Fast 100 Tote nach Autobombenanschlag in Mogadischu

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BBei einem der verheerendsten Sprengstoffangriffe der letzten Monate wurden am Samstag in Somalias Hauptstadt Mogadischu fast 100 Menschen getötet und Dutzende verletzt.

"Wir haben jetzt fast 100 Menschen, die bei diesem schrecklichen Angriff ums Leben gekommen sind", sagte der Polizist Ahmed Bashane gegenüber der Deutschen Presseagentur. Die Zahl der Todesfälle nahm stetig zu. Bis Mittag seien 73 Tote und ein Dutzend Verwundete allein in das Medina-Krankenhaus der Stadt gebracht worden, sagte Mohamed Yusuf, der Leiter des Medina-Krankenhauses der Stadt. Acht Tote und ein Dutzend Verwundete wurden von Dahir Elmi im Shafi Hospital gemeldet.

Mogadischus Bürgermeister Omar Mohamed Filish sprach kurz nach der Explosion von 90 Verletzungen, darunter viele Studenten. Nach Angaben der Polizei sind fünf Polizeibeamte und drei türkische Staatsbürger unter den Toten. Nach anfänglichem Wissen sind sie Straßenbauingenieure.

Guterres verurteilt den Angriff aufs Schärfste

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Bombenanschlag in Somalia aufs Schärfste. Laut einer Erklärung in New York am Samstag forderte Guterres, die Verantwortlichen für diese "schrecklichen Verbrechen" zur Rechenschaft zu ziehen. Guterres drückte den Verwandten sein Beileid aus. Er versprach der somalischen Bevölkerung und ihrer Regierung die "volle Unterstützung" der Vereinten Nationen
Nationen.

Die Europäische Union (EU) und Russland sprachen auch von einem "barbarischen Angriff". Der blutige Angriff von Extremisten zielte offenbar darauf ab, die Lage in Somalia zu destabilisieren, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Russland würde die somalische Regierung weiterhin bei ihren Bemühungen unterstützen, das Land zu versöhnen und Wahlen vorzubereiten.

"Unsere Position ist klar", sagte EU-Ratspräsident Charles Michel im Kurznachrichtendienst Twitter, "Europa wird Afrika weiterhin im Kampf gegen den Terrorismus unterstützen." Der somalische Präsident Mohamed Abdullahi Farmajo forderte die Bevölkerung auf, im Kampf gegen den "Feind der Menschenwürde" zusammenzuhalten.

"Die Gegend war voller Menschen"

Augenzeugen sprachen von einem Bild der Verwüstung, nachdem ein anscheinend mit Sprengstoff beladener Lastwagen an einem Kontrollpunkt in einem geschäftigen Viertel während des morgendlichen Berufsverkehrs in die Luft gesprengt worden war. Die Explosion ereignete sich in der Nähe einer Steuerbehörde. Ein Zusammenhang ist noch unklar. Über dem Ort der Explosion befand sich eine große Rauchwolke. Die Auswirkungen der Detonation beschädigten auch zahlreiche Gebäude. Stunden später suchten die Bewohner dort nach Opfern.

"Die Gegend war voll von Menschen, die in der Stadt zur Schule gingen oder einkaufen gingen, als der schreckliche Angriff stattfand", sagte Regierungssprecher Mukhtar Omar. Laut einem Polizeisprecher hat die Explosion am frühen Morgen auch zwei Kleinbusse mit Schulkindern an Bord schwer beschädigt. Augenzeugen berichteten von zerrissenen Körpern und völlig zerfetzten Fahrzeugen. Einige der Helfer versuchten verzweifelt, Verwundete mit Eselskarren oder Fahrrädern in die nächsten Krankenhäuser zu bringen.

Obwohl es anfangs keine Geständnisbriefe gab, wird angenommen, dass die terroristische Shabaab-Miliz hinter dem Angriff steckt. Die Terrorgruppe kämpft seit Jahren im Land am Horn von Afrika um die Vormachtstellung. Die sunnitischen Fundamentalisten beherrschen weite Gebiete im Süden und im Zentrum des ostafrikanischen Landes und verüben wiederholt Angriffe, zuletzt auf Hotels, öffentliche Gebäude oder Plätze sowie auf staatliche Institutionen. Sie sind auch über die Grenzen Somalias hinaus aktiv.

Die Islamisten identifizieren sich jedoch nicht immer als Urheber der Angriffe. Dies gilt auch für den schwersten Angriff in Mogadischu, bei dem im Oktober 2017 mehr als 500 Menschen getötet wurden. Es wird angenommen, dass Anhänger der Gruppe hinter zahlreichen Entführungen stecken. Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten setzen Luftangriffe ein, um die Regierung beim Kampf gegen die Gruppe und bei der Ausbildung von Soldaten zu unterstützen. Eine Truppe der Afrikanischen Union (AU) leistet ebenfalls Unterstützung. Somalia leidet seit Jahren unter Unruhen und Unsicherheit. 1991 stürzten Milizen den Diktator Siad Barre, kämpften dann aber gegeneinander.

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