Evolution: Das Aussehen von Vögeln offenbart ihre Lebensweise – Wissen

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Alle Vögel haben Flügel, Federn und einen Schnabel. Außerdem legen alle Eier. Aber das war fast alles mit den Ähnlichkeiten. Sie müssen lediglich einen kleinen Kolibri mit einem Strauß vergleichen, um festzustellen, wie unterschiedlich die Vögel aussehen, obwohl sie alle zur selben Tierklasse gehören. Das unterschiedliche Erscheinungsbild ist keineswegs zufällig, sondern hat sich im Laufe der Evolution entwickelt, weil sich die Tiere an bestimmte Lebensräume und Lebensweisen angepasst haben. Die lange Zunge des Kolibris eignet sich zum Beispiel perfekt zum Saugen von Nektar aus Blumen, und die langen Beine des afrikanischen Straußes ermöglichen dem Laufvogel lange Wanderungen in Zeiten, in denen das Futter knapp ist.

Aber gehen die speziellen Anpassungen so weit, dass man umgekehrt auch aus seinem Lebensstil, seinem Lebensraum und vielleicht sogar seiner Funktion im Ökosystem auf das Aussehen eines Vogels schließen kann? Ein Team um den Biodiversitätsforscher Alex Pigot vom University College in London untersuchte diese Frage und maß fast 10.000 Vögel aus Museen auf der ganzen Welt (Naturökologie und Evolution). Die Wissenschaftler verglichen neun physikalische Merkmale, darunter den Schnabel, den Schwanz, die Flügel und die Beine, und bezogen sie unter anderem auf das, was die Vögel fressen und wie sie ihr Futter erhalten. Zum Beispiel teilten sie Insektenfresser weiter in Vögel ein, die ihre Beute im Flug fangen, auf dem Boden suchen oder sie unter Wasser finden. Es hat sich herausgestellt, dass das Aussehen sehr gut genutzt werden kann, um zu sagen, wo und wie ein Tier lebt. Einige dieser Zusammenhänge waren offensichtlich, wie zum Beispiel die überdurchschnittlichen Flügel von Arten, die den größten Teil ihres Lebens in der Luft verbringen. Die Biologen stellten jedoch fest, dass die Kombination aller neun Körpermerkmale überraschend genaue Aussagen über die Lebensweise ermöglichte.

Der Pinguin ist nicht mit dem alk verwandt. Trotzdem sehen die beiden gleich aus

Ihre Methode ist viel genauer als entsprechende Vorhersagen, die auf familiären Beziehungen beruhen, schreiben sie in ihrer Studie. Dabei wird angenommen, dass eng verwandte Arten auch in ihrem Lebensstil mehr Ähnlichkeiten aufweisen als Arten, die sich im Laufe der Evolution früh voneinander getrennt haben. Dies ist häufig der Fall, aber nicht immer, wie beispielsweise der Vergleich zwischen Pinguinen und Alkenvögeln zeigt. Die Beziehung zwischen diesen beiden Tieren ist im Grunde dadurch erschöpft, dass beide Vögel sind. Rein räumlich gesehen kamen diese Tiere nie miteinander in Kontakt: Pinguine leben nur auf der südlichen Hemisphäre. Alkenvögel, zu denen Papageientaucher und Guillemots gehören, kommen nur auf der Nordhalbkugel vor. Dennoch sehen Pinguine und Alkenvögel ähnlich aus: Beide haben Schnäbel, Körper und Flügel, mit denen sie gut und schnell schwimmen und Fische unter Wasser jagen können.

Biologen sprechen von Konvergenz. Die vorliegende Studie ist auch ein Beweis für dieses Grundprinzip der Evolution, bei dem sich dieselben physikalischen Eigenschaften allein aufgrund der Umwelteinflüsse, die ein Lebewesen von außen betreffen, mehrmals unabhängig voneinander entwickeln. “Evolution ist ein vorhersehbarer Prozess”, sagt Alex Pigot. Wenn es wieder unter den gleichen Bedingungen beginnen würde, würden Lebewesen auftauchen, die den heutigen auf der Erde sehr ähnlich wären.

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