Finanzskandal im Vatikan: Geld gut angelegt?

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D.Der Mann wurde am Freitagabend unmittelbar nach einem achtstündigen Verhör im Vatikan festgenommen. Seitdem befindet sich Gianluigi Torzi, 41-jähriger Investmentbanker und internationaler Immobilienmakler aus Termoli in Süditalien, in der Obhut der Gendarmerie der Kirchenstaaten. Ihm wird Betrug, Unterschlagung, Geldwäsche und Erpressung durch die vatikanische Justiz vorgeworfen. Bei einer Verurteilung könnte er bis zu zwölf Jahre inhaftiert werden.

Matthias Rüb

Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

Es kommt nicht oft vor, dass ein italienischer Staatsbürger im Vatikan festgenommen wird. Die Anwälte der Inhaftierten zeigten sich am Wochenende zuversichtlich, dass die Unschuld ihres Mandanten bald aufgedeckt wird. Bereits seine Verhaftung sei “das Ergebnis eines großen Missverständnisses und einer Fehlinterpretation der Aussagen”, sagten die Anwälte. Schließlich meldete sich Torzi freiwillig zur Vernehmung aus dem Ausland, arbeitete seit Beginn der Untersuchung auch mit den Behörden des Heiligen Stuhls zusammen und gab ihnen Dutzende von Dokumenten.

Kaufte Anteile an Investmentfonds für 200 Millionen US-Dollar

Das Vertrauen der Verteidiger könnte sich jedoch als unbegründet erweisen. Die spektakuläre Verhaftung von Torzi auf Geheiß des Staatsanwalts des Vatikans, Gian Piero Milano, ist die erste im Zusammenhang mit dem Finanzskandal um das Gebäude in der 60 Sloane Avenue im Londoner Stadtteil Chelsea. Die verwirrte Geschichte begann im Februar 2014, als das Staatssekretariat des Heiligen Stuhls eine Beteiligung am in Malta registrierten Athena Capital Global Opportunities Fund im Wert von gut 200 Millionen US-Dollar erwarb. Mitinhaber des Investmentfonds war der italienische Bankier Raffaele Mincione, der seit jeher die besten Beziehungen zum Staatssekretariat unterhält.

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Das investierte Geld stammte aus eigenen Mitteln des Vatikans, allein in Höhe von 100 bis 150 Millionen Euro aus dem sogenannten Peterspfennig – Spenden an Gläubige auf der ganzen Welt am 29. Juni, dem feierlichen Fest der Apostel Paulus und Petrus, zur Unterstützung wohltätige und apostolische Arbeit des Papstes. Das Staatssekretariat hat zusätzliche Mittel für die Investition von Schweizer Banken geliehen, und Immobilien wurden als Sicherheit verpfändet.

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