Die Geldpolitik bleibt aufgrund der schwachen Inflation locker

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EZB

In Deutschland wurde der EZB vorgeworfen, mit ihrer ultralosen Geldpolitik die Grenzen ihres Mandats überschritten zu haben.


(Foto: AP)

Helsinki, Frankfurt Laut Finnlands Zentralbankchef Olli Rehn wird sich die Europäische Zentralbank (EZB) vorerst aufgrund der schwachen Inflation nicht von ihrer lockeren Geldpolitik lösen. Die Zentralbank wird die Wirtschaft weiterhin unterstützen, bis die Inflationserwartungen wieder in Richtung des Ziels der Zentralbank zurückkehren, sagte das Mitglied des EZB-Rates am Dienstag in Helsinki.

Es sollten auch die Auswirkungen der Kerninflation erkennbar sein, bei der schwankende Energie- und Lebensmittelpreise ausgeschlossen sind. Die EZB strebt eine Inflationsrate von fast zwei Prozent als idealen Wert für die Wirtschaft an, verfehlt dieses Ziel jedoch seit dem Frühjahr 2013. Auf ihrer Ratssitzung in der vergangenen Woche hatten die Euro-Wächter ihre Geldtore offen gelassen.

In der Zwischenzeit hat der scheidende Direktor der EZB, Benoit Coeure, die ultraexpansive Geldpolitik der Euro-Bank in den letzten Jahren verteidigt. Vor allem die mangelnde Unterstützung aus den Ländern der Eurozone habe dafür gesorgt, dass die Geldpolitik immer tiefer in ihren Werkzeugkasten geraten sei, sagte er der Zeitung "Liberation". "Die Politisierung der EZB ist eine Folge der Schwäche der politischen Säule der Wirtschafts- und Währungsunion." In Deutschland beispielsweise wurde der Zentralbank vorgeworfen, sie habe mit ihrer ultra-lockeren Politik die Grenzen ihres Mandats überschritten.

Coeure sieht aber vor allem ein Scheitern der Euroländer. Die Länder könnten die Wirtschaftspolitik betreiben, die sie wollten – das sei Demokratie, sagte der Zentralbanker. "Aber unter der Bedingung, dass sie ihre Nachbarn nicht gefährden", fügte er hinzu. Daher müssten sie bestimmte Regeln befolgen. "In Wirklichkeit schenken die Länder diesen Regeln jedoch wenig Beachtung."

In diesem Zusammenhang forderte Coeure erneut einen gemeinsamen Haushalt für die Eurozone. Wenn es so etwas nicht gibt, drückt die Daumen und hofft, dass es keine Krise gibt. Letztendlich bleibt also viel bei der EZB: "Die mangelnde Koordinierung im Steuerbereich bedeutet, dass wir diejenigen sind, die die Arbeit erledigen." Couere verließ das EZB-Exekutivdirektorium zum Monatsende nach acht Jahren.

Mehr: Bei ihrer ersten Pressekonferenz als Leiterin der EZB war Christine Lagarde zugänglicher als ihre Vorgängerin. Der Inhalt bleibt bei seiner Linie.

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