DuMont: Zeitungsverlag gegen seinen Willen – WELT

| |

Medien DuMont

Zeitungsverlag gegen seinen Willen

| Lesezeit: 4 Minuten

welt.de/img/autor/mobile175654806/7082503137-ci102l-wWIDTH/Christian-Meier.jpg" srcset="https://www.welt.de/img/autor/mobile175654806/7082503137-ci102l-w64/Christian-Meier.jpg 1.0x">Christian Meier
welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-wWIDTH/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg" srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-w1280/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg 1.0x" media="(min-width: 1600px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-wWIDTH/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg" srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-w960/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg 1.0x" media="(min-width: 1136px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-wWIDTH/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg" srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-w1136/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg 1.0x" media="(min-width: 910px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-wWIDTH/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg" srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-w910/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg 1.0x" media="(min-width: 600px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-wWIDTH/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg" srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-w600/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg 1.0x">Dumont Mediengruppe mit Sitz in Köln welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-w100/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg 1.0x" media="(min-width: 1600px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-w100/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg 1.0x" media="(min-width: 1136px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-w100/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg 1.0x" media="(min-width: 910px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-w100/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg 1.0x" media="(min-width: 600px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468550/1591624307-ci23x11-w100/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Koeln.jpg 1.0x">Dumont Mediengruppe mit Sitz in Köln

Amsterdamer Straße bei Nacht: die DuMont-Zentrale in Köln

Quelle: Dumont Media Group

Der Traditionsverlag DuMont will jetzt seine Kölner Zeitungen behalten – anders als die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und die Hamburger Morgenpost. Profiteer könnte ein großer Hamburger Verlag sein.

KKurz vor dem heiligen Fest kann es eine gute Nachricht sein, wenn alles so bleibt, wie es ist. Zum Beispiel für die Mitarbeiter der Zeitungen "Kölner Stadt-Anzeiger" und "Express". Sie gehören zum Medienunternehmen DuMont, dessen Chef Christoph Bauer im vergangenen Frühjahr das gesamte Zeitungspaket des Hauses zum Verkauf angeboten hat. Dieser eher ungewöhnliche Ansatz wurde mit dem Ziel begründet, die Bögen in schwierigen Zeiten auf die Probe zu stellen oder ihren tatsächlichen Marktwert zu ermitteln.

Diese Woche teilte Top-Manager Bauer seinen Mitarbeitern in der Kölner Zentrale mit, dass die Inhaber des Traditionsunternehmens an ihren Zeitungen festhalten. Oder mit anderen Worten, dass sie sie nicht verkaufen werden. Das ist ein Unterschied, denn die 17 Kommanditisten der Firma, allen voran Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte, hätten sich nach eigener Aussage einen Käufer gewünscht. Angesichts der sinkenden Margen und der damit verbundenen sinkenden Attraktivität des Verlagswesens. Aber für Köln gab es kein attraktives Angebot, auch wenn die Westdeutsche Allgemeine Zeitung ein offensichtlicher Käufer gewesen wäre.

Die Zukunft der Mitteldeutschen Zeitung in Halle ist ungewiss. Ein Verkauf sollte noch vor Weihnachten angekündigt werden, jetzt soll er auf Januar verschoben worden sein. Was darauf hindeutet, dass es letztendlich nur um den Preis geht. Der Hamburger Medienkonzern Bauer steht als Einkäufer zur Verfügung und hat laut WELT ein Angebot für den profitablen Zeitungsverlag abgegeben. Bauer besitzt bereits eine Zeitung in Sachsen-Anhalt, die "Magdeburger Volksstimme".

welt.de/img/kultur/medien/mobile204468548/1171626397-ci23x11-wWIDTH/DuMont-mit-neuer-Fuehrungsstruktur.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468548/1171626397-ci23x11-w780/DuMont-mit-neuer-Fuehrungsstruktur.jpg 1.0x" media="(min-width: 1600px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468548/1171626397-ci23x11-wWIDTH/DuMont-mit-neuer-Fuehrungsstruktur.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468548/1171626397-ci23x11-w780/DuMont-mit-neuer-Fuehrungsstruktur.jpg 1.0x" media="(min-width: 1136px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468548/1171626397-ci23x11-wWIDTH/DuMont-mit-neuer-Fuehrungsstruktur.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468548/1171626397-ci23x11-w780/DuMont-mit-neuer-Fuehrungsstruktur.jpg 1.0x" media="(min-width: 910px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468548/1171626397-ci23x11-wWIDTH/DuMont-mit-neuer-Fuehrungsstruktur.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468548/1171626397-ci23x11-w680/DuMont-mit-neuer-Fuehrungsstruktur.jpg 1.0x" media="(min-width: 600px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468548/1171626397-ci23x11-wWIDTH/DuMont-mit-neuer-Fuehrungsstruktur.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468548/1171626397-ci23x11-w600/DuMont-mit-neuer-Fuehrungsstruktur.jpg 1.0x">HANDOUT - Medienmanager Christoph Bauer wird im Oktober 2013 in die Geschäftsführung von MDS eintreten (Foto vom 22. Mai 2013). Der Kölner Medienkonzern M. DuMont Schauberg (MDS) restrukturiert seine Tour. C. DuMont Schütte wechselt vom Vorstand in den Aufsichtsrat und wird dessen Stellvertreter. Medienmanager Christoph Bauer, bis Ende 2012 Leiter von AZ Medien in der Schweiz, wird im Oktober 2013 in den Vorstand von MDS eintreten und Anfang 2014 den Vorsitz übernehmen. MDS sagte am 23. Mai 2013 in Köln mit. Foto: Mediengruppe M. DuMont Schauberg / Worring / dpa (Urheberrechtshinweis: (c) dpa)

