Der Rohstoff-Feed: OPEC kämpft | Schnapp

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Der Ölmarkt hat sich angesichts des sich verschlechternden makroökonomischen Bildes relativ gut gehalten. Die am Freitag veröffentlichten Daten zeigten, dass der US-ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe für Juni hinter den Erwartungen zurückblieb, während die Auftragseingänge in den Schrumpfungsbereich fielen, was kein gutes Zeichen für die Produktion im 2H22 ist. Trotzdem schaffte es ICE Brent am Freitag, sich um fast 2,4 % höher einzupendeln, was auch dazu führte, dass sich der Markt im Laufe der Woche höher einpendelte. Konstruktive Fundamentaldaten für Öl stehen derzeit weiterhin dem sich abschwächenden makroökonomischen Umfeld entgegen. Der prompte ICE Brent-Spread deutet weiterhin auf einen engen Markt hin, wobei der Sep/Okt-Spread am Freitag bis zu 3,89 US-Dollar/Barrel gehandelt wird.

Ein Schlüsselfaktor hinter der konstruktiven Sicht auf den Ölmarkt ist die Unfähigkeit der OPEC, die Produktion signifikant zu steigern. Tatsächlich fiel laut Bloomberg-Zahlen die OPEC-Produktion im Juni um 120 Mbbls/d MoM auf durchschnittlich 28,6 Mbbls/d. Betrachten wir nur die OPEC-Mitglieder, die Teil des OPEC+-Pakts sind, betrug die Produktion im Juni nur 24,67 MMbbls/d, rund 1,2 MMbbls/d unter dem vereinbarten Produktionsniveau für den Monat. Alle Produzenten mit Ausnahme der Vereinigten Arabischen Emirate und Gabuns haben ihre vereinbarten Produktionsmengen nicht erreicht. Das Versäumnis der Gruppe, diese bescheideneren Angebotserhöhungen zu erreichen, macht ziemlich klar, dass sie nicht annähernd an die aggressiveren Angebotserhöhungen für Juli und August herankommen werden, und daher wird die Lücke zwischen dem Ort, an dem sie produzieren, und dem Ort, an dem sie produzieren sollte, bestehen bleiben nur erweitern. Nicht hilfreich für die OPEC-Gesamtproduktion sind die anhaltenden Störungen aus Libyen, wo die Produktion im Laufe des Monats um 90 Mbbls/d auf 670 Mbbls/d zurückging, den niedrigsten Stand seit Oktober 2020.

Die neuesten Positionierungsdaten zeigen, dass Spekulanten ihre Netto-Long-Position in ICE Brent in der letzten Berichtswoche um 11.689 Lots reduziert haben, sodass sie am vergangenen Dienstag eine Netto-Long-Position von 197.199 Lots hatten. Diese Bewegung wurde hauptsächlich durch die Auflösung von Longs vorangetrieben. Angesichts wachsender Rezessionsängste scheint es, dass Spekulanten trotz der unterstützenden Fundamentaldaten derzeit ein gewisses Risiko vom Tisch nehmen.

Bedenken hinsichtlich russischer Gasflüsse nach Europa haben sich weiterhin als konstruktiv für die europäischen Erdgaspreise erwiesen. TTF stieg im Laufe der letzten Woche um 15 % und pendelte sich nahe bei 148 EUR/MWh ein. Die täglichen Nord Stream-Durchflüsse bleiben etwa 60 % unter den im Mai verzeichneten Werten. Diese Ströme werden zwischen dem 11. und 21. Juli vollständig zum Erliegen kommen, wenn die Nord Stream-Pipeline ihrer üblichen jährlichen Wartung unterzogen wird. Hinzu kommen Versorgungsrisiken aus Norwegen, wo Streiks beginnen sollen. Drei Felder – Gudrun, Oseberg Süd und Oseberg Ost – werden am 5. Juli aufgrund von Arbeitskämpfen geschlossen. Diese Streiks sollen am 6. Juli auf drei weitere Felder ausgeweitet werden. Infolge dieser Maßnahme gehen rund 13 % der täglichen Gasexporte Norwegens verloren.

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