Dax steigt deutlich über 12.000 Punkte

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Düsseldorf Der Dax nahm den Weg am Freitag nach einem Auf- und Abstieg. Nachdem der führende deutsche Index 0,9 Prozent im Minus lag, stieg er in der Gewinnzone auf 0,7 Prozent und wechselte dann zweimal erneut die Richtung. Zuletzt stieg sie um 1,4 Prozent auf 12.135 Punkte.

Einige Anleger nutzen die Preisrutsche vom Vortag, um wieder in den Markt einzusteigen. Die Verlierer des Vortages liegen ganz oben auf den Einzelwerten: Lufthansa und Daimler sind um rund fünf Prozent gestiegen.

Der Dax verlor am Donnerstag mehr als vier Prozent. Das deutsche Börsenbarometer hat in den letzten Handelsminuten die Marke von 12.000 Punkten unterschritten und die für die Charting wichtige 200-Tage-Linie überschritten. Diese Zeile beschreibt den gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Handelstage. Wenn es wie jetzt kaputt ist, fallen die Preise oft weiter.

“Die Anleger fragen sich jetzt, ob die Erholung zu schnell zu weit gegangen ist und nun der Beginn einer stärkeren Korrektur oder nur eines vorübergehenden Rückschlags ist”, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst bei der Maklerfirma AxiTrader. Eine Korrektur an den Märkten ist seit langem zu erwarten, das Problem: Der Zeitraum und der Start können nur nachträglich bestimmt werden.

Diese Unsicherheit spiegelt sich auch im VDax wider, der am Donnerstag um 16 Prozent zulegte und kürzlich bei 38,74 Punkten lag – dem höchsten Wert seit einem Monat. Der Index zeigt die Erwartungen von Investmentprofis, wie volatil der DAX-Handel in den kommenden Tagen und Wochen sein dürfte. Je höher der VDax, desto höher sind die erwarteten Schwankungen.

Wöchentlich schreibt der Dax bereits mehr als sieben Prozent rote Zahlen, nachdem er in nur elf Tagen ohne größeren Stopp um bis zu 19 Prozent gestiegen ist. Seit dem Coronacrash hatte der Dax sogar rund die Hälfte seiner Verluste aufgeholt. „Nach einem Anstieg der Aktienmärkte um rund 50 Prozent seit Mitte März ist die Entwicklung nicht überraschend. Investoren sollten die Situation genau beobachten – insbesondere die Infektionszahlen “, erklärt Ulrich Stephan, Chef-Investmentstratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.

Viele Anleger befürchten eine zweite Koronawelle, wie dies in den USA derzeit möglich erscheint. Dort hat die Zahl der Neuinfektionen in einigen südlichen Bundesstaaten wie Florida und Texas in letzter Zeit erneut zugenommen. Hinzu kommen die Gefahren eines eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China und die schleppenden Brexit-Verhandlungen.

Nicht wenige Analysten hatten auch von einer Überhitzung des Marktes aufgrund der billigen Geldflut der Zentralbanken gesprochen, die nichts mit den realwirtschaftlichen Aussichten zu tun hatte. Viele Anleger haben den aktuellen Rückschlag möglicherweise genutzt, um Gewinne zu erzielen.

Auf der anderen Seite haben viele Anleger über fallende Preise spekuliert, wie die Stuttgarter Euwax-Stimmung zeigt. Mitte der Woche war der Anteil von Short-Leverage-Produkten an Privatanlegern höher als je zuvor. Die Frage ist, wie groß der Rückschlag sein muss, damit Anleger ohne Verluste aus dem Engagement herauskommen können. Das Schließen ihrer Positionen stabilisiert auch die Preise.

Es gibt auch eine Reihe von Fondsmanagern, die den größten Teil der Erholung an den Aktienmärkten verpasst haben und unterinvestiert sind. Dies wird durch die Tatsache unterstützt, dass der Börsenumsatz in der Rallye seit Mitte März niedriger war als in früheren Crash-Zeiten. Wenn diese Anleger den Reset nutzen, um loszulegen, könnte sich der Markt ebenfalls wieder stabilisieren.

Konzentrieren Sie sich auf individuelle Werte

Lufthansa: Die hohen Schwankungen der Lufthansa-Aktie setzen sich am Freitag fort. Sie legten an der Spitze des Index um mehr als fünf Prozent zu, hatten aber seit Mitte der Woche auch mehr als 20 Prozent verloren.

Adidas: Die Anteile des Sportartikelherstellers fielen zunächst um 1,9 Prozent, sind aber kürzlich wieder gestiegen. Der Rivale Lululemon hat zum ersten Mal seit drei Jahren die Umsatz- und Gewinnerwartungen der Analysten verfehlt.

Fresenius Medical Care: Mit einem Minus von rund 1,5 Prozent kamen die Papiere des Dialyseanbieters zuletzt im Dax an und fielen erstmals seit Ende April deutlich unter die 21-Tage-Grenze, die für den kurzfristigen Trend als wichtig angesehen wurde.

Was die Diagrammtechnik sagt

Der am Donnerstag mit großer Dynamik durchgeführte Reset im Dax weist auf Risiken hin, schreibt der Helaba-Ökonom Christian Schmidt. Es ist jedoch zu beachten, dass dies aus technischer Sicht in jüngster Zeit mit zunehmenden Warnsignalen aufgetreten ist. Es ist auch bemerkenswert, dass ein ideales “Island” gebildet wurde, da die gestrige Preislücke eine sogenannte “Ausreißlücke” ist. Eine Abreißlücke zeigt eine sehr schnelle Bewegung nach einer Trendänderung an und zeigt häufig eine Trendumkehr an.

Jetzt, so der Helaba-Experte, ist es wichtig, weiter nach unten zu schauen. Die nächsten Ziele liegen bei 11.822, 11.678 und 11.603 Punkten, bevor die Marke von 11.025 relevant wird.

Mit Material von dpa und Reuters.

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