Huawei bleibt im Krisenmodus: "Überleben hat für uns oberste Priorität"

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Vom Nischenanbieter zum zweitgrößten Smartphone-Hersteller der Welt: Das chinesische Elektronikunternehmen Huawei hat in den letzten Jahren beispiellose Fortschritte erzielt. Die Ambitionen waren hoch und langfristig wollten die Chinesen sogar weltweit die Nummer eins werden. Dies änderte sich im Mai letzten Jahres, als Huawei zum bedeutendsten Opfer des Handelskrieges zwischen China und den Vereinigten Staaten wurde.

US-Präsident Donald Trump hat das chinesische Unternehmen aus Sicherheitsgründen auf die sogenannte Blacklist der USA gesetzt. Google hat dann die Android-Lizenz aus der Gruppe entfernt. Ein Debakel für die Gruppe: Das im Herbst vorgestellte Top-Smartphone Mate 30 kam ohne YouTube, Google Maps und den vorinstallierten Play Store aus und konnte sich trotz der spektakulären Technologie nicht im Massenmarkt entzünden.

Die Sicherheitsdebatte hat Huawei nicht nur viel Vertrauen gekostet, sondern auch wirtschaftliche Spuren hinterlassen. Trotz des Drucks aus den USA konnte der Konzern den Umsatz im abgelaufenen Jahr um rund 18 Prozent steigern – das waren mehr als viele Experten erwartet hatten -, aber der Wert liegt unter den ursprünglichen Prognosen, wie Huawei-Chef Eric Xu im Rahmen seiner Neujahrsansage an rund 190.000 Mitarbeiter.

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"Schwierige Bedingungen für Huawei"

"Es wird ein schwieriges Jahr für uns", dämpfte Xu auch die Erwartungen für 2020. "Überleben ist unsere oberste Priorität." Die USA drängen ihre Partner wie Deutschland und andere Länder, die Huawei-Technologie nicht zu verwenden, wenn sie ihre Mobilfunknetze auf den schnellen 5G-Standard ausbauen. Xu erwartet, dass das Unternehmen im neuen Jahr auf der schwarzen Liste bleibt.

"Langfristig wird die US-Regierung die Entwicklung führender Technologien weiter unterdrücken, was für Huawei schwierige Bedingungen schaffen wird", sagte Xu. Trotz allem wird das Unternehmen weiterhin in neue Technologien investieren, darunter ultraschnelles mobiles Internet 5G, künstliche Intelligenz und Cloud Computing.

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Huawei entwickelt ein eigenes Betriebssystem

Der von der US-Regierung eingeleitete Boykott erwies sich auch in gewisser Hinsicht als weniger wirksam als erwartet: Huawei fand alternative Quellen für viele Gerätekomponenten, darunter den eigenen Chip-Entwickler Hisilicon. Das Unternehmen ist nun in der Lage, die wichtigen 5G-Geräte komplett ohne Komponenten aus den USA herzustellen.

In diesem Jahr wird Huawei auch weitere Schritte unternehmen, um die Abhängigkeit von Google und dem Android-Betriebssystem weiter zu verringern. Das Unternehmen beschleunigt seit mehreren Monaten die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems. Allerdings ist die Software noch nicht so weit, dass Huawei auf Android auf seinen Smartphones verzichten kann – von denen der Konzern trotz aller Probleme im vergangenen Jahr 240 Millionen Stück ausgeliefert hat. Ob Ihr eigenes Betriebssystem langfristig erfolgreich sein wird, hängt unter anderem davon ab, ob es Huawei gelingt, genügend Drittentwickler an Bord zu holen.

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