Alles auf dem Prüfstand: DuMont-Chef Christoph Bauer

Bildnachweis: picture alliance / dpa

Der Verlag der Mitteldeutschen Zeitung dürfte im vergangenen Jahr einen mittleren bis hohen einstelligen Millionengewinn erzielt haben. Aufgrund der seit Monaten bestehenden Unsicherheit über die Zukunft der Zeitung, die immer noch eine Auflage von rund 161.000 verkauften Exemplaren pro Tag hat, soll das Haus stehen geblieben sein. Denn wer investiert noch Geld, wenn es eigentlich verkauft werden soll? Das Medienhaus Madsack aus Hannover, zu dem die Leipziger Zeitung gehört, die wiederum von DuMont in Halle gedruckt wird, wollte angeblich nicht darauf zugreifen. Im Gegensatz zur Bauer Media Group.

Neben einer Vielzahl von Magazinen mit der "Volksstimme" in Magdeburg gibt es nur eine einzige Zeitung – aber diese beiden Blätter würden gut zusammenpassen, da durch die Zusammenlegung der Verlagsbereiche viel Geld gespart werden könnte. Auf eine WELT-Anfrage an Veit Dengler, den CEO der Bauer Media Group, antwortete eine Sprecherin, es sei „unmöglich, Informationen zu liefern“.

Lesen Sie auch

welt.de/img/wirtschaft/mobile201753006/7882501017-ci102l-wWIDTH/Pressebilder-DuMont-Gebaeude-Koeln.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/wirtschaft/mobile201753006/7882501017-ci102l-w120/Pressebilder-DuMont-Gebaeude-Koeln.jpg 1.0x" media="(min-width: 600px)">welt.de/img/wirtschaft/mobile201753006/7882501017-ci102l-wWIDTH/Pressebilder-DuMont-Gebaeude-Koeln.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/wirtschaft/mobile201753006/7882501017-ci102l-w160/Pressebilder-DuMont-Gebaeude-Koeln.jpg 1.0x">Pressefotos DuMont-Gebäude Köln

Die traditionell äußerst kostenbewussten Hamburger hätten ihr erstes Angebot jedoch sogar leicht erhöht und dürften daher den Mindestkaufpreis von 50 Millionen Euro überschreiten. Kein Schnäppchen, aber ein äußerst attraktiver Preis, zumal man wie beschrieben Synergien schaffen könnte. Das Bundeskartellamt, das einer Übernahme zustimmen müsste, könnte den Hamburgern dennoch einen Strich durch die Rechnung machen. Die Tatsache, dass die Verbreitungsgebiete der beiden Zeitungen weitgehend voneinander getrennt sind, spricht für die Veröffentlichung. In jedem Fall sollte eine Prüfung durch die Bonner Wettbewerbsbehörden nicht in einem dringenden Verfahren abgeschlossen werden können.

In der DDR-Zeit hieß die "Mitteldeutsche" noch "Freiheit", stand unter der Kontrolle der SED und hatte eine Auflage von über einer halben Million Exemplaren pro Tag. Bereits Ende 1990 wurde der Verlag in einer Art Turbo-Verfahren für 103,5 Millionen Mark an DuMonts verkauft. Damals hieß es, der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher habe in Halle für die Zeitung geworben, die an den Kölner Verleger Alfred Neven DuMont geht.

