Dax legt zu – Wirecard verdoppelt Börsenwert

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Dax-Kurve

Die Stimmung der Anleger ist neutral. Das deutet auf nur leichte Kursschwankungen im Dax hin.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Zum Handelsbeginn am Montag hat der deutsche Leitindex leicht zugelegt. Der Dax stieg im frühen Handel um 0,6 Prozent auf 12.161 Punkte.

Allerdings bremsen die steigenden Infektionszahlen vor allem in den USA die Hoffnung auf eine V-förmige Erholung der Konjunktur. „Und wenn das V in weite Ferne rückt, sind die Aktienkurse zu weit gelaufen“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Der Dax notiert derzeit mehr als 40 Prozent über seinen Tiefs vom März. Dank der billionenschweren Konjunkturprogramme von Notenbanken und Regierungen sei ein erneuter Ausverkauf aber nicht zu erwarten, sagten Börsianer.

Einen starken Kursanstieg konnte das taumelnde Dax-Mitglied Wirecard zum Wochenstart verbuchen. Die Aktien legten um über100 Prozent zu, auf 2,62 Euro. Dafür haben wohl vor allem Gerüchte über Kaufinteressenten geführt. Zu den Interessenten gehört nach Informationen des Handelsblatts unter anderem der französische Zahlungsabwickler Worldline.

Wie ernsthaft die Kaufinteressen sind, bleibt aber abzuwarten. Weiterhin sind beim Wirecard-Kurs weitere Verluste möglich – bis hin zu einem Abrutschen in den Pennystock-Bereich. Die Bank of America hat ihr Kursziel auf einen Euro gesenkt, und Vermögensverwalter Markus Schön hat nach der Insolvenzankündigung einen Liquidierungswert von 65 Millionen Euro errechnet, dies entspricht einem Aktienkurs von 55 Cent.

Auch die Leerverkäufer haben ihre Wetten längst noch nicht aufgegeben. Leerverkäufer spekulieren auf fallende Kurse, indem sie Aktien eines Unternehmens beispielsweise bei Investmentfonds leihen und verkaufen. Um diese Aktien nach Ablauf der Frist wieder zurückzugeben, müssen sie sie vorher wieder kaufen – natürlich möglichst zu einem niedrigeren Kurs.

Leerverkäufer hatten die rapiden Kursstürze teilweise für Rückkäufe genutzt, ihre Wetten allerdings längst nicht aufgelöst. Einige Hedgefonds hatten am vergangenen Donnerstag sogar ihre Leerverkaufsquoten erhöht. Die Leerverkaufsquote lag zum Schluss der vergangenen Woche noch bei 11,36 Prozent. Fast 15 Millionen Papiere müssen also noch zurückgekauft werden.

Der Brexit wird diese Woche wieder stärker in den Fokus der Anleger rücken. Denn ab heute läuft eine weitere einwöchige Verhandlungsrunde in Brüssel – erstmals seit Monaten mit physischen Treffen der Unterhändler, natürlich unter Corona-Auflagen.

Bis Dienstag könnte der britische Premierminister Boris Johnson auch eine Verlängerung der Übergangsfrist beantragen, was er aber wiederholt strikt abgelehnt hat. In den bisherigen vier Verhandlungsrunden gab es allerdings kaum Fortschritte. Sollten die Verhandlungen auch in dieser Woche nicht wirklich voran kommen dürften die Sorgen vor einem harten Brexit steigen.

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Um 11 Uhr veröffentlicht die EU-Kommission das endgültige Verbrauchervertrauen in der Euro-Zone für den Monat Juni. Andere Stimmungsindikatoren hatten zuvor eine Belebung der wirtschaftlichen Aktivitäten auf niedrigem Niveau signalisiert. So ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni von 79,7 auf 86,2 Punkte gestiegen.

Einen stärkeren Anstieg des Indikators hat es noch nie gegeben. Die monatlich befragten Unternehmenschefs sähen mit großer Mehrheit „Licht am Ende des Tunnels“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Noch liegt der Index aber unter 100 Punkten, erst ab diesem Wert schätzen die Unternehmenschefs die Geschäftslage positiv ein.

Um 14 Uhr gibt das Statistische Bundesamt zudem die vorläufige Schätzung für die Inflationsrate im Juni bekannt. Im Mai hatte die Teuerungsrate bei 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gelegen, der schwächste Wert seit eineinhalb Jahren.

Blick auf Einzelwerte:

Lufthansa: Zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt zählte die Lufthansa mit einem Kursverlust von drei Prozent. Nach Einschätzung des Großaktionärs Heinz Hermann Thiele wird die Sanierung der Fluggesellschaft fünf bis sechs Jahre dauern und schmerzhaft werden.
RWE: Größter Verlierer zum Tagesstart ist RWE, die Aktien sackten knapp 2,5 Prozent ab. Zuvor hatte die französischen Vermögensgesellschaft Amundi den Fahrplan des Konzerns zum Kohleausstieg kritisiert.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.

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