Drei der bedürftigsten Länder der Welt haben weniger als ein Promille des Klimafonds erhalten – NRK Urix – Ausländische Nachrichten und Dokumentationen

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Abed Hameed al-Brahimis Wachhund bellt nicht. Stattdessen liegt es durstig und verhungert vor dem Haus des irakischen Bauern.

Al-Brahimis Farm sieht aus wie eine Wüste, schreibt Reuters. Weit weg von der grünen Oase war es noch vor einem Jahr.

Ohne die Möglichkeit zur Bewässerung hat er dieses Jahr kein einziges Reiskorn gesät. Die meisten seiner Nutztiere, Kühe und Hühner, sind verdurstet.

– Was jetzt passiert, ist noch nie passiert. Wir sind völlig zerstört, sagt der 45-Jährige, als er neben seinen Feldern in Al-Meshkhab steht, ein paar hundert Kilometer südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad.

Das entweihte Dorf Al-Bu Hussain, wo Abbas Elwan Loch um Loch bohrte, um Wasser zu finden, bevor er sich schließlich das Leben nahm.

Das entweihte Dorf Al-Bu Hussain, wo Abbas Elwan ein Loch nach dem anderen bohrte, um Wasser zu finden.

Foto: ALAA AL-MARJANI / Reuters

Verlorene Hoffnung

Nicht weit von al-Brahimis Farm betrieb Abbas Elwan die Farm seiner Familie.

Die anhaltende Dürre hatte die Felder versengt. Elwan bohrte Loch um Loch, um Wasser zu finden, aber ohne Erfolg.

Eines Abends ging er aus und kam nicht nach Hause. Am nächsten Tag wurde er neben dem letzten Loch gefunden, das er gebohrt hatte. Er hatte sich das Leben genommen.

– Dieses Loch war seine letzte Hoffnung und es gab kein Wasser, sagte sein Bruder Ali gegenüber Reuters.

Hikma Meteab kocht Tee, während ihre dreijährige Tochter Ghufran Abbas zuschaut. Die beiden sind jetzt allein in ihrem Haus im Dorf Al-Bu Hussain.

Foto: ALAA AL-MARJANI / Reuters

Fast ohne Wasser

Die Geschichten der beiden Bauern wiederholen sich Ort für Ort im Irak.

Hatem Hamid Hussein ist Leiter des irakischen Zentrums für Wasserressourcen. Er ist verantwortlich für die Staudämme des Landes, wo Wasser für die Städte und die Landwirtschaft gesammelt wird.

– Dieses Jahr haben wir nur 11 Prozent so viel Wasser wie 2019, sagt er.

Die Folge ist, dass viele Bauern aufgeben und in die Städte ziehen.

“Der fruchtbare Halbmond”

Die Gebiete sind Teil des sogenannten „Fruchtbaren Halbmonds“.

Es ist ein Gürtel, der sich durch das erstreckt, was einst Mesopotamien genannt wurde und heute hauptsächlich in Syrien und im Irak liegt.

Hier begann die Menschheit mit der organisierten Landwirtschaft. Wo die Landschaften trostlos sind, ist heute nicht mehr leicht auszumachen.

Die UNO betrachtet das Land als das fünftgefährdetste Land der Welt. Extreme Hitze, weniger Regen, Sandstürme und Salzwasser, das die Erde zerstört, sind die größten Probleme sowohl im Irak als auch in Syrien.

Das Rote Kreuz hat die Klima- und Umweltbedrohungen für den Jemen, Syrien und den Irak bewertet.  Die Länder haben in fast allen Bereichen Probleme.

Das Rote Kreuz hat die Klima- und Umweltbedrohungen für den Jemen, Syrien und den Irak bewertet. Die Länder haben in fast allen Bereichen Probleme.

Foto: Rotes Kreuz

Vom Bürgerkrieg verwüstet

Neben dem Klimawandel werden der Irak und Syrien auch vom Bürgerkrieg heimgesucht. Gleiches gilt für den Jemen im Südwesten der Arabischen Halbinsel.

Laut FNs Entwicklungsprogramm UNDP Der Jemen ist unter anderem durch Dürre, Überschwemmungen, Meeresspiegelanstieg aufgrund des Klimawandels bedroht.

Hinzu kommt ein Bürgerkrieg – mit ausländischer Intervention – in dem seit 2014 150.000 Menschen getötet wurden. Im gleichen Zeitraum seien mindestens 227.000 Menschen verhungert, heißt es UNDP.

Binnenvertriebene in einem Lager im Westen des Jemen, das im August dieses Jahres von extremen sintflutartigen Regenfällen heimgesucht wurde.

Binnenvertriebene in einem Lager im Westen des Jemen, das im August dieses Jahres von extremen sintflutartigen Regenfällen heimgesucht wurde.

Foto: KHALED ZIAD/AFP

Klimakrise im Krieg

Gemeinsam mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat sich das Norwegische Rote Kreuz mit den Folgen der Klimakrise in kriegszerrütteten Ländern befasst.

In einem Bericht, der diese Woche vorgelegt werden soll, weist das Rote Kreuz auf eine Reihe von Punkten hin, an denen Krieg die Klimakrise verschärft.

NRK hat exklusiven Zugang zu dem Bericht erhalten, der unter anderem zeigt, dass Flüchtlinge und Binnenvertriebene besonders anfällig für die Folgen von Extremwetter sind.

Im Irak, im Jemen und in Syrien wurden Flüchtlingslager und Siedlungen von Binnenvertriebenen von Überschwemmungen, Stürmen oder extremen Temperaturen schwer getroffen.

Allein im Jemen leben 1,6 Millionen Binnenflüchtlinge in Lagern, die aus Zelten, Baracken und Schuppen bestehen.

In den Jahren 2019, 2020, 2021 und 2022 wurde der Jemen von ausgedehnten Überschwemmungen heimgesucht. Die Überschwemmungen zerstören nicht nur die armen Häuser, sondern bringen auch Krankheiten wie Cholera, Diphtherie und Malaria mit sich.

Wenig Geld bekommen

Obwohl nur wenige Länder der Welt, wenn überhaupt, so dringend auf Hilfe angewiesen sind wie der Irak, der Jemen und Syrien, erhalten sie fast keine Unterstützung aus Klimafonds.

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