Kritik: Lucinda Riley «The Murders at Fleat House»

Creme

Verleger:

Cappelen Damm

Übersetzer:

Benedicta Windt-Wal

Erscheinungsjahr:

2022


«Lucinda Riley-Fans werden sich darüber freuen.»

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“The Murders at Fleat House” hat eine besondere Vorgeschichte. Es soll bereits 2006 geschrieben worden sein, wird aber erst jetzt veröffentlicht, ein Jahr nachdem Lucinda Riley an Krebs gestorben ist. Sie war hier in Norwegen eine vielgeliebte Autorin mit ihren Unterhaltungsromanen, die alles enthielten, was das Herz von verfallenen Villen, unglücklichen Aristokraten, Familiengeheimnissen und Aschenputtel-Liebesgeschichten begehrte. Nach „Das Geheimnis der Orchidee“ (2011) hat sie sechzehn Titel auf Norwegisch veröffentlicht und ist mit ihren 1,6 Millionen verkauften Büchern laut Verlag die übersetzte Autorin, die im letzten Jahrzehnt in Norwegen am meisten verkauft hat. Nicht zuletzt wegen der spektakulären Serie „Die sieben Schwestern“, bei der eines der Bücher nach Norwegen aufgenommen wurde.

Erkennbares Rileysk

Als Riley starb, hinterließ sie mehrere Drehbücher, einschließlich dieses Verbrechens. Sowohl Thema als auch Stil sind erkennbar Rileysk. Denn „The Murders at Fleat House“ enthält auch düstere Familiengeheimnisse und eine unglückliche Adelsfamilie.

Charlie war der einzige männliche Erbe des riesigen Anwesens Conaught Hall, wo der melancholische Lord Conaught allein lebt. Sein verstorbener Bruder wird schließlich eine Rolle in der Handlung spielen. Auch das 400 Jahre alte Internat hat seine Geheimnisse. Der Legende nach wird es von einem kleinen Jungen heimgesucht, der so unglücklich war, dass er sich an einem eisernen Haken in der Decke im Keller erhängt hat. Die Internatsjungen vermuten, dass sein Geist hinter dem Mord steckt. Ein anderer Schüler, das junge Opfer des Mobbings von Rory, hat aus unbekannten Gründen große Angst und verschwindet. Rory war eines von Charlies Opfern von Mobbing.

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Das klingt mysteriöser als es ist, denn die Handlung ist keineswegs spektakulär. Ein Großteil der Kriminalität dreht sich um die immer zahlreicher werdenden Romanfiguren und ihr bedauernswertes Privatleben. Alle Ehen scheitern. Es gibt Eifersucht, Snobismus und Klassengegensätze. Auch Investigator Jazz hat mit seinem zu kämpfen. Sie verließ Scotland Yard, nachdem ihr Mann – der auch ihr Kollege war – untreu geworden war. Jetzt wird sie mehr oder nur widerwillig wieder zur Arbeit gezwungen.

Die charmanteste Figur des Buches ist der Lateinlehrer der Schule, der sanfte Hugh. Er nimmt sich das Leben, aus Gründen, die wir erst gegen Ende erfahren. Es gibt mehrere dramatische Morde. Die Klarstellung ist überraschend genug, wird aber ein bisschen diskutiert.

Spitze des Kranzkuchens

Riley ist ein ziemlich ausgefeilter Autor und „The Murders at Fleat House“ ist eine gesprächige Kriminalgeschichte. Sprachlich ist es völlig regelmäßig. Soweit ich weiß, hat Benedicta Windt-Wal die meisten Bücher von Riley übersetzt. Sie hat einen ordentlichen Job gemacht, aber an manchen Stellen wird es mehr als banal. Unter anderem scheint sie sich in den Ausdruck „die Spitze der Kranztorte“ verliebt zu haben, mit Sätzen wie: „Er war überzeugt, dass Charlie die Spitze jeder Kranztorte war“. Die Götter wissen, was der englische Begriff ist, aber der erznorwegische Kranzkuchen wirkt etwas fehl am Platz.

Ansonsten ist dies ein vollkommen anständiges Verbrechen, und es ist fast ein wenig seltsam, dass das Buch noch nie zuvor veröffentlicht wurde. Im Vorwort schreibt Rileys ältester Sohn Harry Whittaker, dass er erwäge, das Drehbuch zu redigieren, wie er es beim achten und letzten Buch von The Seven Sisters, „Atlas. Die Geschichte von Pa Salt », die noch nicht veröffentlicht wurde. Whittaker schreibt, dass er sich entschieden hat, dieses Drehbuch unbearbeitet zu veröffentlichen. Es funktioniert gut. Zugegeben, es wird viele Beteiligte geben, einige lose Fäden und einige Zufälle, die selbst ein Verbrechen nicht ertragen kann. Aber der Ermittler Jazz arbeitet gut und hätte es sehr gut geschafft, eine Krimiserie zu führen, wenn Riley sich entschieden hätte, Krimiautor zu werden.

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Wir sollten trotzdem froh sein, dass Riley das sogenannte Feelgood-Genre gewählt hat. “The Murders at Fleat House” fehlt das Melodrama und die grenzenlosen Unterhaltungselemente, die Lucinda Rileys Bücher so ungeheuer populär gemacht haben.

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