Wirtschaft Dax schließt fast ein Prozent im Minus

Dax schließt fast ein Prozent im Minus

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Düsseldorf Am ersten Tag nach dem neuen Rekordhoch setzten sich die Verluste am deutschen Aktienmarkt fort. Der Dax schloss am Donnerstag mit 0,9 Prozent bei 13.388 Punkten – und unterschritt damit die wichtige Marke von 13.400 Punkten.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) tagte am Donnerstag in Frankfurt. Wie erwartet bleibt der Leitzins im Euroraum mit null Prozent auf einem Rekordtief – seit März 2016. Gleichzeitig beschloss der EZB-Rat, die geldpolitische Strategie der Zentralbank zu überarbeiten.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte, sie wolle unter anderem die Messinstrumente der Zentralbank erneuern – und in Zukunft den Klimawandel als Einflussfaktor einbeziehen.

Das Koronavirus bleibt ein wichtiges Thema an den Börsen. Angst vor der Ausbreitung verängstigter asiatischer Investoren am Donnerstag. In China gingen die Aktien vorübergehend um 3,9 Prozent zurück – der größte Rückgang seit Mai 2019, als US-Präsident Donald Trump mit zusätzlichen Zöllen drohte.

Auf der Verkaufsliste standen Aktien von Luxusgüterherstellern wie Kering, LVMH oder Hermes, die stark vom China-Geschäft abhängig sind, sowie Papiere von Luftfahrt- und Reiseunternehmen wie Easyjet oder Intercontinental Hotels.

In China steht am Wochenende der Beginn des neuen Jahres bevor. Um das Virus einzudämmen, beschloss die Regierung jedoch, mehrere öffentliche Neujahrsfeiern abzusagen. Viele Chinesen nutzen die eintägigen Feiertage normalerweise, um Verwandte zu besuchen oder ins Ausland zu reisen.

Das Virus zeigt auch, dass die Börsen in den USA deutlich schwächer sind: Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S & P 500 verloren jeweils rund 0,5 Prozent – und blieben zumindest nicht zu weit von ihren Rekordhöhen entfernt. Unter den Verlierern befanden sich hauptsächlich Glücksspielhotelbetreiber in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Macau und Kreuzfahrtbetreiber.

Infolgedessen sanken die Ölpreise am Donnerstag erheblich und knüpften an die Verluste der vergangenen Handelstage an. Ein Fass (159 Liter) des Nordsee-Typs Brent kostete zuletzt 61,96 Dollar. Das waren 1,26 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI fiel um 1,3 USD auf 55,44 USD. Während der Woche hatten Berichte über die neue Lungenkrankheit wiederholt die Ölpreise belastet. Sowohl der Preis für Nordseeöl als auch für US-Öl sind seit Montag um mehr als fünf Prozent gefallen.

Auf dem Ölmarkt gebe es Bedenken, dass ein möglicherweise weit verbreiteter Einsatz des Coronavirus das Reisen und den Handel belasten könnte, erklärte die Expertin Vandana Hari vom Beratungsunternehmen Vanda Insights in Singapur die fallenden Ölpreise.

Schauen Sie sich die einzelnen Werte an

Lufthansa: Ein Bericht über einen möglichen Börsengang der Instandhaltungssparte wirkt sich auf den Aktienkurs aus. Nach einem Plus von mehr als drei Prozent zu Handelsbeginn wurden Gewinnmitnahmen angekündigt, bei Handelsschluss in einem schwachen Marktumfeld sank das Papier sogar um 0,4 Prozent.

Eine Abspaltung des Geschäftsbereichs Lufthansa Technik soll den Marktwert des Konzerns steigern, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die Diskussionen befinden sich in einem frühen Stadium. Die Marktkapitalisierung des Konzerns fiel am gestrigen Handelstag auf unter sieben Milliarden Euro, den niedrigsten Wert aller Dax-30-Unternehmen.

