiziert. Beide seien bei der Abreise in Wuhan und bei der Ankunft in Frankfurt beschwerdefrei, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die anderen Passagiere befinden sich derzeit in einer Kaserne in Germersheim in Quarantäne.

Weltweit wächst die Besorgnis über die Ausbreitung des Erregers. Andere Länder wie die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich waren aus der versiegelten Stadt Wuhan geflogen. Immer mehr Länder schotten sich auch vor Reisenden aus China ab. Australien, die USA, Neuseeland und die Philippinen wollen nicht länger, dass Ausländer aus China in das Land einreisen.

China verschärft weiterhin die Beschränkungen für seine Bürger. Am Sonntag ordneten die örtlichen Behörden in Wuhan an, dass alle Personen, die im Verdacht stehen, mit dem Virus infiziert zu sein, in Quarantänestationen gehen sollen. Medien zufolge darf in Huanggang, einer Stadt mit sieben Millionen Einwohnern in der Nähe von Wuhan, nur ein Familienmitglied pro Haushalt das Haus verlassen, um Besorgungen zu erledigen.

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Der verlängerte Urlaub endet

China erwartet in dieser Woche eine Welle von Reisen, da die Neujahrsfeiertage offiziell zu Ende gehen, nachdem die Regierung sie aufgrund des Koronavirus verlängert hat. Viele Menschen waren aus den Städten zu ihren Verwandten gereist und kehren jetzt zurück. Berichten lokaler Medien zufolge müssen Reisende an Bahnhöfen Temperaturkontrollen unterzogen werden. Personen mit mehr als 37,3 Grad sollten den Bahnhof nicht betreten dürfen.

In weiten Teilen Chinas steht das Leben weitgehend still. In der Hauptstadt Peking gibt es kaum Autos auf den Straßen, Geschäfte und Restaurants sind geschlossen. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg haben 14 Provinzen und Städte, auf die 2019 insgesamt 69 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts entfielen, die Feiertage wegen des Erregers bis zum 9. Februar verlängert.

Die Erweiterung betrifft die Provinz Guangdong, Heimat der Technologiemetropole Shenzhen, und Shanghai. Andere Provinzen und Städte hatten die Unternehmen angewiesen, ihre Mitarbeiter nur in Ausnahmefällen ins Büro zu holen. Auch zahlreiche deutsche Unternehmen sind von den Pausen betroffen. Der Autobauer BMW verlängerte die Betriebsferien in seinen drei Werken in Shenyang bis zum 9. Februar, und VW will die Produktion in China erst am 10. Februar wieder aufnehmen.

Experten erwarten, dass die Folgen des Koronavirus das Wirtschaftswachstum Chinas im ersten Quartal belasten werden. Auch deutsche Unternehmen werden die Krise entsprechend spüren. Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, erwartet in einer kurzen Analyse, dass das Coronavirus “erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Autoindustrie” hat.

Mehr: Sie können die neuesten Entwicklungen im Koronavirus in unserem Nachrichtenblog lesen.

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