Iris van Herpen markiert 15 Jahre Haute Couture mit einer IRL-Show – WWD

Iris van Herpen malt eine idealisierte Vision von Mode, in der ätherische Kleider um Gliedmaßen zu wachsen scheinen wie Efeu an einem Spalier. Ihre Designs – zwischen organisch und futuristisch schwebend und oft der Schwerkraft trotzend – sind seit jeher Metaverse-fähig.

Die Realität griff am Montag ein, als eine Krankheit unter wichtigen Microsoft-Technikern Pläne für ein Runway-Erlebnis mit gemischter Realität zunichte machte, bei dem die HoloLens des Technologiegiganten, ein holografisches Gerät, zum Einsatz gekommen wäre.

Dennoch gab es im Ballsaal mit Holzboden des Élysée Montmartre, in dem van Herpen anlässlich ihres 15-jährigen Jubiläums ihre erste physische Couture-Show seit Jahren veranstaltete, mit bloßem Auge viel zu sehen. Unter einer Decke mit goldenen Federn, die zuckten und wirbelten, stellte sie 16 Kleider zur Schau, die ein Trio mythologischer Erzählungen spannen, die akribisch detailliert auf drei Seiten mit Shownotizen dargestellt wurden.

Sie könnten diese Allegorien entwirren oder sich einfach zurücklehnen und sich von Kleidern blenden lassen, die irgendwo zwischen Insektenflügeln und fleischfressenden Pflanzen liegen. Einige glichen Schneeflocken auf Steroiden; andere Tiefseekreaturen, denen zarte Ranken sprießen. Viele von ihnen hatten einen silbrigen Glanz, was zu ihrer außerirdischen Anziehungskraft beitrug.

Immer die Grenzen mit Technologie, Stoffinnovation und Haute sprengen Couture savoir-faire, van Herpen heiratete ihre 3D-gedruckten Mieder irgendwie mit biologisch abbaubarem Bananenblattstoff oder versteiftem und plissiertem Tüll, der von Schultern und Hüften abwirbelte, wie Dampf, der sich von einem See windet.

Während sich viele der Kleider vertraut anfühlten, war die Überraschung ihrer Show ihr königlicher Narzissenmantel, dessen Kragen und Schulterlinie sich wie eine Blume öffneten. Gesichter schauten aus dem cremefarbenen Stunner heraus, geätzt in Upcycling-Bänder, die so bestickt waren, dass sie senkrecht auf dem Stoff standen, wie eine Skulptur von Richard Serra.

Am Ende der Show stellten sich die Models in kleinen Gruppen nach den drei Mythen auf, um die die Kollektion aufgebaut war: Daphne und Apollo, plus Arachne, zusätzlich zu Narcissus.

Und dann kam van Herpen mit zwei Mitgliedern ihres Teams und dem gesamten Atelier im Schlepptau heraus, deren Hände alles zum Leben erweckten. Herzlichen Glückwunsch, Team Iris!

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