DIW-Chef Fratzscher rechnet 2020 mit 150.000 neuen Arbeitsplätzen

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Marcel Fratzscher

Der DIW-Chef ist der Ansicht, dass in der Debatte um die Senkung der Unternehmenssteuern die eigentlichen Probleme fehlen.


(Foto: AP)

Augsburg Laut Zeitungsbericht erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für das kommende Jahr ein stabiles Wachstum des Arbeitsmarktes. "Wir erwarten im nächsten Jahr 150.000 zusätzliche neue Arbeitsplätze, was sehr gut ist", sagte DIW-Chef Marcel Fratzscher von der Zeitung "Augsburger Allgemeine" (Dienstagausgabe). Der Ökonom erwartet, dass die Wirtschaft im vergangenen Jahr trotz konjunktureller Risiken um 0,5 Prozent, im neuen Jahr um 1,2 Prozent und im Jahr 2021 um 1,4 Prozent wachsen wird.

"Es gibt definitiv Grund zum Optimismus", betonte Fratzscher. "Wir haben eine wettbewerbsintensive Wirtschaft, großartige Exportunternehmen und einen hervorragenden Arbeitsmarkt", fügte er hinzu.

Neben den globalen Handelskonflikten und dem Brexit Ende Januar sah er insbesondere den amerikanischen Präsidenten Donald Trump als konjunkturell nachteilig für Deutschland an. "Viele unterschätzen, dass Donald Trump immer noch einen Blick auf Deutschland und Europa wirft. Ich fürchte, das wird 2020 kommen, weil die USA abstimmen."

Die Politik muss daher Gegenmaßnahmen ergreifen. Die Debatte um eine Körperschaftsteuersenkung übersehe die eigentlichen Probleme, kritisierte Fratzscher. Das Problem liegt in der Regulierung und in der übermäßigen Bürokratie, die oft zu langsam ist.

Zudem mangele es an Fachkräften und langfristigen Investitionsprogrammen, auf die sich die Kommunen verlassen könnten, sagte er der Zeitung. "Leider haben wir auch eine schlechte digitale Infrastruktur", sagte Fratzscher. Aus diesem Grund ist ein Investitionsprogramm mit einer Laufzeit von nur zwei Jahren zum Scheitern verurteilt, und Unternehmen und Kommunen benötigen Planungssicherheit. "Das ist die Erfahrung der letzten Jahre. Weil die Gemeinden, die das Geld für Schulen, Kindergärten und das schnelle Internet wirklich brauchen, nicht in der Lage sind, Baupläne zu erstellen und Fördermittel zu beantragen."

Der DIW-Chef sieht die Lösung nicht in Steuersenkungen, ruft aber zur Finanzierung auf, um zu erörtern, wie Vermögenswerte stärker in die Staatsausgaben einbezogen werden können. "Meine erste Präferenz ist nicht die Vermögenssteuer, die teuer und schwer zu erheben ist", sagte er. Dies könnte zu falschen Anreizen und Kapitalflucht führen.

„Meine bevorzugte Form wäre es, die Grundsteuer auf Grundstücke und Immobilien zu erhöhen. Und eine faire Erbschaftssteuer, die im Grunde alle gleich behandelt “, fügte er hinzu. "Kein anderes Industrieland besteuert so viel und so wenig Wohlstand wie Deutschland", betonte er.

Mehr: Bundesbankchef Jens Weidmann: "Natürlich sollte man aus schwarzer Null keinen schwarzen Fetisch machen".

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