Klimaschutz: Reedereien planen CO2-freie Frachter

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ODer weltweite Versand würde ohne Versand stillstehen. Rund 90 Prozent aller Güter werden auf dem Seeweg in die ganze Welt verschifft, was Containerschiffe und Frachtschiffe zu den wichtigsten Ladungsträgern macht. Entsprechend hoch sind ihre Schadstoffemissionen: Rund 2 Prozent aller Treibhausgasemissionen, so viel wie Deutschland in einem Jahr emittiert, sind internationalen Reedereien zuzuschreiben, die die Branche immer wieder kritisieren. Um sauberer zu werden, wollen die Unternehmen jetzt mit viel Geld neue Antriebe entwickeln. "Um die Klimakrise zu bewältigen, sind radikale Kursänderungen erforderlich", sagte Esben Poulsson, Vorsitzender der Internationalen Schifffahrtskammer (ICS), am Dienstag.

Christian Müßgens

Im Mittelpunkt des Vorschlags steht ein Fonds, in den in den nächsten zehn Jahren 5 Mrd. USD fließen werden. Nach dem Konzept wollen die Schiffseigner dies durch die Erhebung von Treibstoff erhöhen. Das Geld soll von einer neuen Forschungsorganisation namens International Maritime Research and Development Board verwendet werden, um alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff, Ammoniak und synthetischen Schiffsdiesel sowie Technologien wie Brennstoffzellen und Batterieantriebe zu erforschen.

Das Konzept für CO2-freie Frachter sollte in den 2030er Jahren sein

Anfang der 1930er-Jahre beispielsweise ein marktfähiges Konzept für CO2-freie Frachtschiffe entstehen. Die Industrie will ihre Emissionen bis 2050 um mindestens 50 Prozent senken und damit auch die Anforderungen der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, erfüllen. Die Mitgliedstaaten, die auch den Vorsitz des neuen Forschungsnetzwerks übernehmen sollen, werden im März in London über den Vorschlag beraten.

Es gibt bereits die ersten Fracht- und Kreuzfahrtschiffe, die schadstoffarmes Flüssiggas anstelle des bisher weit verbreiteten Schweröls einsetzen. Darüber hinaus installieren viele Reedereien neue Emissionskontrollsysteme oder setzen auf hochwertigere und damit teurere Destillate, um die strengeren Vorschriften für Schwefelemissionen einzuhalten, die ab dem nächsten Jahr in Kraft treten werden. Die Frage, wie sich die CO2-Emissionen verringern sollen, ist jedoch noch nicht endgültig geklärt.

Um Druck aufzubauen, drohte die Europäische Union kürzlich, die Schifffahrt ab 2023 in ein europäisches Emissionshandelssystem aufzunehmen, falls die IMO bis 2021 keine überzeugenden Vorschläge unterbreitet. Stattdessen bestehen die Industrie-Lobbyisten um Poulsson auf einer globalen Lösung. Die neue Umlage-Methode für die Forschungsfinanzierung könnte eine Blaupause dafür sein, sagten sie am Dienstag, ohne ins Detail zu gehen.

"Wir brauchen eine technologische Revolution"

Insbesondere ist geplant, dass die Reedereien 2 USD pro Tonne Treibstoff für die neue Organisation zahlen. Um dies zu überwachen, will die Branche unter anderem das bestehende "Fuel Oil Data Collection System" der IMO nutzen, bei dem Reeder bereits für Schiffe einer bestimmten Größe genaue Angaben zum Verbrauch machen müssen. Die Verwaltungen der Staaten, in denen die Schiffe registriert sind, sollten ebenfalls einbezogen werden. ICS-Generalsekretär Guy Platten räumte ein, dass es schwierig sei, das Konzept zu koordinieren. Es sei jedoch ein Weg gefunden worden, mit dem alle Mitglieder leben könnten, vom Bündnis der Tankschifffahrtsunternehmen bis zu den Kreuzfahrtunternehmen.

Auch die deutsche Industrie hat die Initiative positiv bewertet. "Als Branche wollen wir die Klimaziele der IMO erreichen oder sogar übertreffen", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Reeder, Alfred Hartmann. „Dafür brauchen wir aber eine technologische Revolution. Dies wollen wir mit unserem Beitrag beschleunigen. Rechtlich könnte der Plan durch zusätzliche Regeln zur Marpol-Konvention umgesetzt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Schifffahrt die Meere nicht verschmutzt und zuletzt in den 1970er Jahren angepasst wurde.

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