König Olav V.: – – Geplagt von Mätressen-Gerüchten

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– Gerüchte gehören zu den treuesten Begleitern des Königshauses, schreibt Tore Rem in seiner dritten Biografie über Norwegens früheren König mit dem Titel „Olav V. – Einsame Majestät 1946-1991“.

Schon vor seiner Ankunft auf norwegischem Boden hätten die Gerüchte die Runde gemacht, sagt Rem in der Biografie.

– Einige dachten, Maud könne unmöglich seine Mutter sein, andere, dass das einzige Kind rückständig sei, schreibt Rem.

Später prägten Liebesgerüchte auch Teile von König Olavs Leben, und eines davon, das Gerücht einer Beziehung mit einer in Oslo ansässigen „Modekönigin“, wurde in der ausländischen Presse so groß, dass sowohl Premierminister als auch Generalstaatsanwalt wurden beteiligt.

Habe Gerhardsen gebeten, die Dinge zu regeln

Romantik und Gerüchte über Untreue sind tägliche Nahrung für diejenigen, die aus verschiedenen Gründen im Rampenlicht stehen. Außenminister und Generalstaatsanwälte mischen sich jedoch nur selten in diese ein.

– LEAN: Grete Holtan, Expertin für Körpersprache, über den Auftritt von König Harald bei der Beerdigung von Queen Elizabeth. Programmleitung: Maja Walberg Klev
Meerblick

Dies wurde jedoch der Fall, als die internationale Skandalpresse laut Rems Biografie die angebliche Beziehung von König Olav zu Astrid Blesvik erwähnte.

– Alles hatte am 22. März in der britischen Daily Sketch begonnen, und Generalstaatsanwalt Andreas Aulie war am 27. März mit den Berichten konfrontiert worden, nachdem er von Kabinettssekretär Vincent Bommen angesprochen worden war, schreibt Rem.

Damals seien die Vorwürfe über das Liebesleben des verwitweten Königs Olav laut Rem für die norwegische Nation so umstritten gewesen, dass sich schon damals Ministerpräsident Einar Gerhardsen einmischte.

– Im Tagebuch vom 14. April 1961 vermerkt Justizminister Jens Haugland, dass der Ministerpräsident angerufen hat. Er soll sofort zu einem Interview erscheinen, und es stellt sich heraus, dass es sich um den König handelt, schreibt Rem.

Außerdem heißt es in der Biografie, dass der König selbst im Gespräch mit Gerhardsen die internationalen Mätressengerüchte zur Sprache gebracht und „Gerhardsen gebeten hatte, das zu klären“.

– Nur Unsinn

Woher die Gerüchte genau stammten, ist in dem Buch nicht belegt, aber mehrere Zeugen, auf die in dem Buch verwiesen wird, sollen ausgesagt haben, dass Blesvik selbst mehrfach angedeutet hat, eine Beziehung mit dem König gehabt zu haben.

Der mit der Aufklärung der Gerüchte beauftragte Generalstaatsanwalt Andreas Aulie soll unter anderem die Aussage eines Hausmeisters eingeholt haben, der in Blesviks Villa gewohnt hatte.

– Sie beschrieb die Gastgeberin als “sehr wortkarg” und glaubte, dass die Dame selbst der Urheber der Gerüchte sei. Blesvik wolle “durchscheinen lassen”, dass sie König Olav aus dem gesellschaftlichen Leben kenne, schreibt Rem.

Laut dem Hausmeister und anderen Zeugen behauptete Blesvik auch mehrfach, verschiedene Geschenke von König Olav erhalten zu haben. Darunter Schmuck, Blumen und Häuser.

Blesvik selbst bestritt dies jedoch mehrfach, ebenso wie jede Bekanntschaft mit König Olav. Unter anderem gezielt gegen Generalstaatsanwalt Aulie.

– Vor dem Justizminister erklärte der Generalstaatsanwalt, Blesvik habe gesagt, dass “sie nie die Gesundheit von König Olav gehabt habe und dass alles nur Gerücht und Poesie sei”, schreibt Rem.

Auch die Tochter von Astrid Blesvik, Sidsel Blesvik, weist die Romantik-Gerüchte rückblickend zurück:

– Es hat nie etwas zwischen ihnen gegeben. Sie war unglaublich schön, großartig und klug, und dann verbreiteten sich schnell Gerüchte. Die Gerüchte seien nur Unsinn, sagte der jüngere Blesvik 2012 gegenüber Dagbladet.

Näher kommen

Laut Rem muss König Olav Prinzessin Astrid geschworen haben, dass er Blesvik nicht gekannt hat.

– Er schien am Boden zerstört von den Gerüchten, die so unmöglich zu widerlegen waren, schreibt Rem.

Und weiter:

– Die Geschichten über die Beziehung des Königs zu Astrid Blesvik werden ihn für den Rest seines Lebens quälen.

Unter anderem soll Olav Mitte der achtziger Jahre gegenüber dem ehemaligen Verteidigungschef Fredrik Bull-Hansen seinen Frust über die Gerüchte zum Ausdruck gebracht haben, so Rem.

– Sie hatten über die Tendenz gesprochen, große historische Persönlichkeiten zu entkleiden. Er fühlte sich geschlagen und hatte plötzlich diese Gerüchte mit der Frau aufgenommen. Es war offensichtlich, dass er ihnen nahe gekommen war. Bull-Hansen hat versucht, alles wegzuscherzen, aber ohne Erfolg, schreibt Rem.

Gegen Ende seines Lebens soll Olav noch einmal versucht haben, die Gerüchte gegenüber seiner engsten Familie zu dementieren.

– Wenn du denkst, wenn ich tot bin, dass du irgendwelche Halbgeschwister in der Nähe hast, dann ist das laut Rem völlig falsch, soll er Prinzessin Ragnhild in seinen späteren Jahren erzählt haben.

Dagbladet kontaktierte den Palast am Montagabend für eine Stellungnahme, wurde jedoch darüber informiert, dass der königliche Hof den Inhalt der Biografie nicht kommentieren möchte.

Der Palast gibt jedoch auch an, dass Rem mit Erlaubnis von König Harald seit 2018 uneingeschränkten Zugang zu den Archiven am königlichen Hof hat und dass der König über den Inhalt informiert wurde, nachdem er Rem zu einer Audienz empfangen hatte.

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