Francesca Di Giovanni: Papst ernennt zum ersten Mal Frau zur Regierung des Vatikans

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Bisher war die Regierung des Vatikans vor allem eines: männlich. Aber das ändert sich jetzt: Die Italienerin Francesca Di Giovanni soll Unterstaatssekretärin im Staatssekretariat werden, teilten die Kirchenstaaten am Mittwoch mit.

Damit nimmt die Kirchenregierung mit einer weiblichen Person erstmals in ihrer Geschichte eine Schlüsselposition in der Hauptautorität der Kurie ein. Wer ist die Frau, die jetzt alle Männer aufnimmt?

Francesca Di Giovanni: “absolut überrascht” von der Entscheidung

Di Giovanni, geboren 1985, wurde in Palermo auf Sizilien geboren. Sie hat Jura und Notar studiert und ist seit 1993 für den Heiligen Stuhl tätig. Zu ihren Fachgebieten zählen Flüchtlings- und Migrationsfragen, internationale Menschenrechte, die Stellung der Frau und urheberrechtliche Fragen.

In ihrer neuen Rolle als Subsekretärin für multilaterale Beziehungen wird Di Giovanni in erster Linie für die Aufrechterhaltung des Kontakts zu anderen Abteilungen des Staatssekretariats verantwortlich sein. Ihr Vorgesetzter, der britische Erzbischof Paul Richard Gallagher, bekleidet das Amt des Außenministers in anderen Regierungen.

Bekenntnis des Kirchenoberhauptes: Papst Franziskus macht ein überraschendes Bekenntnis

In einem Interview mit der vatikanischen Nachrichtenseite “Vatican News” sagte Di Francesca, dass sie von der Entscheidung des Papstes “absolut überrascht” sei. “Der Heilige Vater hat zweifellos eine innovative Entscheidung getroffen, die ein Zeichen der Aufmerksamkeit für Frauen ist. Aber bei der Verantwortung geht es mehr um die Arbeit als um die Tatsache, eine Frau zu sein.”

Papst Franziskus will mehr Frauen in Führungspositionen

In der Tat ist die Entscheidung von Franziskus ein kleiner Meilenstein: Nie zuvor hatte eine Frau eine solche Position in der wichtigsten Autorität der vatikanischen Regierung inne. Aber der Papst scheint offen für die Rolle der Frau in der katholischen Kirche zu sein. Er hat bereits mehrfach angekündigt, dass er künftig mehr Frauen in Führungspositionen berufen will.

In seiner Neujahrspredigt sagte er: “Die Frau ist eine Spenderin und Vermittlerin des Friedens und muss voll in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Denn wenn Frauen ihre Gaben weitergeben können, wird die Welt einheitlicher und friedlicher.”

Di Giovanni sagte: “Sie möchte meinen Teil dazu beitragen, dass diese Vision des Heiligen Vaters Wirklichkeit wird.” Der Job sei speziell für sie geschaffen worden, sagten die 66-jährigen “Vatican News”. Der frühere Unterstaatssekretär, Pole Mirosław Wachowski, werde in seiner Position bleiben, solle sich aber künftig in erster Linie mit den bilateralen Beziehungen zu anderen Ländern befassen.

Wird die Kirche in Zukunft mehr öffnen?

Die Ernennung von Di Giovanni erfolgte in einer Woche, in der Rom auch andere mögliche Reformen in der Kirche diskutierte. Ein öffentlicher Streit des ehemaligen Papstes Benedikt XVI. mit dem amtierenden Papst Franziskus für Schlagzeilen. Letzterer möchte kurz auf das Zölibat eingehen. Das Abstinenzgebot der Priester könnte unter bestimmten Umständen und in bestimmten Regionen der Welt gelockert werden.

Bevor diese öffentliche Erklärung abgegeben wurde, meldete sich vergangene Woche ein Kardinal aus Guinea in einem Buch, der eindringlich davor warnte, die Regeln des Zölibats zu schwächen. Benedikt soll Mitautor dieses Buches sein. Da der amtierende Papst die unberührte Richtlinienkompetenz in der Kirche besitzt, werden das Buch und die Aussagen des Ex-Papstes als Affront betrachtet.

Anschwellen: DPA Nachrichtenagentur, Vatikanische Nachrichten, Vatikanische Pressemitteilung

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