Internationales Kapital steckt im Magen des Löwen – NURULLAH GÜR

Die Weltwirtschaft befindet sich in einem Einbruch. Die Zeit der reichlichen Liquidität ist vorbei. Die Zinsen steigen. In unsicheren Zeiten haben Anleger Angst, Risiken einzugehen. Entwicklungsländer werden in den nächsten 9 bis 12 Monaten Schwierigkeiten haben, internationales Kapital anzuziehen.

Wir befinden uns in einer sehr schwierigen Zeit für die Entwicklungsländer. Eine kurzfristige Verbesserung der Bedingungen ist nicht zu erwarten. Tatsächlich dürfte das Wetter etwas rauer werden. Die Zeit der reichlichen Liquidität ist vorbei. Zentralbanken, die von der Inflation (sowohl in Zahlen als auch in Verlegenheit) niedergeschlagen wurden, drücken den Geldhahn. Die Zinsen steigen. Eine globale Rezession, die sich synchron entwickeln kann, war das Basisszenario für viele internationale Finanzinstitute. In diesem Umfeld, in dem Dutzende verschiedener Unsicherheiten weit verbreitet sind, vermeiden Anleger das Eingehen von Risiken so weit wie möglich. Anlagen in Schwellenländern gehören zu den ersten Häfen, die vom weltweiten Ausverkauf betroffen sind.

Wie aus der Grafik ersichtlich, beläuft sich die Summe der internationalen Portfolioinvestitionen aus Entwicklungsländern im Frühjahr auf rund 19 Milliarden Dollar. Man kann nicht sagen, dass eine gute Einführung in die Sommermonate gelungen ist.
Die Aktienmärkte der Entwicklungsländer verzeichneten in den ersten 6 Monaten des Jahres die schlechteste Performance der letzten 24 Jahre. Nach der Südasienkrise (1997-1998) hat es noch nie eine so lange Verkaufswelle gegeben. Für Entwicklungsländer ist internationales Kapital nicht einmal im Rachen des Löwen, es ist buchstäblich in seinem Magen. Etwas schwieriger gestaltet sich der Prozess für Länder mit Leistungsbilanzdefizit und/oder hoher Auslandsverschuldung.

WEICHE LANDUNG SUCHEND

Die amerikanische Wirtschaft steht im Zentrum dieses ganzen Prozesses. Die Fed ist auch der Akteur Nummer eins im Spiel. Die Fed ist das Risiko einer Rezession eingegangen, um die Inflation zu senken. Sie werden die Zinsen weiter erhöhen.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass die amerikanische Wirtschaft ab Mitte 2023 in die Rezessionszone eintritt, steigt von Tag zu Tag. Aber der Arbeitsmarkt in den USA ist nach wie vor stark. Mit anderen Worten, die Arbeitslosenquote ist niedrig und das Stellenangebot hoch. Auch wenn die Arbeitslosenzahlen mit der Straffung der Geldpolitik steigen werden, könnte die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen dank der derzeitigen Stärke des Arbeitsmarktes nicht genug zurückgehen, um die Wirtschaft schrumpfen zu lassen. Einige Fed-Mitglieder hegen immer noch diese Hoffnung. Wir können dieses Szenario als „sanfte Landung“ bezeichnen. Solange dieses Szenario anhält, wird die Fed die Zinsen weiter erhöhen.
Zinserhöhungen sind nicht auf 2022 beschränkt, sie können auch bis 2023 vorgetragen werden. Aber wenn die geldpolitische Straffung die US-Wirtschaft in eine scharfe Rezession stürzt, dann könnten die Fed-Vertreter den Zinserhöhungszyklus früher als geplant beenden. Diese beiden Szenarien haben Vor- und Nachteile für Entwicklungsländer. Aber was auch immer passiert, Entwicklungsländer werden es in den nächsten 9 bis 12 Monaten schwer haben, internationales Kapital anzuziehen. Wenn wir den langfristigen Trend betrachten, sehen wir, dass der Dollar seit 2014 gegenüber Schwellenländerwährungen aufgewertet hat. Der Dollar wird seinen starken Kurs noch eine Weile fortsetzen.

EXPORTKANAL

Es stellt sich die Frage, ob ein starker Dollar zumindest im Außenhandel Entwicklungsländer begünstigen kann. Kurzfristig scheint es nicht wahrscheinlich. Einerseits erschweren die hohen Produktions- und Transportkosten, andererseits die Abwärtsbewegung der Weltwirtschaft, den Entwicklungsländern, ihre Exporte zu steigern. Es kann Ausnahmen geben; Für die meisten Entwicklungsländer wird es jedoch eine Zeit lang schwierig sein, zusätzliche Devisenzuflüsse von den Exportmärkten zu erhalten. Sogar die Beibehaltung der derzeitigen Export- und Tourismuseinnahmen im nächsten Jahr kann für einige Entwicklungsländer als erfolgreiche Leistung angesehen werden. Entwicklungsländer auf dem Weg aus diesem schwierigen Prozess sollten ihren Schuldendienst gut handhaben und sich von Maßnahmen fernhalten, die zusätzliche Unsicherheiten verursachen könnten.

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