Gericht verbietet Streik in Frankfurt

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DDie Küchen dürfen nicht kalt bleiben: Laut Lufthansa hat das Arbeitsgericht Frankfurt am Donnerstag eine einstweilige Verfügung gegen den von der Gewerkschaft Verdi geplanten Streik bei der Catering-Tochter LSG in Frankfurt erlassen. Dies teilte ein Sprecher der Fluggesellschaft am Mittwochabend mit. Bezüglich des LSG-Standortes in München liegt noch keine gerichtliche Entscheidung vor. Die Gewerkschaft Verdi und das Frankfurter Arbeitsgericht standen zunächst nicht für Stellungnahmen zur Verfügung.

Verdi hatte zuvor angekündigt, dass die LSG-Mitarbeiter an den Flughäfen Frankfurt und München ab Mitternacht für 24 Stunden ihre Arbeit einstellen sollten. Mit dem Streik will die Gewerkschaft insbesondere Langstreckenflüge der Lufthansa abwickeln, die ohne Bordverpflegung nicht starten dürfen, und kündigte Stornierungen und Verspätungen an.

Hintergrund ist der bereits vereinbarte Verkauf des europäischen Geschäfts der Catering-Tochter LSG Sky Chefs an den Schweizer Weltmarktführer Gategroup. Verdi benötigt einen Tarifschutz für die betroffenen Mitarbeiter.

"Wir bitten die LSG, das Einkommen von rund 7000 Mitarbeitern tarifvertraglich abzusichern", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Katharina Wesenick nach mehreren Firmentreffen am Vortag. Das Versprechen des Verwaltungsrates, soziale Verantwortung für die Mitarbeiter zu übernehmen, wurde bis Mittwoch nicht eingelöst. "Soziale Verantwortung bedeutet, Mitarbeiter von ihrem Lebensunterhalt zu entbinden und Rechtssicherheit zu schaffen."

Union erwartet niedrige Gehälter

Verdi hat in den vergangenen Wochen mehrfach Warnstreiks bei LSG abgesagt, um die Verhandlungen mit Lufthansa fortzusetzen. Bisher ist dies nicht gelungen. Verdi wollte Altersteilzeit und langfristige Gehaltsgarantien für Arbeitnehmer in Deutschland durchsetzen. Ein weiterer Streitpunkt waren stark reduzierte Flugtickets, von denen die Mitarbeiter der LSG zuvor profitieren konnten. Unter dem neuen Eigentümer Gategroup erwartet die Gewerkschaft Sparmaßnahmen und niedrigere Gehälter.

Insgesamt sind bei LSG weltweit rund 35.500 Mitarbeiter beschäftigt. Laut Lufthansa sind in den inzwischen verkauften Teilen des Unternehmens rund 7.100 Mitarbeiter beschäftigt, darunter einige Sonderaktivitäten. 2018 erwirtschafteten sie einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro.

Das gesamte Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis (Adjusted EBIT) von 115 Millionen Euro bei einem Umsatz von 3,2 Milliarden Euro, lag jedoch deutlich unter der Profitabilität des gesamten Lufthansa Konzerns.

Gategroup ist seit April im Besitz der asiatischen Investmentgesellschaft RRJ Capital. Die ehemalige Swissair-Tochter wurde 2016 vom chinesischen Konglomerat HNA gekauft und von der Schweizer Börse vom Markt genommen. Das Unternehmen bezeichnet sich als weltweit führender Anbieter von Bordcatering und verwandten Dienstleistungen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 43.000 Mitarbeiter und beliefert jährlich mehr als 700 Millionen Passagiere von mehr als 200 Unternehmen. Im vergangenen Jahr wurde ein Umsatz von 4,9 Milliarden Franken (4,32 Milliarden Euro) erzielt.

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