Grippeschutzimpfung wahrscheinlich weniger effektiv als gewünscht

| |

Foto: CC0

Die Grippeimpfung, die in dieser Saison bereitgestellt wurde, schützt wahrscheinlich nicht vollständig vor den Grippeviren, die es jetzt gibt (oder geben wird).

Zu diesem Schluss kommt das Gesundheitsinstitut RIVM. Noch ist unklar, wie viel weniger die Spritze schützt als erwünscht.

Im Moment scheint es viel weniger Grippe zu geben als in den Wintern ohne Corona, aber das könnte sich ändern, zumal die Gesellschaft wieder in Gang kommt und mehr Kontakte auftreten. Dann können die Auswirkungen beispielsweise auf das Gesundheitswesen laut RIVM immer noch erheblich sein.

Schließlich kann die Grippe sehr hässlich ausfallen. „Es ist sehr schwer zu sagen, was passieren wird“, sagte die Epidemiologin Rianne van Gageldonk-Lafeber, Leiterin der Abteilung für Atemwegsinfektionen am Zentrum für die Kontrolle von Infektionskrankheiten des RIVM. „Aber wir verfolgen die Entwicklungen genau.“

In ganz Europa gebe es kaum noch Grippe, nur in Frankreich und Schweden sei die Krankheit laut Van Gageldonk häufiger. Um den Jahreswechsel gingen nach Angaben der Sonderwächterstationen hierzulande nur sechs von 100.000 Menschen mit grippeähnlichen Beschwerden zum Hausarzt. RIVM und Erasmus MC untersuchen Grippevirusproben von Menschen mit Grippesymptomen in ihren Labors. Sie sahen, dass die Eigenschaften der im aktuellen Schuss verarbeiteten Viren „leicht“ von den Viren abweichen, die in dieser Saison am häufigsten vorkommen.

Es gibt viele verschiedene Grippeviren. Jeweils im Februar schauen sich Wissenschaftler an, mit welchen Grippeviren für den kommenden Winter zu rechnen ist. Vier dieser Viren werden dann (in harmlosen Stücken davon) bei der anstehenden Grippeimpfung verarbeitet, damit eine geimpfte Person besser gegen die Krankheit gewappnet ist. Aber in der Zeit bis zum Herbst, wenn Menschen über 60 und Gefährdete zur Grippeimpfung aufgerufen werden, können sich diese Viren noch entwickeln. Dies kann den Impfstoff weniger wirksam machen.

Ein sogenanntes „Mismatch“ zwischen dem Jab und den gängigen Viren ist häufiger aufgetreten. Während der großen Grippeepidemie 2017/2018 trat eine Art Dominanz auf, die nicht vorhergesehen worden war. Damals waren allerdings nur drei Viren im Impfstoff enthalten.

Die Wirksamkeit des Schusses hängt auch davon ab, wie viele Viren in der Nähe sind. Es war bereits bekannt, dass es für den Winter 2021/2022 schwierig sei, eine gute Vorhersage über die zu erwartenden Viren zu treffen. Die Corona-Maßnahmen, die in den vergangenen zwei Jahren zu mehr Hygiene und weniger Reisen geführt haben, haben der Grippe die Ausbreitung erschwert. Das machte es auch schwieriger, Informationen für den neuen Schuss zu sammeln.

.

Previous

EXKLUSIV: Der Präsident ging zur Halbzeit in die Umkleidekabine

Schweden schickt mehr Soldaten nach Gotland – VG

Next

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.