Immobilien 2020: Wohnungssuche wird schwieriger

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Der jüngste Bericht der Bundesbauanstalt ist eine Alarmmeldung für alle, die den Kauf einer Immobilie bisher verschoben haben: Der Traum vom Eigenheim rückt Jahr für Jahr weiter in die Ferne. Marktbeobachter verzeichneten seit 2009 einen durchschnittlichen Preisanstieg von 4,3 Prozent pro Jahr, und Eigentumswohnungen und Grundstücke sind noch teurer geworden. Die normalen Löhne konnten mit dieser Entwicklung niemals Schritt halten. Allenfalls ein echter Karriereschritt, eine Erbschaft oder ein Lottogewinn können die Lücke schließen.

Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich die Situation entspannt, da sich unter den Rahmenbedingungen kaum etwas so schnell ändern wird. Der Umzug in die Metropolregionen führt zu einer schnell wachsenden Nachfrage nach Wohnraum, sei es als Eigentum oder zur Miete.

Das Ungleichgewicht konnte nur durch Neubauten ausgeglichen werden, aber das ist leichter gesagt als getan. Es gibt kaum Gebiete in den Städten, die dafür geeignet sind, und die sogenannte Nachverdichtung, d. H. Zusätzliche Stockwerke, Anbauten oder der Bau von Gebäuden, zum Beispiel auf ehemaligen Friedhöfen, stößt auf massiven Widerstand der Anwohner. Es gibt auch lange Genehmigungsverfahren und komplizierte Bauvorschriften. Und am Ende ist es schwierig, eine Baufirma zu finden, die noch Kapazitäten hat.

Internationale Investoren betreten den Markt

Ein weiterer Faktor wirkt sich jedoch noch stärker auf die Preise aus: Mehr denn je drängen institutionelle Anleger mit nahezu unbegrenztem Geldvolumen auf den Markt. Einige von ihnen sind Spekulanten, die einen schnellen Gewinn anstreben, aber vor allem Pensionskassen und Versicherungsunternehmen, die strenge Anforderungen an die Sicherheit ihrer Anlagen erfüllen müssen. Angesichts der Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank haben sie nur noch wenige Alternativen, um das ihnen anvertraute Geld so anzulegen, dass zumindest eine Minirendite entsteht.

Die Summen, die den Markt überschwemmen, sind riesig. Immobilien in Deutschland wechselten im vergangenen Jahr nach Angaben der Bundesbauanstalt den Besitzer im Rekordwert von 269 Milliarden Euro. Mehr als zwei Drittel davon betrafen private Wohnungen und Häuser.

Internationale Investoren blicken zunehmend auf den deutschen Markt, weil das Land als stabil gilt und die Gerichte vorhersehbar sind. Die Experten des internationalen Beratungsunternehmens JLL schreiben in ihrer jährlichen Analyse, dass die Konten dieser Investoren weltweit mehr als 320 Milliarden US-Dollar für Neuakquisitionen reserviert haben. Darüber hinaus werden aus auslaufenden Staatsanleihen im kommenden Jahr insgesamt rund 125 Milliarden Euro anfallen, die neu investiert werden müssen.

Wertsteigerung bringt Rendite

Selbst wenn nur ein Teil davon nach Deutschland fließt, ist mit erheblichen Auswirkungen zu rechnen. Und da das Angebot kaum wächst, werden die ohnehin hohen Immobilienpreise weiter steigen. Die Frage, ob Mieten die hohen Kapitalkosten zurückbringen, scheint für Investoren von untergeordneter Bedeutung zu sein. Sie hoffen vielmehr, dass der Mehrwert des Gebäudes die Rendite einbringt.

Natürlich wird die Entwicklung nicht für immer weitergehen, aber Experten sehen die Grenze noch nicht. Für Privatpersonen, die eine Wohnung suchen – ob zur Miete oder als Eigenheim – bedeutet dies auch im Jahr 2020 maximalen Stress. Zumindest in den großen Städten müssen sie sich freuen, wenn sie eine Wohnung finden, in der sie sich wohl fühlen. Der Preis dürfte auf jeden Fall schaden.

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