Die Würfel erschütterten das Peloton. Der Triumph der Flüchtlinge, die Probleme der Favoriten, die Position des Spitzenreiters geschwächt

Dank des asphaltierten Sektors hatte die vierte Etappe am Dienstag bereits den Charakter eines Frühlingsklassikers, aber erst heute konnten die Teilnehmer die berühmten Würfel in ihrer ganzen Pracht genießen. Insgesamt siebzehn Kilometer legte das Hauptfeld auf elf donnernden Abschnitten zurück, vier der letzten fünf Sektoren wurden bereits im April von den Fahrern am Paris-Roubaix-Denkmal, der berühmten Hölle des Nordens, bewältigt. Das Peloton fuhr nach achtzig Kilometern in den ersten Abschnitt ein, und der letzte spuckte die Konkurrenten fünf Kilometer vor der Ziellinie in Arenberg aus.

„Am Ende habe ich mich verkrampft und nicht geglaubt, dass ich so eine tolle Leistung hinbekomme. Der Sprint war furchtbar lang, aber ich habe meine Erfahrung genutzt“, kommentierte Clarke nach dem erfolgreichen Zieleinlauf, von einer Staubschicht bedeckt trockene Abschnitte abseits des Asphalts. „Ich hatte im Winter kein Team, daher hatte ich keine Ahnung, was die Saison bringen würde. Am Morgen sagte mir mein Chef, dass es mein Tag werden könnte“, fügte der 35-jährige Konkurrent nach seinem ersten hinzu Toursieg.

Gleichzeitig entsprach der Ausgang des Rennens überhaupt nicht den Papierannahmen, der erwartete Angriff der Spezialisten auf den Frühjahrsklassiker blieb aus. Clarke freute sich über den Triumph im Ziel der vier Flüchtlinge, der favorisierte Mathieu van der Poel, Mads Pedersen und der letzte Paris-Roubaix-Sieger Dylan van Baarle überquerten tief im Verliererfeld die Ziellinie. Im Kampf mehrerer Ausreißergruppen fand ein interessanter virtueller Kampf um das Gelbe Trikot statt, den Van Aert letztendlich behielt.

Aber der Belgier führt nur mit dreizehn Sekunden Vorsprung, und Tadej Pogačar liegt neunzehn Sekunden hinter ihm auf dem vierten Platz. Der Verteidiger der letzten beiden Triumphe bei der Tour zeigte sich in einem großartigen Licht, obwohl er nur wenig Erfahrung mit dem Fahren auf anspruchsvollem Untergrund hat und erst in diesem Jahr sein erstes Rennen auf Pavé in seiner Profikarriere absolvierte.

Van Aert selbst hatte einige Unannehmlichkeiten. Etwa 100 km vor der Ziellinie fand er sich am Boden wieder, wo er bei einer Verfolgungsjagd beinahe mit einem Auto zusammenstieß. “Ich habe nicht viel über das Gelbe Trikot nachgedacht, deshalb bin ich überrascht. Ich habe mich vor den Würfeln nicht sehr gut gefühlt, wir haben den ganzen Tag nicht gut geklappt”, sagte ein Mitglied des Jumbo-Visma-Teams. Große Probleme bereitete Primož Roglič, dessen Rückstand auf den Führenden von 41 Sekunden auf mehr als zweieinhalb Minuten anwuchs. Jonas Vingegaard wurde erneut von technischen Problemen geplagt.

Nach dem Würfeldrama wartet am Donnerstag die mit 220 Kilometern längste Etappe der 109. Auflage auf die Radler. Der Start ist in Belgien und die hügelige Strecke führt von Binche nach Longwy in Frankreich. Am Freitag wird das Peloton die erste Bergetappe dieses Jahres mit einem Start in Tomblaine und einem abschließenden Ausflug in die berühmte Ebene der schönen Mädchen in den Vogesen bestreiten.

Tour de France – 5. Etappe (Lille – Arenberg, 157 km)
1. Clarke (Austr./Israel-Premier Tech) 3:13:35
2. Van der Hoorn (Niz./Intermarché – Wanty-Gobert-Materialien)
Boasson Hagen (Nor./TotalEnergies) -2
4. Machtlos (US/EF Education-EasyPost) -4
5. Cort (Dan./EF Education-EasyPost) -30
6. Stuyven (belgisch/Trek-Segafredo) -51
7. Pogačar (Slowenien/SAE Team Emirates)
8. Philipsen (Belg./Alpecin-Deceuninck) -1:04
9. Jakobsen (Niz./Quick-Step Alpha Vinyl)
10. Mozzato (It./B&B Hotels-KTM) alle
Laufende Reihenfolge
1. Van Aert (belgisch/Jumbo-Visma) 16:17:22
2. Machtlos -13
3. Boasson Hagen -14
4. Kuchenmaschine -19
5. Lampaert (Belgien/Quick-Step Alpha Vinyl) -25
6. Pedersen (Dan./Trek-Segafredo) -36
7. Vingegaard (Dan./Jumbo-Vismus) -40
8. A. Yates (Brit./Ineos Grenadiere) -48
9. Pidcock (Brit./Ineos Grenadiere) -49
10. Thomas (Brit./Ineos Grenadiere) -50

Newsletter

Leave a Reply

Your email address will not be published.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.