"El País" hat die gedruckte lateinamerikanische Ausgabe eingestellt

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EINAls die spanische Tageszeitung "El País" Ende November bekannt gab, dass sie ihre lateinamerikanische Ausgabe erst ab dem 1. Januar 2020 digital veröffentlichen werde, war dies nur eine der üblichen Nachrichten zum Medienwandel: ein weiteres Blatt weniger, das auf Papier basiert . Bald können Sie nicht mehr "Bogen" sagen, da Bogen, Seiten und Papier nicht mehr beteiligt sind.

Paul Ingendaay

Dennoch bleibt es interessant, wie Mediengruppen ihre Maßnahmen jenseits des Modernisierungs- und Definitionsdrucks für ihre zukünftige journalistische Arbeit begründen. "El País", Spaniens meistgelesene Zeitung trotz eines dramatischen Rückgangs der Leser, ist dank der großen spanischen Sprachgemeinschaft mit rund fünfhundert Millionen Sprechern zum führenden Medium für Lateinamerika geworden. Der Dialog, den die Zeitung mit ihren Lesern führt, erinnert an den partizipativen Geist der 1970er Jahre, als „El País“ unmittelbar nach Francos Tod 1975 als neue Stimme des demokratischen Wandels auftauchte.

"Verteidiger der Leser"

Eine Säule im Gespräch zwischen Medium und Leserschaft ist die Autorität des eigens für die Zeitung entwickelten "Stilbuches" (Libro de estilo), an dem sich "El País" jederzeit messen lässt. Auf einigen hundert Seiten werden die journalistischen und gestalterischen Grundsätze zusammengefasst, denen die Herausgeber folgen sollten. Dies reicht vom Ethos, Zeitungen zu machen, bis hin zur Selbstverpflichtung, nicht mit Fotos überhäuft zu werden, von verbotenen Themen (keine Berichte über Boxkämpfe) bis hin zu Bildunterschriften (immer datiert) und Rechtschreibung. Jeder Fehler, jeder Fehler der Zeitung kann nicht nur mit dem Verweis auf das "Stilbuch" benannt, sondern auch öffentlich diskutiert werden.

Damit diese Debatte ein Forum bekommt, gibt es seit 1985 einen Ombudsmann – erfahrene Journalisten, die am Ende ihrer Karriere bei der Zeitung die Aufgabe übernehmen, zu vermitteln und unabhängig vom Chefredakteur anwesend zu sein Kritik, Zweifel und Auseinandersetzungen in der detaillierten internen Kommunikation. Die "Verteidigerin des Lesers" (Defensora del Lector) war zwischen 2014 und 2018 die ehemalige Auslandskorrespondentin Lola Galán. Carlos Yárnoz tut dies seit Anfang 2019. Der 1953 geborene neue "Verteidiger des Lesers" war Korrespondent von "El País" in verschiedenen Ländern und Kommentator der europäischen Politik.

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