Karl Geiger: "Nach dem ersten Moment war ich auf 180" – Sport

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Das Bergisel südlich von Innsbruck ist nichts anderes als ein kleiner Hügel. Aber die Bedeutung dieses Hügels ist enorm. Es war der Schauplatz der Verteidigung der Stadt im Jahr 1809. Und es ist immer noch umstritten, wenn es um die Ruhe der Bewohner geht. Der Bergisel spielt auch beim Skispringen eine große Rolle. Weil nicht jeder rüberkommt.

Die dort thronende Schanze hat oft die Ambitionen der anderen Favoriten auf den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee zerstört. Eine der Hauptursachen war immer die Form des Versagens, aber mehr als anderswo ist das System den Launen des Windstoßes, des Schneetreibens, des Regens oder der Morgendämmerung ausgesetzt. Es war der Wind am Samstag. Nach dem turbulenten Finale von Innsbruck stand die Liste der Reiseleiter plötzlich auf dem Kopf.

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Ryoyu Kobayashi, der bislang herausragende Japaner, verlor seine gesamte Führung und ist erst Vierter. Karl Geiger, der Oberstdorfer, der in seiner Lebensform nur Zweiter war, belegt nur den dritten Platz. Die Norweger Marius Lindvik und Pole Dawid Kubacki liegen nun vor den beiden ehemaligen Top-Favoriten. Die Distanzen sind nicht gerade eng, aber immer noch in einem Rahmen, der jetzt alle Möglichkeiten für das Finale in Bischofshofen offen lässt. Auf Kubacki liegt Lindvik 9,1 Punkte zurück (fünf Meter bei der Landung), Geiger 13,3 (7,3 m) und Kobayashi 13,7 (7,6 m).

Geiger und Kobayashi können noch auf eine Wende dieser Wende hoffen. Denn der Berg von Bischofshofen ist am Anfang sehr weit. Und für unerfahrene Springer wie den 21-jährigen Marius Lindvik ist es nicht einfach, den genauen Punkt für den Sprung zu treffen, besonders wenn sie wie Lindvik noch nie zuvor hier gesprungen sind. Darüber hinaus sorgt die weitläufige Landefläche dieses fliegenden Hügels für eine gewisse Streuung. Höhere Entfernungen können schnell zusammenkommen.

Der Bergisel ist nicht nur gnadenlos, sondern auch manchmal gerecht

Aber das sind nur Spekulationen, und die Enttäuschung der beiden Führer, die nur führen, ist groß. Geiger sagte: "Ich war nach dem ersten Moment um 180." Dieser Rückschlag hatte jedoch schon etwas früher angedeutet. Die Wettkampfleitung hatte den Anlauf frühzeitig verkürzt, was den Anlauf und die Fluggeschwindigkeit sowie die Freude der Athleten verringerte. Die Freude am Fliegen war nur für diejenigen möglich, die auf einer langen Fahrspur noch schneller wurden, oder für die wenigen, die später Gegenwind bekamen.

Man muss es wie Kubacki benutzen können. Der Wind blies ihn ungefähr einen Meter pro Sekunde an, er genoss den Flug. Er landete drei Meter hinter dem Hügel und erschreckte sichtlich die folgenden. Der Aufwind schwächte sich plötzlich wieder ab: Sowohl Kobayashi als auch Geiger stürzten ab und schwangen sich nach der Landung mit erschrockenen Gesichtern. Stefan Kraft, der Führer der Österreicher, der auf einer Tour erneut enttäuscht war, kam nicht weit. Im Gegenzug war Marius Lindvik, der aus dem Nichts kam, noch Zehnter in Oberstdorf und der Letzte dieser ersten Runde, sogar auf Kubacki angewiesen.

Geiger war jetzt dreiundzwanzig, und es schien nur logisch, dass seine großen Hoffnungen auf einen Tourgewinn gerade hier versiegt waren. Nach einer Saison, in der es nur um Top-Ten-Platzierungen ging, schien dieser Tiefschlag nach der Gelassenheit und Beständigkeit, die er allen Konkurrenten voraus zu sein schien, irreparabel.

Aber der Bergisel ist nicht nur gnadenlos, er ist auch manchmal gerecht. Diesmal am Ende dieser zweiten Runde, die fast die gesamte 68. Tour entschieden hätte. Geiger sprang sehr früh, und seine Breite war anfangs bedeutungslos: wenig Wind, 126 Meter, anscheinend ein Durchschnittswert. Am Ende war es die zweitbeste Leistung. Da der Anlauf nun verlängert wurde und die Nachfolger erneut Abzüge erhielten, hat sich gleichzeitig die Sicht verschlechtert, und schließlich erhielten auch die beiden Spitzenreiter, die zuvor so stark vom Wind profitiert hatten, viel Luft von hinten und hinten fiel zu früh runter.

Für Bundestrainer Stefan Horngacher und den Rest der deutschen Skispringer wurde das Ganze zu einer Party, bei der sie plötzlich wieder eintrafen, nachdem sie durch den Hintereingang rausgeschmissen worden waren. Und mit einem "Supersprung", wie Horngacher sagte: "Karl hat noch jede Chance. Es hätte schlimmer kommen können." Karl Geiger weiß, dass er in Bischofshofen nicht nur Konstanz und Können, sondern auch Glück braucht. Aber er sagte, als die Dunkelheit über den Berg und das Stadion hereinbrach: "Es ist noch nicht vorbei."

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