Kommentar – Unsterblich im Wohnzimmer – Sport

Trotz so vieler Probleme ist der Sport immer noch in der Lage, durch gemeinsame Erfahrungen und Erinnerungen viele mit vielen zu verbinden.

Eine der bekanntesten Geschichten des amerikanischen Reporters Gay Talese handelt von Baseball-Legende Joe DiMaggio. DiMaggio hat sich längst aus dieser Geschichte zurückgezogen, trifft abermals einen Ball im Vorprogramm eines Spiels im Yankee Stadium. Talese beschreibt die Reaktion des Publikums. Viele von ihnen hatten den jungen DiMaggio vor Jahrzehnten spielen sehen, jetzt waren sie alt, aber der Moment ließ die Jahre zusammenschnurren: “Tausende von Menschen waren aufgesprungen und jubelten – der große DiMaggio war zurückgekehrt, sie waren wieder jung, es war gestern . “

Warum jubeln wir emeritiert, warum trauern wir um verstorbene Sportler? Weil wir tatsächlich an ihre Unsterblichkeit geglaubt haben? “Ich dachte, er würde für immer leben”, sagte der Basketball-Held “Magic” Johnson, nachdem er vom Tod des Basketball-Helden Kobe Bryant erfahren hatte, der am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam, einschließlich seiner acht anderen Opfer, der Tochter, die 13 Jahre alt war. Eine Tragödie. Unsterblichkeit ist nicht im Zeitplan der Dinge enthalten, dieses Wissen ist alt, aber auch schmerzlich neu. Aktuell für alle, die eine Erinnerung an Bryant haben, einen Weltstar, der dank moderner TV-Technologie nicht nur in Amerika aufwuchs. Bryant war zwanzig Jahre lang Gast und Begleiter seines Publikums als NBA-Profi. Darüber berichtet Talese in seinem Bericht: Ein großartiger Athlet wird Teil des Lebens seines Publikums. Der Athlet und die Fans werden zusammen älter.

Der Athlet und die Fans werden zusammen älter

Sein großer Tag war auch ihr großer Tag, als Bryant 2006 gegen Toronto für seine LA Lakers 81 Punkte erzielte. Die Fans erinnern sich noch, wo sie das Spiel gesehen haben, in welcher Bar oder in wessen Wohnzimmer. Ebenso erinnern sich erwachsene Menschen daran, wie sie von Papa für Alis Boxkämpfe geweckt wurden. Nicht nur in Australien weiß jeder, wo er Cathy Freeman, 400 Meter bei Olympia 2000 in Sydney, angefeuert hat. Und in Deutschland erinnert sich eine Generation an den Daviscup 1987, John McEnroe gegen Boris Becker, das Spiel begann am Freitagabend in deutscher Zeit, aber als man um vier Uhr morgens aus der Disco zurückkam, ging es noch um sechs anderthalb Stunden.

Der Sport ist von Korruption heimgesucht, durch Doping kontaminiert, eine oft überspielte Show – man sieht an der Trauer, dass er manchmal immer noch in der Lage ist, durch gemeinsame Erfahrungen und Erinnerungen viele mit vielen zu verbinden. Wie haben Simon & Garfunkel gesungen? “Wo bist du hingegangen, Joe DiMaggio? Unsere Nation dreht ihre einsamen Augen zu dir.” Denn wenn sich einer der Unsterblichen verabschiedet, verabschiedet sich auch ein Teil des Lebens seines Publikums.

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Rob Rensenbrink starb zwei Tage vor dem 41-jährigen Kobe Bryant, der schon lange krank war und bereits 72 Jahre alt war. Aber es gibt kein gutes Alter, für das man sterben könnte. Rensenbrink war einer dieser wunderbar antiautoritären Fußballer der 1970er Jahre, und er wäre einer der Unsterblichen gewesen, wenn er nicht den Pfosten gegen Argentinien getroffen hätte, sondern das Tor getroffen hätte – kürzlich im WM-Finale 1978 sind Bilder so naturgetreu dass sie lebendig bleiben. Politiker sehen auf Fotos aus den 1970er Jahren sehr alt aus. Doch Rensenbrink huschte immer noch über den Nordmender Bildschirm, als wäre die WM 1978 gestern gewesen. In unserer Erinnerung hing das orangefarbene Trikot lose an seiner Hose. Bis vor ein paar Tagen.

Warum trauern wir um die Unsterblichen? Weil er uns klar macht, dass wir das mit Unsterblichkeit leider nicht können.

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