Die Zukunft der finanzstarken "Hamburger Morgenpost" dürfte zum Jahreswechsel in der Schwebe bleiben. Ziel ist es, überhaupt einen Kunden oder ggf. einen anderen Exit zu finden.

welt.de/img/kultur/medien/mobile204468552/5661624307-ci23x11-wWIDTH/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Halle.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468552/5661624307-ci23x11-w780/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Halle.jpg 1.0x" media="(min-width: 1600px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468552/5661624307-ci23x11-wWIDTH/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Halle.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468552/5661624307-ci23x11-w780/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Halle.jpg 1.0x" media="(min-width: 1136px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468552/5661624307-ci23x11-wWIDTH/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Halle.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468552/5661624307-ci23x11-w780/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Halle.jpg 1.0x" media="(min-width: 910px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468552/5661624307-ci23x11-wWIDTH/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Halle.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468552/5661624307-ci23x11-w680/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Halle.jpg 1.0x" media="(min-width: 600px)">welt.de/img/kultur/medien/mobile204468552/5661624307-ci23x11-wWIDTH/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Halle.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/kultur/medien/mobile204468552/5661624307-ci23x11-w600/Dumont-Mediengruppe-Sitz-Halle.jpg 1.0x">Hauptsitz der Dumont Media Group Halle

Profitabel, aber auf der Verkaufsliste: Hauptsitz des Mitteldeutschen Verlags in Halle / Saale

Quelle: Dumont Media Group

Nur der Berliner Verlag und die Berliner Druckerei wurden letztendlich innerhalb des von Christoph Bauer gesetzten Jahres an das Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich aus Berlin zu einem wohl nicht nennenswerten Betrag verkauft. Wie WELT AM SONNTAG berichtete, arbeitete Holger Friedrich Ende der 1980er Jahre als inoffizieller Mitarbeiter (IM) mit der Stasi zusammen. Friedrich hatte die Mitarbeiter des Verlags weder vor noch nach der Übernahme über seine persönliche Geschichte informiert. Abgesehen davon haben die neuen Eigentümer die Aufgabe, einen kürzlich extrem schwach positionierten Verlag zu retten. Ausgang ganz offen.

Lesen Sie auch

welt.de/img/wirtschaft/mobile203560554/3372501397-ci102l-wWIDTH/Verleger-Ehepaar-Friedrich-im-Interview-5.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/wirtschaft/mobile203560554/3372501397-ci102l-w120/Verleger-Ehepaar-Friedrich-im-Interview-5.jpg 1.0x" media="(min-width: 600px)">welt.de/img/wirtschaft/mobile203560554/3372501397-ci102l-wWIDTH/Verleger-Ehepaar-Friedrich-im-Interview-5.jpg" data-srcset="https://www.welt.de/img/wirtschaft/mobile203560554/3372501397-ci102l-w160/Verleger-Ehepaar-Friedrich-im-Interview-5.jpg 1.0x">11.11.2019, Berlin: Holger und Silke Friedrich, Verleger, sprechen im dpa-Interview. Foto: Britta Pedersen / dpa-Zentralbild / dpa (Urheberrechtshinweis: Bildallianz / Britta Pedersen / dpa-Zentralbild / dpa)
Holger und Silke Friedrich

Die Zeitungsverkaufsmission blieb hängen. Die Frage ist, ob DuMont gegen seinen Willen ein Zeitungsverlag wird – oder ob das Management jetzt die Kraft hat, eine gute Strategie für Köln zu entwerfen. Der "Stadt-Anzeiger" ist bemerkenswert profitabel, die Boulevardzeitung "Express" hat große Probleme. Der ursprüngliche Plan von Medienmanager Bauer bestand darin, mit dem Erlös aus dem gesamten Zeitungsverkauf in das digitale Geschäft zu investieren. Eine Summe von rund 50 Millionen Euro, die möglicherweise aus dem Verkauf in Halle stammen und zum Teil auch an die Aktionäre gehen könnten, dürfte das bisherige Digitalgeschäft nur bedingt beflügeln. DuMont wird im kommenden Jahr antworten müssen, wie ein deutlich kleineres Unternehmen aussehen und in welche Richtung es gehen soll.

. (tagsToTranslate) Bauer Verlag (t) Neven DuMont (t) Alfred (t) Mitteldeutscher Verlag (t) DuMont Schauberg (t) Neven DuMont (t) Isabella (t) DuMont Schütte (t) Christian (t) Medien (t) Meier -Christian (t) Hamburger Morgenpost (t) Boulevardblatt Express (t) Verlag (t) Halle (t) Amsterdamer Straße (t) Bauer Mediengruppe (t) Musik (t) Magdeburger Volksstimme (t) Köln (t) Christoph Bauer

Previous

Wir haben über 100 Stunden damit verbracht, die weiblichen Charaktere von Star Wars zu studieren. Hier ist, warum wir es getan haben

Taxi gegen Uber: Zusammenstoß der Systeme

Next

Leave a Comment

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.