Gehirn gefunden, um gleichzeitig sprachliche und außersprachliche Informationen zu verarbeiten

Ein internationales Team von Wissenschaftlern aus Großbritannien, Spanien, Dänemark und Russland (einschließlich Forschern des HSE Institute for Cognitive Neuroscience) führte ein Experiment durch, das zeigte, dass Menschen während der verbalen Kommunikation automatisch extralinguistische Informationen in die grammatikalische Verarbeitung integrieren. Die Studienergebnisse wurden im veröffentlicht Zeitschrift für wissenschaftliche Berichte.

Während unserer alltäglichen Kommunikation, beim Radiohören oder Fernsehen, nehmen Menschen verbale Informationen wahr und verarbeiten diese, die sowohl sprachliche als auch außersprachliche Merkmale beinhalten. Ersteres bezieht sich auf die Semantik, Syntax, Morphologie und Phonologie der Sprache, während letzteres Geschlecht, Alter, Status und Stimmung des Sprechers signalisiert. Erfolgreiche Kommunikation beruht auf der effektiven Verarbeitung beider Arten von Informationen.

In frühen Stadien der Sprachverarbeitung ist das menschliche Gehirn in der Lage zu erkennen, ob eine grammatikalische Konstruktion, zB eine Subjekt-Verb-Vereinbarung in einer Phrase, korrekt ist. Auch außersprachliche Informationen wie das Geschlecht des Sprechers werden in den frühen Stadien der Sprachanalyse verarbeitet. Aber bis vor kurzem war unklar, was früher passiert: die Verarbeitung des grammatikalischen Geschlechts oder des Geschlechts des Sprechers.

Um diese Frage zu beantworten, führten die Forscher ein Experiment mit 37 russischen Muttersprachlern durch: 17 Männer und 20 Frauen im Alter von 19 bis 32 Jahren. Die russische Sprache wurde für das Experiment ausgewählt, weil sie erstens die Geschlechterübereinstimmung aufweist, das in der Studie untersuchte grammatikalische Merkmal . Zweitens können in dieser Sprache die außersprachlichen Informationen in grammatikalischen Konstruktionen widergespiegelt werden: Verben der Vergangenheitsform können männliche, weibliche oder sächliche Geschlechtsformen haben. Dadurch konnten die Forscher gleichzeitig die Verarbeitung sprachlicher und außersprachlicher Informationen untersuchen.

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Während des Experiments schauten die Teilnehmer zu Wallace & Gromit: Der Fluch des Werhasen Animationsfilm (Regie: Nick Park und Steve Box, 2005) mit abgeschaltetem Ton. Gleichzeitig wurden ihnen Phrasen über Kopfhörer vorgespielt, die in zwei Stimmen – männlich und weiblich – gesprochen wurden. Die Phrasen verwendeten zehn russische Verben in der Vergangenheitsform Singular (die auf Russisch geschlechtsspezifisch gekennzeichnet ist). Während die Phrasen grammatikalisch korrekt waren, stimmten die Verbformen manchmal mit dem Geschlecht des Sprechers überein oder stimmten nicht überein. Die Sätze wurden 20 Mal in pseudozufälliger Reihenfolge wiederholt. Die Teilnehmer wurden angewiesen, die auditiven Reize zu ignorieren und sich auf den Film zu konzentrieren. Während des Experiments wurde die elektrische Aktivität des Gehirns mittels EEG aufgezeichnet.

Nachdem sie den Film gesehen hatten, wurden die Teilnehmer gebeten, einen Multiple-Choice-Fragebogen auszufüllen, um sicherzustellen, dass sie auf den Film und nicht auf die auditiven Reize geachtet hatten. Dann wurden sie angewiesen, die 10 experimentellen Verbformen aus 20 Füllwörtern (Verbformen, die im Experiment nicht verwendet wurden) zu lesen und auszuwählen.

Die EEG-Daten zeigten, dass beide ausgewählten Merkmale – das grammatikalische Geschlecht und das Geschlecht des Sprechers – gleichzeitig und automatisch während der frühen Sprachverarbeitung analysiert wurden.

Maria Alekseeva, die Studienautorin, Junior Research Fellow am Center for Cognition and Decision Making:

„Unsere Forschung verbindet Linguistik, Psychologie, Kognitionswissenschaften und Neurowissenschaften. Die in der Arbeit präsentierten Ergebnisse werden nicht nur zu unserem Verständnis der Funktionsweise von Sprache und ihrer Verarbeitung durch das Gehirn beitragen, sondern können auch unsere zwischenmenschliche Kommunikation erleichtern.’

Quelle:

Zeitschriftenreferenz:

10.1038/s41598-022-14478-2

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