Die Brustkrebsvorsorge darf nicht ausgeweitet werden

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Europa möchte, dass die Mitgliedstaaten mehr Menschen auf mehr Krebsarten untersuchen. In Flandern gibt es nicht viele Gründe, viel zu ändern. „Ob eine Untersuchung sinnvoll ist, kann der Hausarzt feststellen.“

Je mehr Krebserkrankungen im Frühstadium erkannt werden, desto besser sind die Überlebenschancen der Patienten. Die Europäische Kommission hat diese Woche Ideen zur Verbesserung der Früherkennung vorgestellt. Bis 2025 soll 90 % der berechtigten Personen eine wirksame Krebsvorsorge für Brust-, Gebärmutterhals- und Dickdarmkrebs angeboten werden. Auch sollte das Screening auf Prostata-, Lungen- und Magenkrebs ausgeweitet werden.

Am Freitagmorgen traf sich eine kabinettsübergreifende Arbeitsgruppe, der auch Teilnehmer aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheit angehörten. Dazu gehörte die Position der Agentur für Pflege und Gesundheit zusammen mit der des Zentrums für Krebserkennung.

Brustkrebs

Ein auffälligerer europäischer Vorschlag war, die Zielgruppe von Frauen für die Brustkrebsvorsorge von 50-69 Jahren auf 45-74 Jahre zu erweitern.

„Das ist eine große Gruppe, und wenn Sie dort vorführen würden, würde dies zu hohen zusätzlichen Kosten führen. Dagegen gibt es an sich keine Einwände, aber es gibt keinen Beweis dafür, dass es nützlich ist“, sagt der Onkologe Erik Van Limbergen (KU Leuven). „Brustkrebs bei Patientinnen unter 50 Jahren tritt häufig in familiären Hochrisikogruppen auf. Sie werden bereits gut überwacht. Die Zahl der Krebsfälle ist beim Rest der jüngeren Bevölkerung sehr gering.“

Sinnvoller ist eine Ausweitung auf eine höhere Altersgruppe, die jedoch nicht über eine große Bevölkerungsbefragung erfolgen sollte. „In bestimmten Fällen könnte der Hausarzt feststellen, ob eine Untersuchung sinnvoll ist, für diejenigen, die noch eine gute Lebenserwartung von beispielsweise fünfzehn Jahren haben“, sagt Van Limbergen.

Lungenkrebs

Derzeit gibt es in unserem Land keine allgemeine Lungenkrebsvorsorge, obwohl Fachleute durchaus Vorteile für starke Raucher sehen. Auch dort schlägt Europa vor, Risikogruppen – starke Raucher – Vorsorgeuntersuchungen zu unterziehen. Konkret geht es um Raucher mit mehr als dreißig „Packjahren“ auf der Theke. Das bedeutet, dass Sie dreißig Jahre lang jeden Tag zwanzig Zigaretten geraucht haben.

„Das sollte untersucht werden, insbesondere wenn auch eine Raucherentwöhnungsberatung in Anspruch genommen wird, denn Vorbeugen ist immer besser als Heilen“, sagt Patrick Martens, Direktor des Zentrums für Krebserkennung. „An einem solchen Screening wird schon seit einiger Zeit gearbeitet, aber aus Sicht des Bevölkerungsscreenings ist das nicht ersichtlich. Sie wissen zum Beispiel nicht, wer diese Menge geraucht hat. Sie müssen diese Informationen auf eine bestimmte, datenschutzfreundliche Weise sammeln. So etwas muss man Schritt für Schritt evaluieren.“

Andere Krebsarten

Europa will ein früheres Screening auf Prostatakrebs, aber die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass Prostatakrebs in unserem Land sehr oft in einem frühen Stadium (1 oder 2) erkannt wird. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei 98 Prozent. Das ist schon sehr gut. Bietet systematisches Screening noch viel Nutzen? Es besteht ein hohes Risiko für Überdiagnose und Überbehandlung. Etwa ein Drittel der Prostatakrebserkrankungen schreiten so langsam voran, dass Sie sie nie bekommen werden. Die Behandlung hat potenzielle Nachteile wie Impotenz und Inkontinenz, aber keine Vorteile.’

Außerdem wird empfohlen, bei Gebärmutterhalskrebs ab dem 30. Lebensjahr alle fünf Jahre vom klassischen PAP-Abstrich auf einen spezifischen HPV-Test umzustellen. „Dort ist auch eine Selbstentnahme möglich, was beim PAP-Test nicht möglich ist. Dies ist bereits angestoßen, aber auch hier ist es wichtig, dass wir den gesamten Screening-Prozess von Einladung, zugänglicher korrekter Information, Test, Ergebnis, Anmeldung und Nachbereitung zunächst qualitativ entwickeln.“

Europa schlägt auch vor, das Screening auf Darmkrebs von 55 auf 50 Jahre auszuweiten, obwohl dies in unserem Land bereits geschieht.

Die Vision aus Flandern ist vorerst eine Sichtweise, die letztlich von den Mitgliedsstaaten über einen föderalen Rat auf europäischer Ebene betrachtet werden muss. Erst dann wird aus Europa ein konkreter Plan vorgeschlagen.

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