Drei Fahrradrückleuchten ausprobiert

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Dass Fahrräder im Allgemeinen keine Bremsleuchte haben, hat mehrere Gründe. Vor allem war ein Bremslicht bald ein Jahrhundert lang technisch nicht leicht zu realisieren. Heute nun steht, ob durch den Nabendynamo oder aus einem Akku, praktisch jederzeit elektrische Energie zur Verfügung. Die Frage, die bis zuletzt offenblieb, ist: Wie wird die Bremsleuchte betätigt?

Ein ordnungsgemäß ausgerüstetes Fahrrad hat zwei voneinander unabhängige Bremsen. Werden die von Hand betätigt, müsste man eine Verkabelung von den Griffen zur Leuchte schaffen. Aber es gibt ja noch Rücktrittbremsen, auch die Pedalbetätigung müsste signalisiert werden. Die Motorbremse mancher Pedelecs lassen wir außen vor, obwohl die als Auslöser einer Bremsleuchte eine einfach zu realisierende Lösung wäre.

Ein höchst trickreiches Bremslicht präsentierte vor geraumer Zeit Lichtpionier Busch & Müller: Dabei wurde die Umdrehungszahl des für dieses System zwingend notwendigen Nabendynamos abgegriffen. Sobald die signifikant sank, weil gebremst wurde, flammte das Bremslicht auf. Verzögerungen beim Abbremsen kann auch ein Beschleunigungssensor erkennen, ein mikro-elektromechanisches Bauteil (MEMS). In einem integrierten Schaltkreis wird die sehr kleine Kapazitätsänderung gemessen, die aus der Bewegung einer ebenfalls winzigen, verschiebbar gelagerten Masse gegen eine feststehende Elektrode resultiert. Tritt eine negative Beschleunigung auf, werden eine oder mehrere zusätzliche LEDs zum Rücklicht hinzugeschaltet. Für Motorräder gibt es ein Nachrüstsystem, das auf diese Weise erkennt, wenn der Fahrer, ohne die Bremshebel zu betätigen, durch Gaswegnehmen oder die Motorbremse seine Maschine verlangsamt.

Die drei ausprobierten Fahrradrückleuchten Trelock LS 740 I-Go Vector Rear (rund 20 Euro), Prophete Batterierücklicht (rund 10 Euro) und Sigma Sport Blaze (rund 22 Euro, alle Preise im Versand) funktionieren prinzipiell genauso. Sie unterscheiden sich aber nicht nur in ihrer Gestaltung. Das billigste von Prophete wird mit zwei AAA-Batterien befeuert, die beiden anderen haben einen fest eingebauten Akku (Sigma: 320 mAh bei 3,7 Volt), der über eine geschützte Micro-USB-Buchse geladen wird. Höchst unbefriedigend ist bei allen dreien die Befestigung: Weder bieten die gelochten Gummiringe auch nur die geringste Diebstahlsicherheit noch ist das Abnehmen zum Laden oder Sichern bequem. Negativer Ausreißer ist Prophete: An sich sollte sich die Leuchte aus ihrer am Rad verbleibenden Halterung entnehmen lassen. Aber einmal eingeschoben, klemmt sie so bombenfest, dass zerstörungsfrei nur alles zusammen abgenommen werden kann. Der vorgesehene einzige Platz für alle drei Leuchten ist die Sattelstütze, eine Alternative ist wegen der Form der Befestigungen kaum möglich.

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