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Die Autoindustrie baut auf einem neuen Geschäftsmodell auf

Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist das größte Problem in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, insbesondere für die Automobilindustrie. Die gesamte Branche sucht daher nach Wegen, um die Kunden von den hohen Kosten zu entlasten. Das automatische Abonnement wird immer wichtiger. Das neue Auto ist als Abonnement für einige hundert Euro im Monat erhältlich – und die Verträge können kurzfristig gekündigt werden. Neben Automobilherstellern entdecken Start-ups auch das neue Geschäftsmodell für ungewisse Zeiten.

Mathias Albert hat vor einem Jahr mit mehreren Partnern in Stuttgart das Start-up Vive La Car gegründet. Er rechnet damit, dass die Pandemie seinem Unternehmen zusätzlichen Schwung verleihen wird. “Corona weckt das Interesse an Ihrem eigenen Auto”, sagt er. Aufgrund der Pandemie mieden die Fahrgäste den öffentlichen Verkehr, weil sie eine Infektion in Bussen und Bahnen befürchteten.

Gleichzeitig besteht jedoch weiterhin die Sorge, dass die aktuelle Situation die finanziellen Belastungen nicht zu stark belastet.

Albert glaubt, die richtige Antwort parat zu haben. Vive La Car bietet derzeit gut 300 verschiedene Modelle von zwei Dutzend Marken an, von Alfa Romeo bis Volkswagen. Die vom Stuttgarter Start-up angebotenen Fahrzeuge befinden sich an rund 400 Händlerstandorten in ganz Deutschland. Das Netzwerk soll in naher Zukunft wachsen. Bis Ende des Jahres sind 1.000 Standorte geplant.

Beste Antwort auf ungewisse Zeiten

Vive La Car wirbt dafür, dass das billigste Kleinwagen derzeit für weniger als 200 Euro pro Monat abonniert werden kann. Dies gilt jedoch nur für das kleinste Kilometerpaket. Wenn Sie das Auto für längere Strecken benötigen, müssen Sie mehr bezahlen. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate.

Aus Sicht des Stuttgarter Start-ups ist dies die beste Antwort auf ungewisse Zeiten. Kunden könnten sich schnell von der Last eines Autoabonnements trennen und müssten sich nicht verschulden. Als persönlicher Beitrag bleibt das Auftanken für die Abonnenten, alle anderen Kosten sind durch die Abonnementgebühr gedeckt.

Die ersten Angebote für Autoabonnements gibt es seit zwei Jahren. Insbesondere die Automobilhersteller haben diese Idee vorangetrieben, und Volvo aus Schweden gilt als Pionier. Andere Hersteller wie Volkswagen und Porsche oder Autovermieter wie Sixt folgten später. Autohersteller wollen in erster Linie ihre eigenen Modelle über die neue Art der Autoabonnements vermarkten.

Andere Start-ups wie das Münchner Unternehmen Cluno bieten Autos aus eigenen Flotten mit einem gemischten Markenportfolio an.

Vive La Car hingegen versteht sich als Plattformanbieter, der keine eigenen Autos hat, sondern Fahrzeuge von Händlern vermittelt, die mit dem Start-up zusammenarbeiten. Händler bieten häufig junge Gebrauchtwagen an, für die mit Hilfe von Autoabonnements ein zusätzlicher Vertriebskanal geschaffen wird. Der Gründer von Vive-La-Car, Albert, ist auch Miteigentümer einer mittelgroßen Autohändlergruppe. Dies erklärt, warum er beim Auto-Abonnement auf die Unterstützung der Händler angewiesen ist.

Die Koronakrise könnte dem Abonnementmodell aus einem anderen Grund einen weiteren Schub geben. Wegen der Pandemie mussten auch Autohändler in Deutschland ihre Geschäfte für einige Wochen schließen. Deshalb gibt es derzeit mehr junge Gebrauchtwagen als üblich auf den Händlerhöfen. Mathias Albrecht schätzt den aktuellen Lagerbestand auf rund eine Million Fahrzeuge. Einzelhändler könnten dieses Überangebot auch über den Abonnementkanal vermarkten.

Aus fachkundiger Sicht sollte das neue Abonnementmodell dauerhaft funktionieren, auch wenn die Koronapandemie nachlässt. „Die Leute kennen bereits Abonnementmodelle aus anderen Lebensbereichen. Dieser Trend ist nicht aufzuhalten und wird sich auch im Automobilgeschäft durchsetzen “, sagt Stefan Bratzel, Professor am Center of Automotive Management (CAM) der Fachhochschule Bergisch Gladbach.

Die Schwelle zum Autokauf wird gesenkt

In der aktuellen besonderen Situation hilft auch das Abonnementmodell. “Auto-Abonnements sind eine intelligente Antwort auf die ungewisse Zukunft”, betont der Universitätsdozent. Die Schwelle zum Autokauf wird deutlich gesenkt. Darüber hinaus besteht in Ihrem eigenen Auto kein Infektionsrisiko durch das Corona-Virus.

Die Pandemie überschneidet sich auch mit einem anderen Thema: der Umstellung auf Elektromobilität. Ein Abonnementmodell könnte Kunden eher davon überzeugen, sich an das neue Laufwerk zu gewöhnen. “Mit einem flexiblen Autoabonnement können Sie ein Elektrofahrzeug im Alltag ohne Risiko ausprobieren”, überzeugt sich Bratzel. Diese Nachricht hat die Autohersteller bereits erreicht. “Wir denken bereits über Abonnementkonzepte nach”, bestätigt Silke Bagschik, die bei VW für die Vermarktung der neuen ID-Elektro-Serie verantwortlich ist.

Andere Automobilhersteller entdecken erst jetzt die Vorteile von Autoabonnements für ihr herkömmliches Modellportfolio mit Verbrennungsmotor. Zum Beispiel hat Toyota Deutschland vor einigen Tagen die Einführung eines eigenen Abonnementmodells angekündigt. Unter dem Namen “Kinto flex” will der japanische Hersteller neue Kundengruppen ansprechen.

Der Abonnement-Pionier Volvo sieht in der aktuellen Situation die Notwendigkeit, sein eigenes Modell zu verbessern. Volvo wird künftig mit der Gebrauchtwagenplattform Autoscout24 zusammenarbeiten. Volvo-Fahrzeuge im Abonnementformat werden künftig auch über den neuen Internetpartner angeboten. Der schwedische Hersteller verbessert damit die digitale Seite seines Autoabonnements.

Mehr: Was der Scrappage-Bonus in der Finanzkrise wirklich bewirkt hat.

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