Das Tramuntana-Gebirge und das Massanella: Wandern auf Mallorca

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ichIst das das Ende? Kurz vor dem Ziel? Wir blinzeln aus salzverkrusteten Augen in die sich drehenden Wolken. Die letzten vier Tage haben alles gefordert und uns an die Grenzen getrieben. Die Truppen sind in einem schlechten Zustand. Was hat uns so sehr beeinflusst? War es die irreführende Beschreibung des Erzherzogs, auf die wir uns verlassen hatten? War es der dichte Nebel, der labyrinthische Lorbeerwald oder diese Bar, in der wir den Mittelpunkt der Welt gefunden hatten? Wir taumeln weiter oben und halluzinieren. Geh einfach weiter hoch! Auf den Gipfel. Der eisige Wind zieht an unseren Jacken und Nerven.

Wochenlang hatten wir Karten studiert, in der Literatur gesucht und überprüft, ob sich jemals eine Expedition ins Hinterland von Mallorca gewagt hatte. Auf Mallorca. Die schönste Insel der Balearen “, beschrieb Ludwig Salvator, Erzherzog von Österreich-Toskana, vor 150 Jahren das Tramuntana-Gebirge an der Nordseite der Insel; dass es sich auf fast 1500 Meter erhebt und ein Weg zu einem der höchsten Gipfel führt, der Massanella. Tatsächlich: Auf einer längst verlorenen Karte haben wir den Eintrag "GR 221" entdeckt. In der Sekundärliteratur spekulierten einige Experten, dass dies ein Wanderweg sei.

Der Wachturm Torre del Verger, auch Torre de ses Animes, in der Nähe des Dorfes Banyalbufar


Tag eins

Wir beschlossen, den Sprung zu wagen und begannen unsere Expedition in der kleinen Küstenstadt Banyalbufar. Schließlich gibt es noch den Torre del Verger. „Jedes Mal, wenn ich auf diese großartige Landschaft stieß, war ich von ihrer Schönheit fasziniert, als hätte ich sie noch nie zuvor gesehen. Schließlich habe ich den Stein zu meinem Eigentum gemacht “, schrieb der Erzherzog. Wir beginnen jedoch im dichten Nebel und sehen: nichts. Aber wir wollen den Ansatz verfolgen, schöne Orte zu unserem „Eigentum“ zu machen. Im Expeditionstagebuch steht: „Nebel, Nieselregen, dunkle Steineichen und Zitronenbäume in milchigem Grau. Weg nach Esporles verschwindet unter flechtenbedeckten Bäumen – wir sind auf einer Nebelwaldexpedition. „Und wir haben uns heimlich gefragt: War es aus Kostengründen ein Fehler, Seefahrern, Ärzten, Köchen und Gepäckträgern auszuweichen?

Tag zwei

Sogar der Erzherzog wusste, dass sich das Wetter auf dieser Insel schnell ändern kann. Der Nebel des Vortages ist nur eine vage Erinnerung. Die Sonne scheint. OK dann. Denn heute stehen 19,5 Kilometer und 1100 Höhenmeter von Esporles über Valldemossa nach Deià auf dem Plan. Für das, was uns heute erwartet, klingt das aber noch viel zu harmlos: Zuerst verirren wir uns im Lorbeerwald auf dem Weg zum Basseta-Sattel. Nur der Pioniergeist treibt uns an. "Fernsicht auf beide Seiten der Insel", bemerken wir, "auf der einen Seite des Galatzó, dem" Matterhorn von Mallorca ", auf der anderen Seite der unendlich fernen Welt von Palma." In Valldemossa staunen wir mittags über die örtlichen Bräuche: die herbeirauschenden Kinder vor den Eisdielen, die angespannten fotografierenden Männer und ihre Frauen, das Halstuch und die Sonnenbrille belagern, als hänge ihre Zukunft davon ab. Aber wir können dieses Rätsel nicht ergründen, wir müssen durch die Einsamkeit des Waldes auf Karrenwegen über moosige Felsen und über das Artigues-Plateau weiterfahren. Der Wind bläst den Regen am Vortag von den Bäumen und peitscht die Schafe vor sich her. Der Herzog schrieb: "Vom Tal von Valldemossa bis zu dem von Deià bildet der gesamte Nordhang der Serra das Miramar-Anwesen, das mir gehört." Seine Berghütte, die "Talaia Velle", die überall als "Refugi de s'Arxiduc" bekannt ist, steht noch heute hier oben.

Schlucht bei Sa Calobra in der Serra de Tramuntana


Erschöpft und mit schweren Beinen erreichen wir am späten Nachmittag Deià und die Bar "Sa Fonda". Das Publikum ist extravagant. Zu den Teilnehmern anderer Expeditionen gesellen sich Einheimische und Mallorquiner, die in Deià ihr Glück ausgesucht haben. Auf der Steinmauer auf der Terrasse sitzt ein undurchdringliches Trio: ein abgemagerter Mann, ein junges Mädchen mit einem Nasenring und einem Trainingsanzug, der gleichgültig raucht, und ein lebensechter Bergmann. Später am Abend treffen wir den Besitzer Dídac Mimó. Er erzählt von seinem Vater, der vor 32 Jahren die Bar eröffnete, von seiner Freundschaft mit Robert Graves, einem britischen Schriftsteller, der immer mehr Bohemiens und Sternchen nach Deià zog. Man merkt am Ort: Der Immobilienmakler bietet eine Finca für 10,8 Millionen Euro an, und unser Expeditionsbudget reicht nicht einmal für das koreanische Restaurant in der Stadt. Vielleicht überdenken wir dieses "Eigentum" -Ding?

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