Kommunalwahl in Bad Tölz-Wolfratshausen – Waisenthron – Bad Tölz-Wolfratshausen

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In diesem Jahr wird es in mindestens neun Gemeinden der Region einen neuen Bürgermeister geben. Die verschiedenen Amtsinhaber stehen aus verschiedenen Gründen nicht mehr zur Wahl

Sie weichen jüngeren Menschen, haben die erlaubte Altersgrenze erreicht, wollen sich für höhere Aufgaben empfehlen oder haben persönliche Gründe: Der in neun Gemeinden der Region amtierende Bürgermeister tritt bei den Kommunalwahlen im März nicht mehr an. Es gibt also niemanden mit einem offiziellen Bonus, keinen politischen Spitzenreiter, der bei den Wahlen der Favorit ist. Der Wettbewerb um den Chefsessel im Rathaus ist dort ganz offen – ein Überblick über die Situation in den einzelnen Städten.

Wackersberg

Alois Bauer engagierte sich 30 Jahre lang in der Kommunalpolitik, davon zwölf Jahre als Bürgermeister von Wackersberg für die Oberfischbacher Wählerschaft. Bauer ist jetzt 65 Jahre alt und wird sich daher im März nicht mehr zur Wahl stellen. Trotz intensiver Bemühungen konnte die Oberfischbacher Wählerschaft keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten als Nachfolger von Bauer präsentieren. Einziger Antragsteller ist Jan Göhzold aus der zweiten Städteliste, der Wählergemeinschaft Wackersberg-Arzbach. Der aus Sachsen stammende und seit 2008 in der Gemeinde lebende Göhzold arbeitet derzeit als Geschäftsführer und Schatzmeister im Wackersberger Rathaus.

Sachsenkam

Das Alter ist der Grund, warum Hans Schneil in Sachsenkam nach der Wahl 2020 seinen Posten als Rathausmanager nicht fortsetzen wird. Schneil hatte 2008 die Nachfolge von Max Gast angetreten und war Vorsitzender der Verwaltung für die gemeinsame Liste der CSU und der unabhängigen Wählerschaft Sachsenkam. Der Listenlink war auch der einzige, der einen Nachfolgekandidaten vorstellte: den Mitarbeiter der Sparkasse Andreas Rammler. Der 41-Jährige ist kein Fremder in der Gemeinde – und weit darüber hinaus. Weil er der Gründer und Bassist der Punkrockband ist Scorefor, Gründer und Vorsitzender des FC Bayern Fanclubs Bayern Oberland und des neu gegründeten Dachverbandes der Bayern Fanclubs im Oberland.

Icking

Es gibt auch einen Wendepunkt in Icking. Margit Menrad steht dort seit 14 Jahren an der Spitze des Rathauses für die Liste der unabhängigen Bürger (Independent Citizens List, UBI), nachdem sie 2006 die Nachfolge des verstorbenen Hubert Guggenmos angetreten hatte. 2012 wurde sie für acht Jahre wiedergewählt, um die örtlichen Wahltermine anzupassen nochmal. Jetzt rennt die 1957 geborene Menrad nicht mehr, weil sie will, dass jüngere Leute die Führung übernehmen. Vier Frauen bewerben sich um ihre Posten: Verena Reithmann von der UBI, Cornelia Zechmeister von der Partei Icking, Beatrice Wagner von der SPD und Laura Leismüller-von Beckerath von den Grünen.

ABITUR 2018

Margit Menrad kandidiert in Icking nicht mehr zur Wahl.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Königsdorf

Königsdorf steht vor einem Wandel, egal wie der Bürgermeister Anton Demmel (CSU) ausfallen wird. Denn wenn Sie sich als Landrat wie Demmel bewerben, müssen Sie nicht gleichzeitig als Bürgermeister kandidieren. Als neuer Spitzenkandidat setzt die Königsdorfer CSU auf Rainer Kopnicky, der im Amt Demmel erben soll. Und in der Tat: Die Zeichen stehen auf Amtsübernahme, denn Kopnicky hat keinen Gegenkandidaten.

