Das Netzwerk bleibt stabil (neue-deutschland.de)

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Das Corona-Virus reduziert den Stromverbrauch

Das Corona-Virus reduziert den Stromverbrauch

Foto: Patrick Pleul / dpa

Die Wärme- und Energieversorgung der Hauptstadt ist von der Koronakrise nicht betroffen. Es gibt keine Engpässe, sagt Olaf Weidner, Sprecher der Stromnetz Berlin GmbH, dem “nd”. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Großgrundlieferanten Vattenfall. “Im Elektrizitätssektor haben wir seit letzter Woche sogar einen leichten Verbrauchsrückgang verzeichnet – sowohl tagsüber als auch abends”, sagte er. “Home Office ist dagegen kein so großer Faktor.” Laut Weidner liefern die Wärmekraftwerke der Hauptstadt stabilen Strom und Wärme. Im aktuellen klaren, starken Windwetter mit einem größeren Anteil an Ökostrom, zum Beispiel aus Windparks und Photovoltaikanlagen in Brandenburg.

E.dis ist dort die Nummer eins als einer der größten Energiedienstleister in Deutschland. Nach Angaben des Unternehmens hat es eine zentrale Krisenorganisation eingerichtet, die sich ausschließlich mit der Koordination aller Themen im Zusammenhang mit der Pandemie befasst. Laut Sprecher Horst Jordan läuft das Unternehmen fast im normalen Betrieb. “Wir sehen derzeit keine Veränderung des Verbrauchs”, sagt er zum “nd”. Dies ist zum einen auf die überwiegend ländliche Versorgung – ohne Großindustrie – und die Netzstruktur zurückzuführen.

E.dis hat eine ganze Reihe von Vorkehrungen getroffen, um den Betrieb ihrer Netzwerkkontrollzentren auch in Krisenzeiten aufrechtzuerhalten und so die Stromversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Darauf muss das Unternehmen noch nicht zurückgreifen. “Das E.dis-Netzwerk befindet sich derzeit in einem absolut normalen Zustand. Die anstehenden Wartungs- und Testarbeiten werden weiterhin im Tagesgeschäft durchgeführt”, sagt Jordan.

Entgegen den Erwartungen haben die Kommunikationsnetze den Wechsel vieler Mitarbeiter des Unternehmens in ihr Home Office offenbar relativ gut bewältigt. So berichtet die Deutsche Telekom auf Anfrage: »Die Netze der Telekom sind stabil. Wir können derzeit gut mit dem Verkehr in unseren Netzwerken umgehen. Derzeit gibt es keine Einschränkungen, die auf eine verstärkte Nutzung durch Corona zurückzuführen sind. «Wenn die Belastung weiter steigt, sieht sich das Unternehmen gut vorbereitet. »Unsere Experten modellieren derzeit alle möglichen Lastszenarien für die nächsten Tage und Wochen. Wir beobachten die Situation weiterhin sehr genau «, sagte Telekom-Sprecher Chrstian Fischer. »Wir haben spezielle Teams, die das Netzwerk rund um die Uhr überwachen, damit wir es bei Bedarf und wann immer möglich neu einstellen können.«

Auch das Telekommunikationsunternehmen O2, Tochterunternehmen von Telefonica Deutschland, ist zuversichtlich, die aktuelle Krise zu bewältigen. »Unser O2-Netzwerk läuft weiterhin sehr zuverlässig und stabil. Derzeit sind unsere Kapazitäten ausreichend groß und wir verfügen über ausreichende Reserven «, erklärt der Netzwerkexperte des Unternehmens, Michael Horn. »Darüber hinaus sehen wir noch keinen nennenswerten Anstieg der mobilen Datennutzung. Wir überwachen kontinuierlich die Verkehrsentwicklung, damit wir bei Bedarf geeignete Maßnahmen ergreifen können – beispielsweise wenn die Mobilität im Land weiter eingeschränkt ist und der Bedarf an mobiler Datennutzung weiter zunimmt. «Das Nutzerverhalten hat sich seit Anfang letzter Woche spürbar verändert, insbesondere, dass die Nutzung des Festnetzes deutlich zugenommen hat. “Dementsprechend gab es einen sichtbaren ‘Home-Office-Effekt’ mit höheren Marktwerten, aber zunächst keiner kontinuierlich steigenden Datennutzung”, erklärt der Netzwerkexperte.

“Auch in der aktuellen Situation können unsere Kunden in Berlin und Brandenburg uneingeschränkt surfen und telefonieren”, sagte Sprecher Florian Streicher gegenüber “nd”. Telefónica Deutschland hat im vergangenen Jahr ein umfassendes LTE-Expansionsprogramm umgesetzt und dabei allein in Brandenburg rund 200 neue LTE-Sender in Betrieb genommen. “Das Unternehmen war in jedem Bezirk und jeder unabhängigen Stadt in Brandenburg aktiv”, sagte Streicher.

Außergewöhnliche Zeiten können auch den Umgang miteinander verändern: In der Koronakrise rücken beispielsweise Energieversorger und ihre Kunden näher zusammen. In der vergangenen Woche haben die großen Strom- und Gasversorger in Deutschland Gelegenheit gegeben, beleidigende Kunden nicht auszuschalten. Nach einem Bericht des »Tagesspiegels« wollen die meisten kommunalen Unternehmen auch die Strom-, Gas- und Wasserversorgung in Privathaushalten nicht mehr unterbrechen.

Vattenfall will dasselbe in Berlin tun, sagte Sprecher Weidner dem nd. Anfang der Woche schrieb das Unternehmen an die Berliner Politiker, dass es Kunden, die auf Zahlungsschwierigkeiten stoßen, bis auf weiteres nicht blockieren werde. Dies ist zum einen auf ein Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Kunden zurückzuführen. Andererseits möchten Sie auch direkte Begegnungen im Interesse Ihrer eigenen Mitarbeiter minimieren. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat das Stromnetz Berlin Mieter und Eigentümer in Berlin gebeten, ihren Stromverbrauch bis auf Weiteres selbst zu lesen und zu übermitteln.

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