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“Dann hätten viele Spieler in der Bundesliga keinen Vertrag” TIME ONLINE

Luca Kilian, Innenverteidiger beim SC Paderborn, war einer der ersten Fußballprofis, die sich mit dem Corona-Virus infizierten. Daher musste ein Teil des Teams unter Quarantäne gestellt werden. Nach zwei Tagen Fieber und Schüttelfrost geht es Kilian besser. Der Sportdirektor des Vereins, Martin Przondziono, muss das Ungeplante planen: Wann und wie kann seine Mannschaft wieder Fußball spielen?

ZEIT ONLINE: Herr Przondziono, wie geht es Ihnen und Ihrem Team?

Martin Przondziono: Ich bin ok. Im Moment gibt es viel Arbeit, aber sicherlich können es viele. Dem Team geht es bisher gut. Außer Luca Kilian zeigt niemand Symptome. Im Moment ist jeder, der Kontakt zu Luca hatte, dabei Quarantäne. Wir haben das gesamte Team testen lassen und erwarten die Ergebnisse am Donnerstag (Editor’s Update: Alle anderen Tests waren negativ).

ZEIT ONLINE: Wie verbringen Spieler die Tage in Quarantäne?

Przondziono: Jeder nutzt die Zeit für sich. Diejenigen, die zu Hause sind, werden sich bestimmt langweilen. Die Spieler nahmen Hanteln und ähnliches aus unserem Fitnessraum. Wir haben auch Spinning-Bikes an alle geliefert. So können sie jeden Tag trainieren und zumindest die Grundfitness aufrechterhalten. Die Trainingspläne werden kontinuierlich angepasst und den Spielern zur Verfügung gestellt.

ZEIT ONLINE: Gibt es Anzeichen von Lagerungsrissen?

Przondziono: (lacht) Bisher hat mich niemand angerufen und gesagt: “Bring mich hier raus.” Die Jungs kommunizieren miteinander, daher habe ich keine Einsicht.

ZEIT ONLINE: Sie sind der Manager einer unter Quarantäne gestellten Fußballmannschaft. Wie schaffst du das?

Przondziono: Vor allem stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Wenn es eine Unsicherheit gibt, versuchen wir sie direkt zu beseitigen. Insbesondere unser Sporttrainer und Teammanager leisten hervorragende Arbeit. Es passierte ziemlich plötzlich. Die Spieler, die unter Quarantäne gestellt werden mussten, wurden um 10 Uhr getestet, um 10:30 Uhr nach Hause geschickt und durften das Haus nicht verlassen. Es war keine Zeit mehr zum Einkaufen. Dies ist besonders schwierig für Einzelspieler aus dem Ausland.

ZEIT ONLINE: Sie schleppen also derzeit Einkaufstaschen anstelle von Papierstapeln?

Przondziono: Glücklicherweise erledigt eine lokale Supermarktkette das für uns. Aber am Ende geht es um Menschen, nicht um Fußballspieler. Wir mussten bereits sicherstellen, dass einige Spieler mit Essen versorgt wurden. Im Zweifel wäre ich nicht zu gut gewesen, um es selbst zu tun. Derzeit habe ich jedoch im Hintergrund viel zu tun, um den Laden am Laufen zu halten.

ZEIT ONLINE: Was genau steht noch aus?

Przondziono: Das Hauptaugenmerk liegt auf wirtschaftlichen Fragen. Wir haben auf die Entscheidung von DFL und uefa wartete. Jetzt geht es darum, welches Szenario wir uns vorstellen können und welches nicht. Dies erfordert eine intensive Diskussion und Analyse.

ZEIT ONLINE: Was kannst du dir nicht vorstellen?

Przondziono: Man muss sich zuerst alles vorstellen. Wir gehen davon aus, dass vereinbart wird, die verbleibenden Spiele der laufenden Saison bis zum 30. Juni zu spielen. Wir müssen uns aber auch auf andere Szenarien vorbereiten. Es gibt viele vertragliche und versicherungstechnische Probleme. Das muss man zuerst verstehen. Deshalb telefonieren wir derzeit viel mit Anwälten, dem Gesundheitsamt und vielen anderen.

ZEIT ONLINE: Wenn die Saison nicht vorbei wäre, wären sie abgestiegen.

Przondziono: Dies ist das einzige Szenario, das wir nicht akzeptieren würden. Aber das ist noch kein Szenario.

ZEIT ONLINE: Die Bundesliga wurde bis zum 2. April gesperrt. Es kann aber durchaus sein, dass im Mai nicht gespielt werden kann. Na und?

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