Der Krieg in der Ukraine – glaubt Putin verliert den Halt

Die ukrainische Opposition war für den russischen Präsidenten Wladimir Putin weitaus härter als erwartet. Vier Monate nach dem Einmarsch in die Ukraine erleidet Russland schwere Verluste – und die großen russischen Siege wurden verpasst.

Putin zeigt jedoch keine Anzeichen dafür, dass er plant, die russischen Streitkräfte aus der Ukraine abzuziehen. Seit Wochen führen Putins Truppen schwere Angriffe im Donbass-Gebiet durch.

“Risse”

Allerdings gebe es Anzeichen dafür, dass die Macht des russischen Präsidenten allmählich schwäche, sagt Lawrence Freedman, emeritierter Professor am Department of War Studies des Kings College London.

„Im Westen wird jetzt allgemein angenommen, dass er sich nicht aus dem Krieg mit der Ukraine zurückziehen wird, und wenn die Dinge schlecht laufen, wird er angreifen. So einen Mann darf man nicht provozieren. Trotzdem beginnt das Glanzbild zu bröckeln. Hinter all der Prahlerei verliert er die Macht“, schreibt Freedman in einem Chronik.

Freedman weist insbesondere auf die jüngsten Entwicklungen im Krieg sowie auf Putins Rede auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg hin. Der Professor glaubt, dass Putins Behauptungen über unbesiegbare russische Stärke „durch seine Rede untergraben wurden wurde durch einen Computerangriff um eine Stunde verzögert».

„Obwohl er damit prahlte, wie gut die Wirtschaft dem Sturm standhalten wird, zeigen selbst offizielle Prognosen, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um etwa 8 Prozent schrumpfen wird, und inoffizielle Schätzungen gehen sogar bis zu 15 Prozent“, schreibt Freedman.

ANGRIFF AUF DIE SCHIESSGRÄBER: Ein von der 24. Brigade der Ukraine veröffentlichtes Video zeigt die private paramilitärische „Wagner-Gruppe“, die im April 2022 ukrainische Schützengräben angreift. Video: Telegram. Reporter: Vegard Krüger.
Meerblick

Unzufriedene Elite

Dass Putin den Krieg ohne ihre Rücksprache begonnen hat, dürfte die russische Elite auch nicht besonders freuen, findet der Professor.

siehe auch  Herzogin Meghan: - Mobbing-Vorwürfe: Verrät neue Details

Sowohl der britische als auch der US-Geheimdienst haben berichtet interne Streitigkeiten in der russischen Machtelite, und dass Putin sich hinter das Licht seines inneren Zirkels geführt fühlen sollder sich aus Angst über ihn darüber lustig gemacht haben muss, was wirklich in der Ukraine passiert.

Das hat der ukrainische Geheimdienst seinerseits wiederholt behauptet Die Machtelite um Putin plant einen Putschund dass der Geheimdienstchef Aleksandr Bortnikov, der Putin seit einigen Jahren nahesteht, ein möglicher Ersatz ist.

Freedman hält einen Putsch für sehr unwahrscheinlich und schreibt: “Niemand in der Elite hat eine Ahnung, wie sie dem entkommen können, oder, selbst wenn, den politischen Mut und die Möglichkeit, Putin entgegenzutreten.”

NIEDERGESCHOSSEN: Ein russischer Kampfhubschrauber wurde von einer Rakete getroffen, die von ukrainischen Verteidigungskräften in der Nähe der ukrainischen Stadt Saporischschja abgefeuert wurde. Video: Telegramm / Ivan Larsson
Meerblick

– Enormer Verschleiß

Das britische Verteidigungsministerium schrieb am Mittwoch in seinem Daily Intelligence Update, das Russland unterhalte eine gezielte militärische Anstrengung zur Umzingelung des Sevierodonetsk-Gebiets über Izium im Norden und Popasna im Süden.

– Mit hoher Wahrscheinlichkeit bereitet Russland den Versuch vor, eine große Anzahl von Reserveeinheiten im Donbass einzusetzen, hieß es in der Aktualisierung.

Russische Behörden haben seit dem 25. März keine Zahlen zu russischen Todesfällen in der Ukraine veröffentlicht.

Allerdings veröffentlicht die von Separatisten kontrollierte Volksrepublik Donezk Zahlen zu den eigenen Streitkräften. Mit Stand vom 16. Juni bestätigen sie, dass seit Anfang des Jahres 2.828 Militärangehörige im Dienst getötet und 8.897 verletzt wurden.

Die Verlustzahlen machen laut britischen Geheimdiensten 55 Prozent ihrer ursprünglichen Stärke aus.

– Dies unterstreicht den enormen Verschleiß, unter dem die russischen und pro-russischen Kräfte im Donbass leiden, hieß es weiter.

siehe auch  Kleidung der Toronto Raptors. Nike GB

Auch die Separatisten in Donezk seien wohl mit veralteten Waffen ausgestattet, und die Möglichkeiten, Reservekräfte an die Front zu schicken, würden wohl immer kriegsentscheidender werden, so das Fazit des Ministeriums.

Newsletter

Leave a Reply

Your email address will not be published.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.