Darts World Cup 2020: Ex-Rugby-Profi Gerwyn Price will Weltmeister werden

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Gerwyn Price nennt sie bei der Professional Darts Corporation (PDC) "The Iceman". Und das ist eigentlich ein schlechter Scherz.

Denn auf der Bühne ist der walisische Dartprofi alles andere als ein emotional kalter Kühlschrank. Im Gegenteil: Er schreit seine Freude über einen guten Wurf hinaus, was einschüchternd sein kann. Der ehemalige Rugby-Profi sieht aus, als könne er die meisten anderen Spieler immer noch leicht runterziehen. Auf jeden Fall ist es laut, und diese lauten Momente könnten auch bei der diesjährigen World Darts World Cup anwesend sein – Price startet das Finale gegen William O'Connor.

Price jubelt jedoch, wenn er jubelt: 2018 gab es einen Skandal beim Grand Slam of Darts-Finale: Gary Anderson fühlte sich durch das übermäßige Jubeln seines Gegners gestört. Price feierte beständig gute Würfe in Richtung seines Gegners, anstatt – wie üblich – die Pfeile direkt nach dem Wurf vom Brett zu bekommen. Um 13:14 Uhr ließ sich der genervte Anderson sogar von einem kleinen Stoß in Price hineinziehen. Für die Zuschauer in der Halle war der "Iceman" der Täter, der 34-Jährige wurde für den Rest des Spiels ausgebuht.

"Boo mich das nächste Mal lauter"

Price war davon nicht beeindruckt und gewann 16:13 und damit seinen ersten großen Titel. Er erhielt seine Trophäe unter Auspfeifen und antwortete im Interview des Gewinners: "Er versteht sich nicht mit Leuten wie mir und jammert immer", sagte Price. Und zum Publikum: "Boo me lauter nächstes Mal."

Price stachelte nach dem Spiel auf Twitter weiter in Anderson, löschte den Eintrag jedoch kurz darauf. Ein Nachspiel hatte dennoch sein Verhalten: Die Darts Regulation Authority leitete eine Untersuchung ein (auch weil Price bereits im Halbfinale aufgefallen war) und verhängte die bisherige Rekordstrafe von 21.500 £ gegen Price. Anderson kam mit einer Warnung davon. Price legte Berufung ein, aber seine Strafe wurde auf insgesamt £ 11.500 reduziert – aber es war immer noch die höchste Geldstrafe, die jemals verhängt wurde.

Spätestens nach dem Grand Slam hatte Price den Ruf, ein Schläger der Darts zu sein. Wo immer er hinging, wurden Pfeifen und Buhrufe begrüßt. In seinem Eröffnungsspiel bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr ließ ihn dies zu Beginn nur kalt. Nach einem 2: 0-Vorsprung gegen Nathan Aspinall kam der Gegner immer besser ins Spiel. Als das Publikum erkannte, dass es spannend werden könnte, nahmen sie die Seite von "The Asp" ein. Price machte wieder Boos und am Ende verlor er das Match 2-3.

Price hat seine Gefühle besser im Griff

In einem Interview mit dem "Guardian" sagte Price kürzlich, dass die laute Abneigung der Fans ihn beeinflusst habe. "Ich wurde als der Bösewicht der Pfeile dargestellt", sagte Price. "Ich kann es ertragen, den Bösen ein bisschen zu spielen. Aber das war übertrieben."

Bei emotionalen Ausbrüchen ist Price immer noch nicht der "Mann aus dem Eis". Aber er hat sich beruhigt. Das zahlt sich aus: Die Pfeifen gegen ihn wurden leiser, er konnte seine Trefferquote auf den Doppelfeldern in den entscheidenden Momenten eines Spiels steigern.

Der Preis ist jetzt die Nummer drei in der Welt und einer der Top-Favoriten bei der Weltmeisterschaft. Beim Grand Slam verteidigte er seinen Titel und schlug Michael van Gerwen im Halbfinale. Im letzten Turnier vor der Weltmeisterschaft, dem Players Championship Finals, verlor er ein Finale auf höchstem Niveau mit 9:11 gegen "Mighty Mike". Erst durch diesen Sieg überholte Dominator van Gerwen Price im Jahr 2019 im Preisgeld.

Price hat es bei der Weltmeisterschaft nie über das Achtelfinale geschafft. Um die Dinge dieses Jahr anders zu machen, hat er einen Wunsch an die Fans: "Boos während des Spiels stören mich nicht. Aber wenn Sie die Doppelfelder werfen, sollten Sie ein wenig Respekt bekommen." Bei seinem 3: 2-Auftaktsieg gegen William O'Connor erfüllte das Publikum seinen Wunsch und es gab während des gesamten Spiels kaum Pfeifen oder Buhrufe.

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