Bad Tölz

Nach zwölf Jahren geht auch in Bad Tölz eine Ära zu Ende. Bürgermeister Josef Janker (CSU) kann aus Altersgründen nicht mehr laufen. Im Jahr 2008 trat der inzwischen 67-jährige die Nachfolge des heutigen Bezirksverwalters Josef Niedermaier (freie Wähler) in der ehemaligen Kurstadt an. Zuvor war er sechs Jahre lang zweiter Bürgermeister gewesen. 2014 gewann er mit 59,2 Prozent der Stimmen gegen seinen Herausforderer Andreas Wiedemann von der Free Voters ‚Community (FWG). Vier Kandidaten bewerben sich jetzt um seinen Nachfolger: Ingo Mehner (CSU), Michael Lindmair (FWG), Franz Mayer-Schwendner (Grüne) und Michael Ernst (SPD).

Schäftlarn

Matthias Ruhdorfer (CSU) ist seit 2002 Bürgermeister in Schäftlarn – also seit einer halben Ewigkeit. Mitte letzten Jahres wurde er 65 Jahre alt. Also sollte er eigentlich wieder von vorne anfangen. Doch schon im vergangenen Jahr flirtete Ruhdorfer mit dem Abräumen seines Stuhls – vorausgesetzt, er fand jemanden in CSU-Kreisen, den er für geeignet hielt, von ihm zu übernehmen. Mit Christian Fürst, der Leiterin des Vokalbüros der zukünftigen Bauministerin Kerstin Schreyer, glaubt er dort jemanden gefunden zu haben. Ruhdorfer selbst ist nun zufrieden mit der untersten Position auf der CSU-Liste für den Gemeinderat. Den Bürgermeisterwahlkampf überließ er Prince, der sich nun mit dem parteifreien Marcel Tonnar messen musste, der von den Grünen und der SPD als Kandidaten unterstützt wurde.

Lenggries

Auch in Lenggries wird ein neuer Rathausmanager gesucht. Der amtierende Werner Weindl (CSU) erklärte am Rande einer Bürgerversammlung im vergangenen September überraschend, dass er für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung stehen würde. Der 59-Jährige führte gesundheitliche Gründe an. Weindl erklärte damals, er habe die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen und nur auf Empfehlung eines Arztes getroffen. Jetzt streiten sich vier Kandidaten in der voralpinen Gemeinde um das Bürgermeisteramt: Christine Rinner von der CSU, SPD-Mann Tobias Raphelt, Markus Landthaler von den Freien Wählern und Wolfgang Morlang, der für die Bayern-Partei kandidiert.

Werner Weindl macht Schluss mit Lenggries – Gesundheit für die Liebe.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Dietramszell

Leni Gröbmaier als Ratsvorsitzender in Dietramszell war fast daran gewöhnt. Der heute 62-Jährige hat dort zweimal hintereinander die Bürgermeisterwahl für die Dietramszeller Bürgerliste gewonnen. Jetzt will Gröbmaier mehr Zeit für ihre Familie. Zumindest im Fall von Neffe Ludwig könnte diese Berechnung jedoch nicht funktionieren. Weil Ludwig Gröbmaier seiner Tante als CSU-Kandidat im Rathaus nachfolgen will. Der 33-Jährige hat jedoch eine bekannte Konkurrenz. Der ehemalige SPD-Bezirksratskandidat Fabian von Xylander will in seine alte Heimat nach Dietramszell zurückkehren – und mit Unterstützung von SPD und Grünen am besten ins Rathaus. Und Josef Hauser von den Freien Wählern wird nicht leicht zu schlagen sein. Michael Häsch, sein Vorgänger auf dem Free Voter Ticket, war 2014 mit nur zwei Stimmen Leni Gröbmaier unterlegen.

Jachenau

Auch in Jachenau, der kleinsten selbständigen Gemeinde Bayerns, wird ein neuer Bürgermeister gesucht. Bei der Bürgerversammlung im August letzten Jahres rechnete Amtsinhaber Georg Riesch (unparteiisch) aus: Er würde bald 64, nach einer weiteren Amtszeit schon 70 Jahre alt sein – das war schon etwas alt. Er würde deshalb seinen Stuhl räumen. Wer an die Stelle des seit 2008 amtierenden Riesch tritt, ist sich einig: Der bisherige zweite Bürgermeister, der Bauer Nikolaus Rauchberger, ist der einzige Kandidat. Zuvor hat er die Free Voting Community im Gemeinderat vertreten.

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