STMicro: Der französisch-italienische Chiphersteller steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal, rechnet jedoch zu Jahresbeginn mit einem Dämpfer. Für das erste Quartal prognostiziert STMicro, das Chips und Sensoren für die Smartphone- und Autoindustrie liefert, einen Umsatzrückgang von 14 Prozent auf rund 2,36 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum vierten Quartal 2019. Der Anteil stieg um fünf Prozent. Die Infineon-Aktie profitierte ebenfalls und legte in einem schwachen Marktumfeld um 0,8 Prozent zu.

Hoch niedrig: Der Rückzug der australischen Tochter Cimic aus dem Nahen Osten belastet den Aktienkurs. Die Zeitung gab um mehr als acht Prozent nach. Cimic verfügt über eine Minderheitsbeteiligung an einer Baufirma in Dubai. Dies führt zu finanziellen Belastungen bei Cimic, die auch die Muttergesellschaft betreffen.

Nemetscheck: Mit einem Abschlag von fünf Prozent gehörten die Aktien des Bausoftwareanbieters Nemetschek zu den größten Verlierern im MDax. Die Experten der Investmentbank Baader stuften die Papiere von „Hinzufügen“ auf „Reduzieren“ herab.

Was die Kartentechnik sagt

Eine alte Börsenregel lautet: “Kaufen Sie das neue Hoch.” Aber wie bei allen anderen Börsenregeln gilt, dass sie nicht immer funktionieren. Die Analysten der DZ Bank schauten auf den Dax-Trend nach dem “alten” Rekordhoch im Januar 2018 mit 13.596,89 Punkten. “Der deutsche Leitindex verzeichnete daraufhin eine deutliche Abwärtsbewegung, die auf 10.279 Punkte zurückging”, schreiben die Analysten.

Es ist jedoch noch kein wesentlicher “technischer Schaden” aufgetreten. Die erste kurzfristige Unterstützung ist das Dienstagstief von 13.443 Punkten, einschließlich der Aufwärtslücke von Anfang Januar 2020.

Der Dax stieg am 8. Januar auf 13.334 Punkte, am nächsten Tag lag der Tiefstkurs bei 13.469 Punkten. Im weiteren Verlauf gab es niedrigere DAX-Kurse, die Lücke wurde jedoch nicht vollständig geschlossen.

Solche Kurslücken dienen dann als wichtige Stütze oder Widerstände. Kurzfristig orientierte Anleger können diese Bereiche als Absicherung oder je nach Situation auch als mögliche Wiedereintrittsmarke nutzen, wenn die Lücke (Fachbegriff: Lücke) geschlossen ist.

Den technischen Analysten der Bank HSBC zufolge wird die Bedeutung dieser Lücke durch die 200-Stunden-Linie (derzeit 13.363 Punkte) weiter unterstrichen.

Handelsblatt-Analystencheck: JP Morgan bestätigt Kaufempfehlung für Siemens-Aktie

Die US-Bank JP Morgan hat das Rating für Siemens mit einem Kursziel von 130 Euro übergewichtet. Die Konsensschätzungen des Unternehmens berücksichtigten die Kommentare von Siemens zu einem schwachen Start ins Jahr 2020 nicht angemessen, schrieb Analyst Andreas Willi in einer am Mittwoch verfügbaren Studie.

Insgesamt 39 Studien im Handelsblatt-Analysten-Check befassen sich mit der Siemens-Aktie. Der Hinweis „Halten“ widerspricht zwölf Mal den 27 Kaufempfehlungen. Keine Analyse empfiehlt den Verkauf des Papiers. Das gewichtete Kursziel für alle Analysen liegt bei 124,71 Euro und damit über dem aktuellen Kurs von rund 116,14 Euro. Neuere Studien haben mit einem gewichteten Kursziel einen höheren Einfluss.

Klicken Sie hier für den Handelsblatt-Analysten-Check

“Bei der Planung von Wohlstand gilt die Regel: nie ganz raus!”

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