Zehntausende Apps haben keinen Zugriff mehr auf Facebook. Das Unternehmen hat die Programme von rund 400 Entwicklern blockiert – sie sollen die personenbezogenen Daten von Nutzern missbraucht haben.

Von Marcus Schuler, ARD Studio Los Angeles

Facebook hat in den letzten Monaten Zehntausenden von Apps den Zugang zu Facebook vorübergehend verweigert. Das Unternehmen sagte in einem Blog-Post. Laut Facebook gehen die jetzt gesperrten Apps auf mehr als 400 Entwickler zurück, die diese Anwendungen programmiert haben.

Die Zahl ist viel höher als das Unternehmen zuvor angegeben hatte. Im Mai letzten Jahres hat Facebook laut Facebook 200 Apps eingestellt, im August 2018 sollen es 400 gewesen sein.

Nach dem Skandal um Cambridge Analytica

Auslöser für die Untersuchung sind die Folgen des Cambridge-Analytica-Skandals. Im Frühjahr letzten Jahres wurde bekannt gegeben, dass das britische Unternehmen Cambridge Analytica Millionen von Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern gesammelt hatte. In dem jetzt veröffentlichten Blog-Beitrag heißt es, dass die Einstellung so vieler Apps nicht unbedingt ein Hinweis darauf ist, dass diese Apps Benutzerdaten missbraucht hätten. Einige der Apps wurden noch nicht veröffentlicht, andere wurden ausgesetzt, weil sie auf die Anfrage des Unternehmens noch nicht reagiert haben.

Firma verklagt

Facebook hat jedoch einige Apps vollständig blockiert. Unter anderem gibt es eine App unter dem Namen "myPersonality". Dies hatte sich geweigert, weitere Informationen bereitzustellen. Darüber hinaus wurde das südkoreanische Datenanalyseunternehmen Rankwave verklagt, weil es sich weigerte, an der Untersuchung mitzuarbeiten.

In seinem Blog-Eintrag hat Facebook nicht mitgeteilt, wie die 400 Entwickler mit Zehntausenden von Apps in Verbindung gebracht werden können. Facebook-Chef Mark Zuckerberg war diese Woche in Washington, um die Politik für sein Unternehmen in Stimmung zu bringen, das Gegenstand umfangreicher strafrechtlicher Ermittlungen ist. Unter anderem traf er mit US-Präsident Donald Trump zusammen.

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