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Früherkennung von Prostatakrebs bald bezahlt?

DDas Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gelangt in einem vorläufigen Bericht zum PSA-Screening auf Prostatakrebs zu dem Schluss, dass der Test für einige Männer nützlich ist, da er nicht bedeutet, dass sie die Last einer fortgeschrittenen Krankheit tragen müssen, die Die Schäden durch Überdiagnosen und Überbehandlungen überwiegen. Laut IQWiG-Bilanz profitieren statistisch gesehen drei von tausend Patienten innerhalb von zwölf Jahren. Drei von tausend Patienten werden innerhalb von 16 Jahren vor dem Tod durch Prostatakrebs gerettet. Dies ändert jedoch nichts an der Gesamtmortalität. Weitere drei von tausend Männern, die keinen behandlungsbedürftigen Prostatakrebs hatten, sind aufgrund einer Übertherapie dauerhaft inkontinent, 25 von tausend dauerhaft impotenten Männern häufig in einem relativ jungen Alter.

Darüber hinaus liefert der PSA-Test in fast einem Viertel der Untersuchungen ein falsch positives Ergebnis und simuliert Krebs, der dann in weiteren Untersuchungen ausgeschlossen wird. Dies ist auch eine Belastung für die Betroffenen. Der Vorbericht kann in den kommenden Wochen kommentiert werden. Nach Prüfung der Aussagen legt das IQWiG einen Abschlussbericht vor, auf dessen Grundlage der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet, ob der PSA-Test für ein Screening ohne Verdacht auf Prostatakrebs verwendet und von den Krankenkassen bezahlt werden soll. Wir haben Jürgen Windeler danach gefragt, er ist Leiter des IQWiG.

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Der vorläufige Bericht gibt dem PSA-Screening kein gutes Zertifikat und zeigt, wie der Abschlussbericht aussehen wird. Ist dies das Ende des PSA-Screenings auf Prostatakrebs?

Man kann es nicht so sagen. Wir sind derzeit gegen ein allgemeines PSA-Screening, da Überdiagnosen zu häufig sind und eine Überbehandlung zur Folge hat. Dies belegen die elf hochwertigen Studien, die wir mit mehr als 400.000 teilnehmenden Männern ausgewertet haben. Gelingt es jedoch, mit dem PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs zu verdeutlichen, dass Überdiagnosen deutlich seltener auftreten, könnte die Bewertung anders ausfallen. Hier laufen bereits entsprechende Anstrengungen, die wir mit Interesse verfolgen.

Professor Jürgen Windler, langjähriger Direktor des IQWiG-Instituts in Köln.


Halten Sie den PSA-Test für wertlos?

Nein natürlich nicht. Zur Abklärung von Symptomen oder zur Überwachung ist die Bestimmung des PSA-Wertes zusammen mit anderen Tests eine bewährte Methode.

Urologen weisen darauf hin, dass die Überdiagnose und -therapie bei der Beurteilung des PSA-Screenings wichtiger ist als die Behandlung mit fortgeschrittenem Krebs. Sollte Letzteres bei der Beurteilung des PSA-Screenings nicht stärker berücksichtigt werden?

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