Kein Wasser, keine Versorgung, keine Nahrung: In Syrien ist fast die gesamte Bevölkerung der Verzweiflung nahe | JETZT

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Außerhalb der Sicht der Welt ist in Syrien eine stille Katastrophe im Gange. Fast die gesamte Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Nur wenige Menschen können sich Nahrung, Pflege und sauberes Trinkwasser leisten. Infolgedessen kommt es jetzt auch zu einem Cholera-Ausbruch, sagt das Rote Kreuz im Gespräch mit NU.nl. Die Organisation eröffnet die Gironummer 6251, um dem Land zu helfen.

Rotkreuz-Direktorin Marieke van Schaik nennt die Lage schlimmer als in der schwersten Kriegsphase. “Das Land wurde in Stücke geschossen. Es gibt wenig oder keinen Strom. Die Wasserversorgung ist unterbrochen. Fachkliniken und Krankenhäuser sind zerstört.”

Letzteres ist, salopp gesagt, das kleinste Problem der Bevölkerung. „Denn wenn dort jemandes Kind ein Bein bricht, gibt es überhaupt kein Geld für den Transport und die nötige medizinische Hilfe“, erklärt Van Schaik.

Zahlen zu Problemen in Syrien:

  • Der Krieg führte zwischen 2011 und 2021 zu 350.000 Toten
  • Derzeit sind 25 Prozent der Bevölkerung auf der Flucht
  • 90 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze
  • Zwei Drittel der Bevölkerung leiden unter Nahrungsmittelknappheit
  • Die Hälfte aller Wasser- und Toilettenanlagen wurde zerstört
  • 59 Prozent der Krankenhäuser sind geöffnet, aber für Behandlungen fehlt das Geld
  • Hunderte von Menschen erkrankten in nur einem Monat an Cholera

Mehr als 17 Millionen Einwohner leben in Syrien. Fast fünfzehn Millionen von ihnen leben unterhalb der internationalen Armutsgrenze. Das bedeutet, dass sie etwa einen Dollar (1,03 Euro) pro Tag (oder weniger) ausgeben müssen, während die Preise im vergangenen Jahr um durchschnittlich 80 bis 90 Prozent gestiegen sind. So ist der Preis für Lebensmittel.

Van Schaik war im Juli noch in Syrien. Sie sah, dass Menschen versuchen, mit Hilfe aus dem Ausland zu überleben. Sie versuchen auch, auf innovative Weise an Geld, Nahrung und Wasser zu kommen. Die Bewohner versuchen zum Beispiel, besonders oft zu arbeiten und ihre eigenen Gärten zu pflegen, aber die Dürre im Land macht letzteres schwierig.

„Wir müssen ihnen eine Perspektive geben, damit sie überleben können“

Rotkreuz-Direktorin Marieke van Schaik

15 Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe

Fast 15 Millionen Syrer sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Nach Angaben des Roten Kreuzes leben sie “in einem Chaos”, die Situation sei “extrem schlimm”. Ohne Hilfe sind viele vom Tod bedroht.

Aber gerade zu diesem Zeitpunkt nimmt Syrien den Rest der Welt weniger wahr. Der Krieg in der Ukraine, aber auch die Lage in Afghanistan und Probleme im Inland drängen diese Krise in den Hintergrund. „Das ist verständlich“, sagt Van Schaik. “Es ist im Moment eine Welt mit vielen Krisen, aber wir denken auch, dass diese wichtig sind.”

Das Rote Kreuz hofft daher auf finanzielle Hilfe aus den Niederlanden. Van Schaik stellt fest, dass die Bewohner hier auch weniger Geld ausgeben müssen, zum Beispiel wegen der Energiekrise. „Zum Glück wissen wir, dass die Menschen großzügig sind. Sie zeigen es auch mit kleinen Spenden. Und jeder kleine Beitrag ist willkommen.“

Was kann das Rote Kreuz mit Spenden machen?

  • Mit dem Geld baut das Rote Kreuz mobile medizinische Kliniken. Außerdem werden Lebensmittelpakete verteilt und Wasserpumpen installiert. Schließlich können die Bewohner Hilfe bei der Gründung eines Unternehmens erhalten oder sogar schwangere Schafe erhalten, um mit der Viehzucht zu beginnen. “Wir müssen ihnen eine Perspektive geben, damit sie überleben können.”

Eine Frau kniet neben empfangenen Schafen


Eine Frau kniet neben empfangenen Schafen

Eine Frau kniet neben empfangenen Schafen

Foto: Rotes Kreuz

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